Brasilien: Verurteilter Mörder spielt wieder Profi-Fußball

Ganz Fußball-Brasilien diskutiert derzeit über einen heiklen Fall: Der zu mehr als 22 Jahren Haft verurteilte Torhüter Bruno ist vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden – und steht jetzt wieder bei einem Profiklub unter Vertrag.

Bruno (Mitte) wurde zu 22 Jahren Haft verurteilt – spielt jetzt aber wieder Fußball (Foto: Twitter)

Bruno Fernandes war wegen des spurlosen Verschwindens seiner Ex-Geliebten Eliza Samudio vor sieben Jahren zu 22 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der Torhüter soll den Mord in Auftrag gegeben haben, von der Leiche fehlt immer noch jede Spur. Angeblich soll sie zerstückelt und Hunden zum Fraß vorgeworfen worden sein. Bruno hat den Auftrag nie klar gestanden.

Ein Richter des obersten Gerichtshofs hat dem heute 32-Jährigen nun aufgrund bürokratischer Ungereimtheiten vorläufig den Gang in die Freiheit ermöglicht.


Demonstranten, Hacker, abspringende Sponsoren

Bruno, der nach dem gewonnenen Meistertitel 2009 mit Flamengo sogar vor dem Sprung in die Nationalmannschaft gestanden war, erklärte nach seiner Freilassung: “Ich habe für meinen Fehler teuer bezahlt.” Das Volk aber ist aufgewühlt, Demonstranten bezeichneten Brunos Verpflichtung als “Marketingschachzug” des Zweitligisten Boa Esporte Clube.

Der Präsident des Vereins wehrt sich dagegen. Was der Torhüter getan habe, sei nicht richtig, sagte er, “aber er hat das Recht, in die Gesellschaft zurückzukehren.” Der Präsident nahm mit Brunos Verpflichtung großes Ungemach auf sich, alle wichtigen Sponsoren sind mittlerweile abgesprungen und auf der Homepage des Vereins tauchten Fakten zur Gewalt gegen Frauen auf. Hacker hatten die Seite geknackt.

Und Bruno? Der sagt: “Gott öffnet uns allen die Türen” und erklärt, dass er etwa in einem Monat sein erstes Spiel bestreiten will. Was dann los sein wird, weiß momentan noch niemand.

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