Brians letzte Reise: Polizistin berührt Tausende mit Geste für eine trauernde Familie

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Die Begegnung mit Brian hat Deputy Paula Pendleton tief berührt (Bild: Walton County Sheriff/Facebook)
Die Begegnung mit Brian hat Deputy Paula Pendleton tief berührt (Bild: Walton County Sheriff/Facebook)

Es war ein recht ungewöhnliches Stück Treibgut, das Polizistin Paula Pendleton im Walton County (Florida) während einer Streife von einer Strandbesucherin übergeben wurde: Eine Glasflasche, in der sich vier Ein-Dollar-Scheine befanden, ein handgeschriebener Brief - und ein Beutelchen voller Asche.

Das Schreiben offenbarte eine so ungewöhnliche wie traurige Geschichte: “Diese Flasche enthält die Asche meines Sohnes Brian, der am 9. März 2019 plötzlich und unerwartet verstorben ist”, hieß es darin. “Seine größte Sehnsucht war die Freiheit, darum schicke ich ihn auf ein letztes Abenteuer.”

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Eine weitere Botschaft stammte von der Tochter des Verstorbenen: “Hi, mein Name ist Peyton. Ich bin Brians Tochter. Als mein Vater verstorben ist, war ich 14 Jahre alt. Sein Tod hat unsere Familie tief getroffen und wir hatten seitdem eine schwere Zeit. Aber wie meine Oma schon gesagt hat, er liebte es, frei zu sein. Darum ermöglichen wir genau das.”

Darunter waren die Kontaktinformationen der Familie zu finden. Brians Angehörige bitten mögliche Finder darum, ihn seine letzte Reise fortsetzen zu lassen und sie über seine Stationen informieren - das Geld in der Flasche ist für Telefongebühren gedacht. Die Familie, die in Texas lebt, hatte Brian am 1. August in Destin (Florida) auf die Reise geschickt, die erste Etappe betrug damit nur einige Meilen.

Doch Deputy Pendleton konnte sofort mit Brians Familie mitfühlen, denn auch sie hatte 2018 ihren Ehemann verloren. So arrangierte sie, dass ein befreundeter Bootskapitän die Flaschenpost auf seiner nächsten Fahrt wieder dem Ozean übergab.

“Ich habe Ihre Nachricht gefunden und musste weinen. Ich stecke sie zusammen mit Brians Asche zurück in die Flasche und übergebe sie einem Freund, der Kapitän eines Charter-Bootes ist”, schrieb die Polizistin der Familie. “Er hat angeboten, Brian weit hinaus in den Golf zu bringen, damit er sein Abenteuer fortsetzen kann. Aber Sie sollen wissen, dass er davor einen Deputy auf der Streife begleiten durfte.”

Brians Familie zeigte sich von der Anteilnahme der Polizistin zutiefst gerührt. “Mir fehlen die Worte, um meine große Dankbarkeit gegenüber allen auszudrücken, die an der Reise meines Sohnes beteiligt sind. Hier war die Hand Gottes im Spiel”, schrieb seine Mutter Darlene Mullins auf der Facebook-Seite des Sheriffs von Walton County zu dessen Beitrag über Pendletons Erlebnis. Der Post über die Begegnung des Deputy mit Brian wurde bereits fast 6000 Mal geteilt.

Brians Tochter Peyton richtete eine Facebook-Gruppe über seine Reise ein, die sich zu einem Ort entwickelt hat, an dem sich zahlreiche Menschen über ihre verstorbenen Angehörigen austauschen und gegenseitig Trost spenden können. Ob und wann Brians nächste Station bekannt wird, steht natürlich in den Sternen, doch seine Geschichte geht bereits um die ganze Welt.

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