Auch Brasilien stolpert: Schweiz raubt Neymar den Spaß

SID Fußball Event
Wegen nicht eingesetzten Videobeweises: CBF will Erklärung von FIFA
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Der nächste Favorit ist gestolpert: Brasilien und Superstar Neymar haben sich in ihrem Auftaktspiel bei der Fußball-WM in Russland von der Schweiz den Spaß rauben lassen und einen scheinbar sicheren Sieg verschenkt.

Nach dem Unentschieden der Argentinier gegen Island und der Niederlage von Titelverteidiger Deutschland stellte der Außenseiter dem Rekordweltmeister ein Bein. Das 1:1 (1:0) war für die Eidgenossen schmeichelhaft, für den Titelanwärter ein unerwarteter Dämpfer.

Traumtor von Coutinho

Dabei hatten die Brasilianer das Spiel in Rostow am Don im ersten Durchgang beinahe nach Belieben bestimmt, hielten die Schweizer in den ersten 30 Minuten teilweise zum Narren. Philippe Coutinho vom FC Barcelona (19.) traf mit einem Kunstschuss zur hochverdienten Führung. Dass Brasilien dennoch zum ersten Mal seit 1978 ein WM-Auftaktspiel nicht gewann, lag am Treffer des Hoffenheimers Steven Zuber (50.).

Zuber belohnte die Schweiz vor 43.109 Zuschauern für eine engagierte Leistung und sicherte einen Punkt, der in der Gruppe E noch äußerst wertvoll werden kann. Vor den Duellen mit Serbien und Costa Rica darf das Team von Trainer Vladimir Petkovic auf den Einzug ins Achtelfinale hoffen.

Der Weg zum "Hexa Campeao", dem sechsten Titel, wird für Top-Favorit Brasilien nicht zum Selbstläufer. Vor allem, wenn der Heilsbringer schwächelt.

Neymar versprühte zu Beginn zwar Spielfreude, ließ sich jedoch aus dem Tritt bringen. Die Schweizer attackierten Neymar am Rande der Fairness, Stephan Lichtsteiner, Fabian Schär und Valon Behrami sahen Gelbe Karte nach Fouls am Olympiasieger von 2016.

Brasiliens Endspurt ohne Erfolg

So war es nicht Neymar, sondern Coutinho, der mit einem Kunstschuss für den ersten brasilianischen Glanzpunkt der WM sorgte. Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach, einer von drei Bundesligaspielern in der Schweizer Startelf, war im Tor machtlos. Die Brasilianer nutzten ihre Führung, um es ruhiger angehen zu lassen - zu ruhig, wie sich nach der Pause zeigte. Zuber traf nach einer Ecke unbedrängt per Kopf.

Es blieb für lange Zeit die einzige Chance der Schweiz, doch auch Brasilien tat sich schwer, gute Möglichkeiten herauszuspielen. In der 58. Minute hielt das Land den Atem an, als Neymar nach einem Schuss ans Außennetz über den Platz humpelte.

Seinem Fuß schien jedoch nichts Schlimmeres passiert zu sein. In der 88. Minute tauchte er vor Sommer auf, scheiterte jedoch per Kopf. Auch der eingewechselte Roberto Firmino (90.) und Miranda (90.+1) zielten ungenau.

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