Bundesliga: Abstiegskampf-Check: Wer kann sich rechtzeitig retten?

In der Bundesliga spitzt sich sechs Spieltage vor dem Saisonende die Lage im Tabellenkeller zu. Während Darmstadt nur noch ein Wunder hilft und der HSV vorerst gerettet scheint, ist der Abstiegskampf zwischen dem FC Ingolstadt, dem FC Augsburg, dem FSV Mainz 05 und dem VfL Wolfsburg in vollem Gange. Wer kann sich rechtzeitig retten? Wer steigt ab? Der SPOX Abstiegs-Check.

In der Bundesliga spitzt sich sechs Spieltage vor dem Saisonende die Lage im Tabellenkeller zu. Während Darmstadt nur noch ein Wunder hilft und der HSV vorerst gerettet scheint, ist der Abstiegskampf zwischen dem FC Ingolstadt, dem FC Augsburg, dem FSV Mainz 05 und dem VfL Wolfsburg in vollem Gange. Wer kann sich rechtzeitig retten? Wer steigt ab? Der SPOX Abstiegs-Check.

Seite 1: SV Darmstadt und FC Ingolstadt

Platz 18: SV Darmstadt, 19:56 Tore, 15 Punkte

Aktuelle Form: N-N-N-N-S

Restprogramm: FC Schalke 04 (H), Hamburger SV (A), SC Freiburg (H), FC Bayern (A), Hertha BSC (H), Borussia Mönchengladbach (A)

Was spricht dafür? Nichts.

Was spricht dagegen? Die Lilien müssten in sechs Spielen 14 Zähler aufholen, haben in den bisherigen 28 Partien aber nur 15 Punkte geholt. Eine schier aussichtslose Ausgangslage. Die sportliche Führung hat sich bereits mit dem Abstieg abgefunden. Nun hat die Pleite gegen den Vorletzten Ingolstadt wohl auch die Träume des größten Optimisten endgültig platzen lassen.

Prognose: Darmstadt steht bis zum 30. Spieltag als Absteiger fest und muss sang- und klanglos den Gang in die 2. Liga antreten. Nächstes Jahr heißen die Gegner statt Bayern München und Borussia Dortmund wieder SV Sandhausen und Würzburger Kickers.

Wer steigt ab? Hier könnt ihr die Tabelle durchplanen

Platz 17: FC Ingolstadt, 31:47 Tore, 28 Punkte

Aktuelle Form: S-S-S-N-U

Restprogramm: VfL Wolfsburg (A), Werder Bremen (H), RB Leipzig (A), Bayer Leverkusen (H), SC Freiburg (A), FC Schalke 04

Was spricht dafür? Die englische Woche. Acht Punkte Rückstand auf den Relegationsrang hatte der FCI noch vor drei Spieltagen. Sämtliche Experten und Pessimisten nickten sich eifrig zu und schlussfolgerten: Ingolstadt steht als zweiter Absteiger neben Darmstadt fest. Doch die goldene englische Woche stellte alles wieder auf den Kopf. Nach drei Siegen aus drei Spielen ist das Walpurgis-Team nur noch ein Pünktchen vom rettenden Ufer entfernt. Ingolstadt hat das mystische Momentum auf seiner Seite. Mit dem 9-Punkte-Boost ist den Ingolstädtern somit auch ein Sieg gegen Wolfsburg zuzutrauen.

Was spricht dagegen? Der Kader. Von allen Teams im Abstiegskampf hat Ingolstadt neben Darmstadt wohl den schwächsten Kader. Euphorie schön und gut, doch diese könnte mit einer Pleite gegen Wolfsburg am nächsten Spieltag schon wieder dahin sein. Zudem darf man nicht vergessen, dass der FCI die neun Punkte gegen die vermutlich formschwächsten Teams in der Liga (Mainz, Augsburg, Darmstadt) holte.

Prognose: Viel wird vom Spiel gegen Wolfsburg abhängen. Können die Schanzer die Euphorie konservieren, ist der Klassenerhalt realistisch.

Seite 2: FC Augsburg und 1. FSV Mainz 05

Platz 16: FC Augsburg, 26:45 Tore, 29 Punkte

Aktuelle Form: N-N-N-U-N

Restprogramm: 1. FC Köln (H), Eintracht Frankfurt (A), Hamburger SV (H), Borussia Mönchengladbach (A), Borussia Dortmund (H), TSG Hoffenheim (A)

Was spricht dafür? Beim FCA verfällt man trotz des Negativlaufs nicht in Panik oder blinden Aktionismus. Die Verantwortlichen um Baum und Reuter bleiben ruhig, schließlich war das Ziel Klassenerhalt von Saisonbeginn an so ausgegeben. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten hat der FCA einen reichen Erfahrungsschatz in Sachen Abstiegskampf. Verhaegh, Baier und Co. haben diese Situation schon miterlebt und vor allem auch gemeistert.

Was spricht dagegen? Nur zwei Pünktchen holte der FCA aus den vergangenen sechs Spielen, in der englischen Woche zuletzt keinen einzigen. Die Mannschaft ist in einer Form- und Ergebniskrise. Das liegt vor allem auch an der Offensive. Die Fuggerstädter sind schlicht und einfach zu harmlos. Bezeichnenderweise ist Linksverteidiger Konstantinos Stafylidis mit nur vier Toren zusammen mit Halil Altintop bester FCA-Torschütze. Hinzu kommt das knallharte Restprogramm: Fünf der verbleibenden sechs Gegner kämpfen noch um internationale Plätze.

