Brawn: Aerodynamik-Handicap nur ein sanfter Eingriff

Norman Fischer
motorsport.com

Die Idee von Reverse-Grid-Rennen wurde abgelehnt, weil sie für Mercedes ein künstlicher Eingriff in den Sport gewesen wäre, bei der schlechte Leistung mit einer guten Ausgangsposition belohnt werden würde. Auch die ab 2021 eingeführte Handicap-Regel bei den Aerodynamik-Tests belohnt im Grunde die schlechteren Teams, allerdings nur subtil, betont Formel-1-Sportchef Ross Brawn.

"Ich bin zufrieden, weil es nur eine sanfte Korrektur ist", sagt Brawn gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Die Leistungsgesellschaft bleibt, denn man muss immer noch auf die Strecke gehen und das Rennen gewinnen."

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Das neue Reglement schränkt erfolgreiche Teams in ihren Aerodynamik-Tests ein. Je besser ein Team in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft platziert ist, desto weniger Stunden darf man etwa im Windkanal absolvieren.

"Wir tun damit nichts, was dem Fahrer ein Handicap auf der Strecke gibt - es sind keine Erfolgsgewichte", so Brawn, der es eher mit dem Draft-System in der amerikanischen Football-Liga NFL vergleicht. Weniger erfolgreiche Teams bekommen eine bessere Ausgangsposition, müssen diese aber im echten Wettbewerb auch ausnutzen. "Es ist nicht so, als würden sie Punkte bekommen", so Brawn.

Der Brite hält das für einen guten Anreiz für kleinere Teams: "Williams kann jetzt wirklich sagen, dass sie in Zukunft eine Chance haben, vom Ende des Feldes wegzukommen", meint er. "Das wird einen kleinen Korrektureffekt haben, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu stören."

Allerdings habe es auch bei diesem Plan Gegenwind von Mercedes gegeben, was Brawn aber eher amüsiert hat: "Ich habe gesagt: 'Ihr geht wohl davon aus, dass ihr immer gewinnt. Denk mal für einen Moment nach: Wenn ihr Zweiter oder Dritter seid, hättet ihr dann nicht gerne etwas Hilfe?' Und plötzlich dämmerte es ihm, dass es nützlich sein kann, wenn sie nicht gewinnen sollten."

Mit Bildmaterial von Sutton.

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