Bruce McLaren: Die Geburt eines legendären Formel-1-Teams

Adam Cooper
motorsport.com

Als das McLaren-Team sich 1966 auf den Weg zu seinem ersten Formel-1-Rennen nach Monaco machte, hatte das nicht viel mit der hochprofessionellen Königsklasse zu tun, die wir heute kennen. Das Team reiste damals mit einem simplen Kombi von Ford und einem Anhänger an, auf dem ein weißes Rennauto mit dunklen Streifen auf der Nase zu sehen war.

Das Wochenende selbst wurde zu einem Debakel - für das Teamgründer Bruce McLaren, der damals auch selbst am Steuer saß, und sein Team allerdings wenig konnten. Hauptsächlich lag es am Ford-Motor, dass für das neue Team eigentlich nichts nach Plan lief. Trotz der Pleite war es aber zumindest ein Anfang für McLaren. Er und seine Kollegen hatten eine Basis, auf der man aufbauen konnte.

In der folgenden Woche schrieb McLaren in seiner Kolumne für 'Autosport': "Ich sage euch etwas: Es ist gar nicht so leicht, in der Formel 1 Konstrukteur zu sein (nicht, dass ich das gedacht hätte). Ich erinnere mich daran, dass ich in dieser Kolumne vor einiger Zeit sagte, dass es im Motorsport darum geht, wie viel Technik man mit wie wenig Geld erreichen kann."

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Eine gute Zeit für einen Formel-1-Einstieg

"Nun möchte ich einen dritten Faktor hinzufügen: In wie wenig Zeit!", so McLaren, der gerade einmal 29 Jahre alt war, als er die mutige Entscheidung traf, selbst als Konstrukteur aufzutreten. In der Formel 1 hatte er allerdings bereits einige Erfahrung. Nachdem er 1957 von Neuseeland nach Europa gekommen war, verbrachte er acht Jahre bei Cooper - zunächst als Stellvertreter von Jack Brabham.

Sein Debüt in der Formel 1 gab er 1958, und in den folgenden acht Jahren holte er drei Grand-Prix-Siege und 17 weitere Podestplätze. Seine letzte Cooper-Saison 1965 war allerdings eine Enttäuschung. Das Team schien sich auf dem absteigenden Ast zu befinden, und für McLaren waren neben zahlreichen Ausfällen nur noch ein dritter und drei fünfte Plätze drin.

Das Debüt von McLaren in Monaco endete 1966 nach nur zehn Runden

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Das Debüt von McLaren in Monaco endete 1966 nach nur zehn Runden LAT

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Die Regeln verboten es damals, Öl nachzufüllen. "Eine Ölleitung löste sich vorne in meinem Auto, und die Hälfte des Öls verteilte sich auf der Strecke, die andere Hälfte im Cockpit", schrieb McLaren in seiner Kolumne. "Öl ist auf der Straße schon schlimm genug, aber ich garantiere euch, dass es im Cockpit noch schlimmer ist. Weil es aus dem Motor kam, war es auch ziemlich warm."

"Das Öl lief Bruce in die Schuhe", erinnert sich Ganley und verrät: "Es gab einen Moment, bei dem sein Fuß vom Pedal rutschte. Wir bekamen es wieder hin, aber da lag er schon weit zurück. Bruce hatte Angst, den Motor zu zerstören. Also ging er nicht mehr raus." Am nächsten Tag gab es ein informelles Debriefing auf der Terrasse von McLarens Hotelzimmer. Alle Teammitglieder waren eingeladen.

"Wir bekamen alle die Möglichkeit, zu sprechen", berichtet Ganley und ergänzt: "Jeder Vorschlag wurde berücksichtigt. Auch wenn deine Ideen nicht übernommen wurden, wusstest du, dass deine Stimme gehört wurde. Man war nicht nur ein einfacher Mitarbeiter. Für das Teambuilding war das eine großartige Maßnahme, die ich später in meinem eigenen Business übernommen habe."

1968: Die ersten Siege in der Formel 1

Das Team war vom Ford-Motor so enttäuscht, dass man in Spa, Brands Hatch (wo McLaren Sechster wurde) und Zandvoort einen viel leichteren Serenissima-V8-Motor einsetzte. Der entpuppte sich allerdings als kaum besser. In Watkins Glen und Mexiko-Stadt bekam der überarbeitete Ford-Motor eine zweite Chance, und in den USA wurde McLaren immerhin Fünfter.

