Brawn will 22 Rennen: Können nicht wegen Corona alles absagen

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Offiziell wurde noch kein Formel-1-Rennen der Saison 2020 abgesagt. Zwar wurde der ursprünglich für April geplante Große Preis von China wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben. Aktuell plant man aber, den GP zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Und auch die anderen 21 Rennen sollen laut Formel-1-Sportchef Ross Brawn nach jetzigem Stand stattfinden.

"Wir dürfen keine unnötigen Risiken eingehen, aber wir können auch nicht einfach alles komplett zusperren", erklärt Brawn und ergänzt: "Wenn die ganze Wirtschaft dichtmacht, dann hätte das eine viel größere Auswirkung als das Coronavirus." An den Börsen sind die Corona-Auswirkungen bereits weltweit zu spüren. Und auch die Formel 1 würde finanziell unter Rennausfällen leiden.

Brawn stellt jedoch klar, der Sport solle "so sicher wie möglich" sein. Corona sei "eine sehr ernste Bedrohung" und die Formel 1 werde im Ernstfall "die notwendigen Reaktionen" einleiten. "Wir arbeiten in jedem Land mit den lokalen Gesundheitsbehörden zusammen", versichert Brawn. Man werde den Vorschlägen der Behörden folgen und gemeinsam entscheiden, welche Schritte jeweils notwendig seien.

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Aktuell treffe bereits das ganze Fahrerlager Vorsichtsmaßnahmen. "Alle Teams minimieren zum Beispiel die Anzahl der Mitarbeiter, die mitreisen", verrät Brawn und betont: "Momentan finden die ersten drei Rennen statt. Aber die Situation kann sich jeden Tag ändern." In der vergangenen Woche hatten sowohl Australien als auch Vietnam die Einreisebestimmungen für gewisse Menschen verschärft.

Problematisch ist die Situation übrigens nicht nur für die Personen im Paddock. "Es ist tonnenweise Equipment unterwegs", erinnert Brawn und erklärt: "Als wir den China-GP verschoben haben, mussten wir diese Entscheidung treffen, weil das Equipment bereits nach China verschifft werden sollte." Man habe es sich nicht leisten können, dass dieses auf dem Weg plötzlich irgendwo steckenbleibt.

Brawn glaubt aber nicht, dass es für die besagten ersten drei Saisonrennen in Australien, Bahrain und Vietnam in dieser Hinsicht Probleme geben könnte. "Wir haben ein tolles Team, welches das schon seit langer Zeit macht", betont er und ergänzt: "Sie wissen, was zu beachten ist." Ziel sei es weiterhin, alle 22 Rennen auszutragen. Einen offiziellen Nachholtermin für China gibt es noch nicht.

Mit Bildmaterial von LAT.

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