Bundesliga: Nach Anschlag: Stadionbetreiber diskutieren über Körperscanner

Nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund wird bei den deutschen Stadionbetreibern über den Einsatz von Ganzkörperscannern nachgedacht.

Nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund wird bei den deutschen Stadionbetreibern über den Einsatz von Ganzkörperscannern nachgedacht.

"Ich persönlich glaube, dass wir in Zukunft an den Eingängen deutscher Stadien Ganzkörperscanner haben werden", sagte Joachim E. Thomas als Vorstandsvorsitzender der Vereinigung deutscher Stadionbetreiber der Welt am Sonntag. Die Stadionbetreiber hätten sich schon mit dem Thema befasst.

Sebastian Fiedler, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), schloss erhöhte Sicherheitsmaßnahmen nicht grundsätzlich aus. "Vieles wäre denkbar", sagte Fiedler, schränkte jedoch ein: "Aber müssten wir eine solche Diskussion nicht auch auf Volksfeste, Weihnachtsmärkte, Schützenfeste und vieles andere ausweiten?"

Der künftige FIFA-Sicherheitschef Helmut Spahn warnte indes vor Aktionismus. "Die Klubs benötigen weder gepanzerte Fahrzeuge noch eine Abschottung von den Fans", sagte der 56-Jährige. Durch solche Maßnahmen würden nur die Terroristen gewinnen: "Die Rufe nach immer mehr Polizei und mehr Sicherheitspersonal bringen uns nicht weiter."

Polizei mit zu wenig Personal?

Erich Rettinghaus von der Deutschen Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen bewertete die Akzeptanz für den Einsatz von Körperscannern als "derzeit nicht sehr hoch."

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Arnold Plickert als Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW sieht die eigenen Kräfte derweil am Limit angekommen: "Jedes Wochenende stehen in NRW 1500 Kollegen der Bereitschaftspolizei für Einsätze beim Fußball und anderen Großlagen wie Demonstrationen zur Verfügung. Das reicht heute schon nicht aus, da die Kollegen Tausende von Überstunden pro Jahr machen."

Die Polizei sei personell nicht in der Lage, nächtelang das Umfeld eines Mannschaftshotels zu überwachen. "Wenn Vereine das möchten, müssen sie selbst zusätzliche Sicherheitskräfte vorhalten", sagte Plickert.

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