Ein zweites Auto für Amon kam nie. So wurde 1966 in der Formel 1 ein verlorenes Jahr für den jungen Piloten. Abseits der Königsklasse konnten er und McLaren in jenem Jahr allerdings einen historischen Sieg für Ford bei den 24 Stunden von Le Mans feiern. In die Saison 1967 startete man mit einem BRM-V8-Motor, und in Monaco wurde McLaren guter Vierter.

1968 in Belgien holte Bruce McLaren den ersten Sieg für sein Team

1968 in Belgien holte Bruce McLaren den ersten Sieg für sein Team <span class="copyright">LAT</span>
1968 in Belgien holte Bruce McLaren den ersten Sieg für sein Team LAT

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In jenem Jahr fuhr er außerdem drei Rennen in Dan Gurneys Eagle, nachdem Richie Ginther

zurückgetreten war. Die Zielflagge sah er dabei allerdings nie. Später ihm Jahr kehrte er mit seinem eigenen Team zurück - jetzt mit BRM-V12-Motor. Die Zuverlässigkeit sorgte allerdings dafür, dass große Erfolge weiterhin ausblieben. Die feierte er stattdessen bei Sportwagenrennen.

Er gewann die 12 Stunden von Sebring mit Mario Andretti und schnappte sich den CanAm-Titel mit zwei Siegen in sechs Rennen. 1968 folgte ein Sieg beim Tasman-Rennen in Teretonga für BRM, und auch in der Formel 1 lief es später endlich. Der Cosworth DFV stand allen zahlenden Kunden zur Verfügung, und der neue M7A war ein konkurrenzfähiges Paket.

In März siegte McLaren beim Race of Champions, und im Juni folgte in Belgien der erste Grand-Prix-Sieg für sein Team. Später im Jahr kamen zwei weitere zweite Plätze in Kanada und Mexiko dazu. In Italien qualifizierte er sich zudem als Zweiter, und Teamkollege Danny Hulme gewann dort und später auch in Kanada. Zudem holte Hulme den CanAm-Titel für McLaren.

Plötzlicher Tod und ein großes Vermächtnis

Der M7C für 1969 war sehr konkurrenzfähig. McLaren selbst gewann zwar kein Rennen, er kam allerdings achtmal in die Top 5 und wurde WM-Dritter. Außerdem holte er sich seinen zweiten CanAm-Titel mit sechs Rennsiegen. Das Team dominierte die Serie, denn die anderen fünf Siege gingen an Hulme, der in jenem Jahr auch in der Formel 1 wieder ein Rennen gewinnen konnte.

1970 war McLaren somit bereits gut etabliert und weitete seine Einsätze in die IndyCar-Serie aus. Bruce McLaren hatte zudem einen Straßenwagen-Prototypen entwickelt, und man hatte das Gefühl, dass unter seiner Führung alles möglich sei. Es gab sogar Gerüchte, er selbst könne in der Formel 1 kürzertreten. Mit dem neuen M14A holte er in Spanien allerdings einen starken zweiten Platz.

Beim folgenden Grand Prix in Monaco schied er aus. Da wusste noch niemand, dass es sein letztes Rennen sein würde. Am 2. Juni reiste er für einen Routinetest nach Goodwood. Zunächst fuhr er das Formel-1-Auto, während die Mechaniker und Cary Taylor einen Shakedown des M8D-CanAm-Chassis absolvierten. Das sollte anschließend für den Saisonstart nach Nordamerika verschifft werden.

McLaren wechselte dann in jenen Boliden, der den Spitznamen "Batmobil" hatte. Er fuhr mehrere Shortruns und nahm in der Box immer wieder kleine Änderungen vor. Kurz vor der geplanten Mittagspause hörten die Mechaniker einen großen Knall und anschließend nur noch Stille. Das Heck hatte sich bei rund 270 km/h gelöst und das orangefarbene Auto war in einen Streckenposten aus Beton geknallt.

Teammitglieder sprangen in ein Auto und fuhren sofort zur Unfallstelle, doch es gab nichts mehr, was man für Bruce McLaren noch tun konnte. Er starb im Alter von 32 Jahren. McLarens Vermächtnis war sein Team, und anschließend war es die Aufgabe seiner Angestellten, die er inspiriert hatte, weiterzumachen und seine Vision umzusetzen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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