Motorrad-Nachwuchs: Bradl schlägt Alarm

SID
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Der frühere Weltmeister Stefan Bradl sorgt sich um den deutschen Motorrad-Nachwuchs. "Es ist schade, dass derzeit keine neuen aufstrebenden Fahrer da sind", sagte der MotoGP-Pilot den Zeitungen der Funke Mediengruppe vor dem WM-Saisonfinale am Wochenende in Portimao/Portugal.

Für Bradl, der am Sonntag (15.00 Uhr) auf der Werks-Honda seinen elften und letzten Saisoneinsatz als Ersatzmann für den entthronten Weltmeister Marc Marquez (Spanien) absolviert, hat die Misere verschiedene Gründe. "Es gibt einerseits nicht genügend Fahrer, die bereit sind, den Weg nach oben zu gehen", so Bradl, "aber sicherlich ist die finanzielle Förderung aus deutscher Sicht auch verzagt."

Der Moto2-Champion von 2011, neben Marcel Schrötter (Vilgertshofen/Moto2) in diesem Jahr der einzige Deutsche in der WM, will sich engagieren. "Ich würde mich zukünftig gerne mehr in der Nachwuchssuche einbringen, mein Wissen teilen", sagte Bradl: "Ich glaube, es ist wichtig, so einen wie mich zu haben, der weiß, wie hoch das Level ist, der aber auch weiß, was es braucht, um nach oben zu kommen."

Bradl ist auch 2021 als Testfahrer für Honda unterwegs. "Ich will weiter dabei helfen, Titel zu gewinnen", sagte der 30-Jährige. Ist Marquez nach seinem Oberarmbruch wieder fit, wird Schrötter im neuen Jahr wohl als einziger deutscher Fahrer in der WM vertreten sein.