Die Basketball-Welt ist geschockt

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Die Basketball-Welt ist geschockt
Die Basketball-Welt ist geschockt

"Die australischen Boomers haben die Basketball-Welt geschockt." So titelte die australische Zeitung The Age ihren Bericht zum 91:83-Testspielsieg der eigenen Basketball-Nationalmannschaft gegen die USA.

Zwar sind die Boomers um die NBA-Stars Patty Mills und Joe Ingles bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) ein Medaillenkandidat, dass sie den US-Stars die zweite Pleite in Folge verpassten, ist allerdings dennoch aufsehenerregend.

Denn die Basketball-Großmacht hatte seit 1992, als erstmals NBA-Profis für das Land antreten durften, bis zum Wochenende von 56 Freundschaftsspielen nur zwei verloren. Nun kassierten die US-Amerikaner in nur drei Tagen ebenso viele Testpleiten wie in zuvor 29 Jahren.

"Diese Spiele zählen nicht. Im Moment ist das die einzige rettende Gnade für die USA", schrieb Tim Reynolds für die Associated Press.

Nigeria schockt die USA

Denn bereits am Sonntag hatten sie völlig überraschend gegen Nigeria verloren - das Land, das die US-Stars bei den Olympischen Spielen 2012 in London noch mit 156:73 abgefertigt hatten. Der letzte Vergleich vor fünf Jahren ging mit 43 Punkten Vorsprung an die USA. Nun setzte es die erste Niederlage gegen ein afrikanisches Team überhaupt.

Die Afrikaner begrüßten Australien - beide Gruppengegner der deutschen Mannschaft bei den Spielen in Tokio - am Dienstag auf Twitter mit einem ikonischen Jubel-GIF des langjährigen College-Coaches Roy Williams im Klub der USA-Bezwinger. Eine kleine Demütigung für den Gold-Favoriten.

"Das Team USA kassiert von seinen Konkurrenten nach einem Testspiel ein Meme. Verdientermaßen! Wir haben seit dem 'Redeem Team' (US-Team 2008, Anm. d. Red.) unbarmherzig scheiße geredet", schrieb der Journalist Rob Perez daraufhin.

In den sozialen Medien gab es ohnehin reichlich Häme, auch weitere Reaktionen hatten es in sich. Die Fans in Las Vegas, wo das Spiel stattfand, verabschiedeten ihre Stars Berichten zufolge mit Buhrufen.

Popovich zofft sich mit Reporter

Und Coach Gregg Popovich, der normalerweise bei den San Antonio Spurs in der NBA an der Seitenlinie steht, zeigte sich trotz des erneuten Rückschlags zwar optimistisch, aber auch dünnhäutig.

Joe Varden von The Athletic hatte Popovich und Topscorer Damian Lillard (22 Punkte), der ebenfalls an der Medienrunde teilnahm, mit den teilweise hohen Siegen konfrontiert, die die Vorgänger-Teams der USA bei großen Basketball-Turnieren eingefahren hatten.

Popovich sah sich bei seiner Antwort darauf ständig unterbrochen und forderte den Journalisten zur Zurückhaltung auf. "Lassen Sie mich bitte mein Statement zu Ende führen", sagte er mehrmals.

"Sie haben gesagt, diese Teams wurden weggefegt. Aber das stimmt nicht. Ich weiß nicht, wo Sie das herhaben", wies er den Reporter zurecht. Als dieser immer weiter redete, platzte dem Trainer der Kragen: "Sie sind jetzt ruhig, wenn ich rede."

Basketball-Welt verliert die Angst

Der Nimbus der unbesiegbaren Supermacht ist ohnehin schon längst Geschichte. Nimmt man die blamable WM 2019 hinzu, die mit Platz sieben historisch schlecht lief, haben die USA vier der vergangenen fünf Spiele verloren.

"Ich glaube nicht, dass irgendjemand Angst vor ihnen hat", sagte die australische Basketballlegende Andrew Gaze (zweitbester Scorer der Geschichte bei Olympia, drittbester bei WMs): "Diese Aura hat sich irgendwie abgenutzt."

Auch Australien-Star Joe Ingles, in der NBA für die Utah Jazz aktiv, erklärte selbstbewusst: "Das soll nicht respektlos klingen, die USA sind ein großartiges Team. Aber wir haben erwartet, dass wir gewinnen – und das haben wir getan."

Es war erst der zweite Sieg der Boomers gegen die USA überhaupt – 2019 gelang vor der WM erstmals die Überraschung.

US-Kader voller Superstars

Doch warum sind die US-Stars plötzlich so angreifbar? Der aktuelle Kader ist, anders als bei der WM 2019, gespickt mit Superstars.

Mit Kevin Durant ist einer der besten fünf Spieler des Planeten am Start, Damian Lillard, Jayson Tatum und Bradley Beal lassen sich ebenfalls zu den Top 15 zählen.

"Diese anderen Teams, diese anderen Länder werden einfach immer besser. Diese Spieler werden besser, sie werden selbstbewusster und sie wollen uns auch unbedingt schlagen", erklärte Lillard: "Das merkt man definitiv, wenn man auf dem Platz steht."

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USA nicht eingespielt

Doch reicht das schon, um den (individuellen) Qualitätsunterschied wettzumachen? Ein Nachteil war auch gegen Australien augenscheinlich: Die fehlende Eingespieltheit.

"Diese Teams sind erfahren", sagte Lillard. "Sie haben eine Menge Zeit miteinander verbracht. Wir arbeiten immer noch daran, ein Team zu werden."

Während der Kern der Australier seit Jahren zusammenspielt, wird der US-Kader immer wieder neu zusammengewürfelt. Bei Olympia werden nur zwei Akteure des WM-Debakels mit von der Partie sein.

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"Nach einer kurzen Zeit zusammen gibt es eine Menge Dinge, die wir angehen müssen", meinte Popovich, der als US-Headcoach bereits seine fünfte Pleite im 14. Spiel kassierte.

Am Ende der Partie seien zudem die Müdigkeit und der fehlende Rhythmus erkennbar gewesen: "Wir werden aus dem Spiel lernen." Bis zum Olympia-Auftakt gegen den WM-Dritten Frankreich am 25. Juli testen die USA noch gegen Argentinien, wieder gegen die Australier und treffen dann zur Generalprobe auf Spanien.

USA weiter Goldfavorit

Den Status als Goldfavorit verlieren die USA, die in der Gruppe A neben Frankreich auf Iran und Tschechien treffen, trotz der bisher sieglosen Vorbereitung nicht.

Zumal noch drei Spieler hinzukommen, die wegen der parallel laufenden Finalserie in der NBA noch fehlen: Devin Booker von den Phoenix Suns, Jrue Holliday und Khris Middleton von den Milwaukee Bucks.

Den Spitznamen "Dream Team", den sich die legendäre Auswahl 1992 einst verdiente und der seitdem den US-Mannschaften immer wieder angeheftet wird, müssen sich Durant & Co. aber erst einmal verdienen.

Nicht, dass am Ende wieder über ein "Nightmare Team" geschrieben wird, wie 2004, als es für den Favoriten zum bisher ersten und einzigen Mal seit 1992 bei Olympia nicht zu Gold gereicht hatte.

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