Brand über DHB-Team: "Gewisse Enttäuschung angebracht"

SID
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Der frühere Weltmeister-Trainer Heiner Brand hält nach dem historisch schlechten WM-Abschneiden der deutschen Handballer "eine gewisse Enttäuschung" für angebracht. "Die Leistungen gegen Ungarn und Spanien waren generell okay, aber es fehlte letztlich die Cleverness, und die Niederlagen waren nicht unverdient", sagte Brand dem SID.

Deutschland beendete das Turnier auf dem zwölften Platz - bei Teilnahme schloss eine deutsche Mannschaft nie schlechter ab. Allerdings verpasste Deutschland in der 83-jährigen WM-Geschichte auch schon zwei Mal die Endrunde (1990 und 1997).

In Ägypten hatten die Niederlagen in den Schlüsselspielen gegen Ungarn (28:29) sowie gegen Spanien (28:32) bereits vorzeitig die Chancen auf das Turnierziel Viertelfinale zerstört. Das 23:23 zum Abschluss gegen Polen war am Montagabend zwar sportlich bedeutungslos, insgesamt aber auch für Brand enttäuschend.

"Das war nicht gut, in allen Bereichen. Ein glücklicher Punktgewinn. Aber wenn man das Viertelfinale verpasst, ist es nicht so einfach, weitere Spiele zu machen, auch wenn es sich jeder vornimmt", sagte Brand, dessen elfter Platz bei der WM 2011 als schlechtestes Ergebnis abgelöst wurde. Dies war für ihn aber nebensächlich: "Das ist mir egal. Platzierungen jenseits der Medaillenränge geben nicht immer den wahren Leistungsstand wieder."

Die öffentliche Kritik an den Aussagen von DHB-Kapitän Uwe Gensheimer kommt für den 68-Jährigen nicht überraschend. "Er hat sich ein bisschen ungeschickt ausgedrückt, es war etwas befremdlich, er wollte Dinge nicht so sagen, hat sie dann aber so gesagt. Dass Leute im Positiven wie im Negativen im Fokus stehen, ist für Spieler wie Gensheimer oder auch Andreas Wolff normal. Mit so etwas muss man rechnen", sagte Brand.