Brawn reagiert auf Kritik: Vietnam soll positives Vorbild werden

Maria Reyer
motorsport.com

Die Formel 1 gastiert 2020 zum ersten Mal in Vietnam. Es ist dies der erste neue Grand Prix, der von den neuen Rechteinhabern Liberty Media ausgehandelt wurde. Die Formel-1-Bosse hoffen, dass die Strecke in der Hauptstadt Hanoi als Basis für weitere zukünftige Streckenlayouts dienen und großartiges Racing produzieren wird.

Die Bauarbeiten sind im Vorort von Hanoi bereits im Gange, im April 2020 soll dann die Formel-1-Premiere über die Bühne gehen. Die Strecke wurde mit dem Hintergedanken konzipiert, möglichst aufregende Rennen zu produzieren.

Entscheidende Passagen anderer Rennstrecken dienten als Inspiration für das Streckenlayout, etwa der erste Streckenabschnitt des Nürburgrings oder die S-Kurven von Suzuka. Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn begrüßt diesen Ansatz, er ist sich dessen bewusst, dass Rennstrecke zu besserem Racing beitragen können.

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Er hofft daher, dass das Vietnam-Konzept ein Maßstab für zukünftige Strecken sein wird: "Vietnam wird die erste Strecke sein, die von Grund auf als großartiger Racing-Kurs designt wurde." Er weiß aber auch, dass das Streckenlayout allein nicht ausschlaggebend ist.

"Nichts ist hundertprozentig sicher - und wir werden vielleicht ein oder zwei Fehler machen -, aber die Strecke wird sehr nahe an dem liegen, was wir wollen. Und wir werden von Vietnam lernen für den nächsten Austragungsort."

Der Brite, der für die sportlichen Agenden des Formel-1-Managements zuständig ist, betont allerdings auch mit Nachdruck, dass die Verantwortlichen keinen Einheitsbrei wollen: "Es wäre unglaublich langweilig, würden wir zwar großartige Rennstrecken haben, die aber alle exakt nach derselben Schablone gebaut werden."

Liberty Media möchte, dass die Rennstrecken in den einzelnen Ländern ihre eigene Identität finden. Schließlich sollen einzigartige Strecken entstehen. Brawn reagiert mit seinen Aussagen auf Kritik von Fahrern, die der Meinung sind, dass die Streckenlayouts vielerorts gutes Racing verhindern.

Nach dem Grand Prix von Großbritannien sang Lewis Hamilton ein Loblied auf Silverstone, aber auch auf altehrwürdige Strecken wie Spielberg. Der Brite ist wie auch Charles Leclerc und Valtteri Bottas der Ansicht, dass viele Rennstrecken, zum Beispiel Stadtkurse wie Monaco, dem Spektakel nicht zuträglich sind.

"Es gibt Strecken, auf denen man den anderen nicht folgen kann und wo sich lange Züge bilden", schimpfte der Brite. Teamkollege Bottas warf ein, dass bei der Auswahl der Strecken oftmals nicht das Layout und die Infrastruktur beachtet werden, sondern politische Interessen und Geld.

Mit Bildmaterial von FOM.

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