Bundesliga: BVB schlägt FCI: Dreckiger Dreier zum Mitnehmen, bitte!

Borussia Dortmund hat den FC Ingolstadt trotz einer der schwächsten Saisonleistungen mit 1:0 (1:0) geschlagen . Der Auftritt zeigt die derzeitige Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselspielern. In dieser Saisonphase nimmt der BVB den dreckigen Dreier jedoch gerne mit.

Borussia Dortmund hat den FC Ingolstadt trotz einer der schwächsten Saisonleistungen mit 1:0 (1:0) geschlagen. Der Auftritt zeigt die derzeitige Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselspielern. In dieser Saisonphase nimmt der BVB den dreckigen Dreier jedoch gerne mit.

Mit dem Abpfiff macht sich pure Erleichterung breit. Die Blicke der Dortmunder Spieler sagen alles aus. Fast schon peinlich berührt wirkt das Grinsen. Doch das ist noch lange kein Grund, nicht zu feiern. Die Mannschaft geht vor die Gelbe Wand und tanzt mit den Fans.

Soeben hat der BVB einen 1:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt eingefahren. Ein Sieg der Kategorie "schmeichelhaft". Ein Sieg der Kategorie "dreckig".

Thomas Tuchel formulierte das Gefühl hinterher: "Dass wir das Ergebnis haben, fühlt sich super an, auch wenn wir offensichtlich nicht unser bestes Spiel gemacht haben."

Erst Blitzstart, dann mehr Krampf als Gala

Tatsächlich war der Auftritt am Freitagabend gegen die Schanzer keine Sternstunde.

Dabei hatte Pierre-Emerick Aubameyang die Hausherren in der 14. Minute nach einem Bilderbuch-Spielzug in Führung gebracht und die Rolle des BVB als Blitzstarter der Liga unterstrichen. Bereits zum zwölften Mal traf die Tuchel-Elf in der ersten Viertelstunde - mit Abstand Bestwert in der Liga.

Was folgte, war jedoch mehr Krampf als Gala. "Man hat gemerkt, dass wir mental und körperlich sehr müde waren. Das ist sicherlich den anstrengenden letzten Wochen geschuldet", analysierte Gonzalo Castro.

Dortmund vermisst Weigl und Dembele

Die Dortmunder vermissten in ihrer Spielanlage zwei zentrale Schlüsselspieler.

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Einerseits fehlte die Passsicherheit von Julian Weigl. In seiner Abwesenheit schafften es Castro und Raphael Guerreiro zu keiner Zeit, das Spiel zu strukturieren und geordnet nach vorne zu tragen. Am Ende standen die Dortmunder bei einer Passquote von 68,7 Prozent - der zweitschwächste Wert, seitdem Tuchel Trainer ist (nur beim 1:0-Sieg gegen RB Leipzig am 19. Spieltag war der Wert schwächer). Kein Wunder, dass das Spiel durch Weigls Einwechslung nach einer knappen Stunde etwas mehr Struktur bekam und sich Ingolstadt fortan deutlich weniger Torchancen eröffneten.

Neben Weigl schmerzte den BVB auch das Fehlen des gelbgesperrten Ousmane Dembele. In den letzten Wochen war beinahe jede gefährliche Aktion über den schnellen Franzosen gelaufen. Sowohl seine Explosivität als auch die Ideen hätten dem Spiel gut getan.

Ingolstadt stark, aber ineffizient

Allerdings war der Spielverlauf nicht nur dem Auftritt des BVB geschuldet, der nicht am Leistungsmaximum kratzte: "Ingolstadt hat das sehr gut gemacht", betonte Keeper Roman Bürki: "Sie waren sehr fleißig in der Laufarbeit, haben uns vorne zugestellt, waren physisch enorm stark und haben viele zweite Bälle gewonnen. Deshalb haben wir es sehr schwer gehabt, überhaupt ins Spiel zu kommen."

Der Auftritt der Schanzer war auf tragische Weise typisch für ihre Leistungen gegen große Teams. In beiden Spielen gegen die Bayern waren sie nah am Punktgewinn, im Hinspiel gegen den BVB führten sie zwischenzeitlich sogar 3:1 und gewannen doch nicht.

Auch am Freitag zogen sie dem BVB mit ihrem hohen Pressing und der starken Physis über weite Strecken den Zahn, standen am Ende bei 14:10 Torschüssen (nur die Bayern schossen in dieser Saison in Dortmund häufiger) - doch erneut scheiterten sie an ihrer fehlenden Effizienz.

Dreier mitnehmen, Mund abputzen, weitermachen

Unter dem Strich steht aus Sicht des BVB: Dreier mitnehmen, Mund abputzen, weitermachen. Allzu häufig hatten die Schwarzgelben in den vergangenen beiden Jahren nach klarer Überlegenheit nicht gewonnen.

Vor dem Hintergrund der Dreifachbelastung, Verletzungen und Sperren nimmt die Borussia auch einen schmeichelhaften Dreier gerne mit. Die Eigenschaft, trotz durchwachsener Leistung Punkte mitzunehmen, hielt im Herbst etwa auch die Bayern an der Tabellenspitze. Das Einpacken der dreckigen Punkte ist aus Sicht der jungen Dortmunder Mannschaft ein weiterer Schritt in Richtung Spitzenmannschaft und ein Signal an die Konkurrenz, die am Wochenende erst einmal nachlegen muss.

Das sieht auch Tuchel so: "Wenn du am Ende trotzdem zu Null gewinnst, wird sich dieses Ergebnis morgen großartig anfühlen. Deshalb bin ich hier Trainer geworden, weil ich eine Mannschaft habe, die trotz der hohen Belastung dann so ein Spiel doch gewinnt."

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