Bundesliga: Bürki fordert: Keine Sonderrechte für Sancho

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BVB-Torhüter fordert im Umgang mit Jadon Sancho klare Regeln und den Verzicht auf Sonderrechte. Erling Haaland hat erklärt, was der Borussia noch zur Meisterschaft fehlt. Außerdem holt der BVB bei der möglichen Gründung einer Frauen-Mannschaft die Fans mit ins Boot. Alle News und Gerüchte zu Borussia Dortmund gibt es hier.

BVB-Keeper Bürki: "Sancho sollte keine Sonderrechte haben"

BVB-Keeper Roman Bürki (29) hat im Umgang mit Youngster Jadon Sancho klare Regeln eingefordert: "Er sollte keine Sonderrechte haben. Spieler in seinem Alter lernen das nur, wenn wir ihnen gemeinsam Grenzen aufzeigen. Man kann nicht immer sagen: 'Er ist noch jung, er ist noch jung...' Der Lerneffekt muss irgendwann eintreten", sagte der Schweizer im Bild-Interview.

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Es gebe "in einer Mannschaft Regeln. Und wer sich nicht daran hält, der wird sportlich bestraft. Das tut Spielern übrigens deutlich mehr weh, als wenn man ihnen eine Geldstrafe aufbrummt", ergänzte er. In seiner Zeit beim BVB wurde der Engländer unter anderem durch mehrere Verspätungen oder verlängerten Urlaub auffällig, wofür er aus dem Kader gestrichen wurde.

Auch die überschwängliche Berichterstattung macht Bürki für Sanchos Verhalten verantwortlich. "Ständig wird in den Zeitungen über Super-Sancho geschrieben, so wird es schwierig ihm verständlich zu machen, dass er etwas ändern muss. Er wird mit 18 oder 19 schon so gelobt, als wäre er bereits einer der besten Spieler der Welt. Aber das ist ein langer Weg."

Sancho sei ein "spezielle Charakter und guter Typ", der "vielleicht auch deswegen auf dem Rasen so unbekümmert" ist, "weil er vieles easy und locker sieht". Sein Abgang im Sommer wäre "natürlich ein großer Verlust", aber: "Falls es leider doch passieren sollte, hätten wir viele gute, junge Spieler, wie Mateu Morey, Tobias Raschl oder Gio Reyna, die in seine Fußstapfen treten könnten."

Bürki: Favre nicht ständig mit Klopp vergleichen

Nach der blamablen Leistung beim Saisonabschluss gegen Hoffenheim fordert Bürki mit Blick auf die kommende Saison, dass jeder seine eigene Einstellung überdenke: "Diese Winner-Mentalität alles und immer gewinnen zu wollen, kommt von innen heraus. Wir sollten uns in der Vorbereitung noch ein wenig damit beschäftigen. Und darüber nachdenken, was man ändern muss."

Kein Verständnis hat er hingegen für die Kritik an Trainer Lucien Favre: "Ich kann nicht nachvollziehen, wie man einen Trainer in Frage stellen kann, der den Vereins-Punkterekord pro Spiel aufstellt." Auch Vergleiche mit Vorgänger Jürgen Klopp, dessen Emotionalität viele bei Favre vermissen, verbieten sich: "Er ist schon lange nicht mehr Dortmund-Trainer, sondern in Liverpool und hat gerade die Premiere League gewonnen. Das ist nicht fair!"

Haaland: Das fehlt dem BVB zur Meisterschaft

Erling Haaland (19) hat sich seinem Teamkollegen Bürki angeschlossen und die fehlende "Gewinner-Mentalität" beim BVB bemängelt. "Das ist das, was Bayern mehr hat als wir. Über eine Saison sind das dann die kleinen Dinge, die eben fehlen, um ganz oben zu stehen. Daran müssen wir arbeiten", sagte er der Sport Bild.

Um den Rückstand auf den FC Bayern in der kommenden Saison zu verkleinern, benötige es "diesen großen Willen, jedes Spiel zu gewinnen." Details seien auf dem absoluten Top-Niveaus entscheidend. Auf Dauer will sich der Norweger nicht mit der Verfolgerrolle zufriedengeben: "Mit dem zweiten Platz bin ich nicht wirklich glücklich."

Nach seinem Wechsel von Salzburg nach Dortmund im Winter erzielte der 19-Jährige bereits 16 Tore, seine Entscheidung für den BVB hat er nicht bereut: "Der BVB ist ein großer Klub, der das Potenzial hat, Titel zu gewinnen. Da will ich dabei sein und meinen Teil zu Erfolgen beisteuern. Unsere Fans verdienen das."

BVB befragt Fans wegen Frauen-Team

Der BVB denkt darüber nach, zukünftig auch im Frauen-Fußball vertreten zu sein. Dies berichtet die Sport Bild. Demnach habe sich der Verein in einer Umfrage an seine Mitglieder, Fanklubs sowie Frauen-Klubs der Region gewandt, um ein erstes Stimmungsbild einzuholen. "Wie stark würden Sie sich für Frauenfußball interessieren, wenn der BVB eine eigene Mannschaft hätte", lautete eine der Fragen der Umfrage, die bis zum 9. Juli läuft.

"Durch die Umfrage möchten wir ein breites Meinungsspektrum erfassen. Wir sind der Überzeugung, dass uns dieser Austausch in unseren Überlegungen helfen wird", sagte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer, der "nicht gegen die Interessen der vielen Vereine im Dortmunder Raum handeln" will.

Während sich viele Spielerinnen bereits seit langem ein höheres Engagement des BVB im Frauen-Fußball wünschen, herrscht allerdings außerdem die Befürchtung, die Borussia könne die Konkurrenz im Ruhrgebiet aufgrund der finanziellen Überlegenheit schwächen, indem die größten Talente abgeworben werden.

Es gibt mehrere Modelle, wie der Einstieg des BVB in den Frauen-Fußball erfolgen könnte. Neben der Kooperation mit einem anderen Klub wäre außerdem der Aufbau einer eigenen Mannschaft oder der Erwerb der Lizenz eines anderen Teams möglich. Eine Neugründung sieht eigentlich den Start in der Kreisliga vor. Nach Sport-Bild-Infos könnte der Verband jedoch im Ausnahmefall maximal einer Eingliederung bis zur viertklassigen Westfalenliga zustimmen.

BVB: Die besten Torschützen der Saison 2019/20

Platz

Name

Tore

1

Jadon Sancho

20

2

Erling Haaland

16

3

Marco Reus

12

4

Achraf Hakimi

9

5

Raphael Guerreiro

8

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