Prognose: Wenn der FCA den Negativlauf nicht stoppen kann, droht sogar der direkte Abstieg, da Ingolstadt auf dem Vormarsch ist. Die Augsburger haben mit dem HSV nur noch ein Duell gegen einen direkten Konkurrenten. Für Augsburg wäre der Relegationsrang wohl das höchste der Gefühle.

Platz 15: 1. FSV Mainz 05, 36:47 Tore, 29 Punkte

Aktuelle Form: N-N-N-N-N

Restprogramm: Hertha BSC (H), FC Bayern (A), Borussia Mönchengladbach (H), Hamburger SV (A), Eintracht Frankfurt (H), 1. FC Köln (A)

Was spricht dafür? Große Teile des Restprogramms lassen auf jeden Fall Hoffnung aufkeimen: Außer gegen die übermächtigen Bayern dürfen sich die Mainzer gegen jeden kommenden Kontrahenten realistische Chancen ausrechnen. Der nächste Gegner Hertha BSC strauchelte vor dem Sieg gegen Augsburg heftig. Betrachtet man die direkte Konkurrenz aus Augsburg, Ingolstadt und Darmstadt, haben die 05er von den akut abstiegsgefährdeten Teams sicherlich die größte Qualität in den eigenen Reihen.

Was spricht dagegen? Die absolut verheerende Verfassung in den letzten Spielen, in denen die Mainzer eine vermeintlich komfortable Ausgangsposition komplett aus der Hand gegeben haben. Seit sechs Partien wartet das Team von Martin Schmidt auf einen Dreier, die letzten fünf Spiele gingen alle in die Hose. Hinzu kommt, dass die Mainzer zumindest gegen die Hertha nicht aus dem Vollen schöpfen können: Neben dem verletzten Gaetan Bussmann fehlen die gesperrten Jairo Samperio und Jean-Philippe Gbamin. Auch die anhaltenden Gerüchte um Schmidt dürften der Mannschaft nicht gerade Sicherheit einimpfen.

Prognose: Es wird ein heißer Kampf um den Relegationsplatz und die Mainzer werden bis zum Ende mitmischen.

Seite 3: VfL Wolfsburg und Hamburger SV

Platz 14: VfL Wolfsburg, 36:47 Tore, 30 Punkte

Aktuelle Form: N-N-U-S-S

Restprogramm: FC Ingolstadt (H), Hertha BSC (A), FC Bayern (H), Eintracht Frankfurt (A), Borussia Mönchengladbach (H), Hamburger SV (A)

Was spricht dafür? Mario Gomez. Seit Andries Jonker an der Seitenlinie die Verantwortung hat, netzt Gomez beinahe nach Belieben. Starke sieben Buden erzielte er seit Ende Februar - in sechs Spielen. Wenn er seine Kaltschnäuzigkeit im Endspurt konservieren kann, dürfte er seinem Team noch einige Zähler bescheren. Überhaupt ist die Qualität im Kader hoch und außer gegen Bayern ist gegen jeden verbleibenden Gegner ein Sieg absolut realistisch.

Was spricht dagegen? Die anfängliche Euphorie, die nach der Verpflichtung Jonkers in Wolfsburg herrschte, scheint dahin. Die Wölfe warten seit drei Spielen auf einen Sieg, besonders das desolate Auftreten gegen Schalke 04 dürfte für große Ernüchterung gesorgt haben. Zumal mit Jeffrey Bruma, Ricardo Rodriguez und Ashkan Dejagah gleich drei wichtige Akteure vorerst verletzt fehlen. Überhaupt ist der Kader nicht unbedingt im Abstiegskampf erprobt.

Prognose: Wolfsburg muss sich noch ein paar Spieltage mit dem Abstiegskampf beschäftigen, kann sich aber rechtzeitig retten.

Platz 13: Hamburger SV, 28:51 Tore, 33 Punkte

Aktuelle Form: S-N-S-U-S

Restprogramm: Werder Bremen (A), SV Darmstadt (H), FC Augsburg (A), 1. FSV Mainz 05 (H), FC Schalke 04 (A), VfL Wolfsburg (H)

Was spricht dafür? Die Tabellenkonstellation. Mit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz haben die Hamburger die komfortabelste Ausgangslage aller genannten Teams. Der Bundesliga-Dino, der erst am 13. Spieltag (!) seinen ersten Saisonsieg feiern konnte, legt außerdem eine mehr als ordentliche Rückrunde hin. Auch in den vergangenen Wochen ist der HSV in ansehnlicher Verfassung: In den letzten zehn Partien wurden die Hamburger, die den Abstiegskampf aus der jüngsten Geschichte bestens kennen, nur von den Leuchttürme Borussia Dortmund und FC Bayern ausgebremst. Weiterer Pluspunkt: Der HSV hat das wohl einfachste Programm der Abstiegskandidaten vor der Brust.

Was spricht dagegen? Es gibt kaum einen Verein in Deutschland, an dem die Medien so schnell für Unruhe sorgen können. Dazu könnte auch schon eine enttäuschende Leistung im Nordderby reichen. Und auch wenn sich die Hamburger - verglichen mit dem Saisonstart - zuletzt in deutlich verbesserter Form gezeigt haben, kann das Team in jedem Spiel einen empfindlichen Rückschlag kassieren.

Prognose: Der HSV wird in den direkten Duellen genug Punkte sammeln, um den Nichtabstieg zu schaffen.

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