Nächster Landesfürst rückt von Hörmann ab

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Nächster Landesfürst rückt von Hörmann ab
Nächster Landesfürst rückt von Hörmann ab

In der "Brief-Affäre" beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) um Präsident Alfons Hörmann wächst in den Landesportbünden (LSB) der Druck auf den Verbandschef. Nach der Rücktrittsforderung aus Nordrhein-Westfalen ging Hessens LSB-Präsident Rolf Müller auf maximale Distanz zu Hörmann.

"Mich hat diese Klage nicht verwundert. Es scheint Veränderung nötig", sagte Müller der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Bei aller Zurückhaltung angesichts des anonymen Briefes", erklärte Müller weiter, "muss man die Frage stellen, ob die Persönlichkeitsstruktur der Führung geeignet ist, Menschen respektvoll zu führen. Man darf nicht voreilig, also reflexhaft reagieren. Vielleicht hilft eine Mediation." (KOMMENTAR: Das nächste deutsche Sport-Beben)

Seit Donnerstag sorgt ein anonym versendeter und angeblich aus der DOSB-Belegschaft stammender Offener Brief mit expliziten Vorwürfen gegen Hörmann wegen mangelnder Führungsqualitäten für Aufregung im deutschen Sport. In dem Brief ist von fehlendem Respekt und Fairplay gegenüber Verbandsangestellten die Rede.

Unter Hörmanns Führung hätte sich im DOSB "eine Kultur der Angst" etabliert, hieß es in dem Schreiben. Die DOSB-Spitze stellte sich daraufhin vorerst hinter Hörmann. Der 60-Jährige selbst hat bislang noch nicht inhaltlich auf die Anschuldigungen reagiert.

Moderate Töne aus Bayern

Der LSB NRW untermauerte unterdessen die Forderung seines Präsidenten Stefan Klett nach Hörmanns Demission mit weiteren Details zu den Vorwürfen gegen den DOSB-Boss.

"Schon vor Wochen", bestätigte der NRW-Verband der Sportschau nach einer Präsidiumssitzung vom Freitagabend, "haben Mitarbeitende des DOSB uns gegenüber über Vorgänge berichtet, die sich vollständig und teilweise wortgleich mit dem decken, was im Rahmen eines anonym veröffentlichten offenen Briefes an Vorwürfen gegenüber Herrn Hörmann bekannt geworden ist. Darüber hinaus wurden uns die Vorgänge auch nach Erscheinen des Briefes von Mitarbeitenden des DOSB bestätigt", teilte der LSB mit: "Wir appellieren an die betroffenen Mitarbeitenden, sich an eine neutrale Beschwerdestelle zu wenden."

Moderator klangen die Töne des LSB Bayern. "Bei den behaupteten Vorgängen handelt es sich um rein interne Vorgänge im DOSB, die der DOSB ernst nehmen muss", sagte LSB-Chef Jörg Ammon auf SID-Anfrage. Er habe jedoch Vertrauen in die Gremien, "dass diese Angelegenheit den erforderlichen Raum und die gebührende Zeit zur Aufarbeitung im DOSB findet."

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