Bundesliga: Fünf Trainer unter Druck

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Bundesliga: Fünf Trainer unter Druck
Bundesliga: Fünf Trainer unter Druck

Mehrere Mannschaften sind in der bisherigen Bundesliga-Saison mehr oder weniger unter ihren Erwartungen geblieben. Fünf Trainer stehen vor dem 20. Spieltag unter Druck:

MARCO ROSE (Borussia Dortmund/Tabellenplatz 2): Der Freitag war für Marco Rose mal wieder Murmeltiertag. In ganz regelmäßigen Abständen sitzt er da auf dem Podium und muss zu erklären versuchen, warum seine Mannschaft nach starken bis exzellenten Leistungen Totalausfälle produziert. "Unsere Aufgabe ist, es als Mannschaft zu schaffen, diese Klischees nicht ständig zu bedienen", forderte er. "Die Abstände größer werden zu lassen, in denen wir unsere Fans enttäuschen."

Die Achterbahn rast. 0:2 lag die Borussia bei Eintracht Frankfurt zurück, die Verrisse waren bereits fertig. Dann drehte sie das Spiel mit äußerster Leidenschaft in ein 3:2, fegte anschließend den SC Freiburg mit 5:1 hinfort - und scheiterte im Pokal blamabel beim Zweitligisten St. Pauli (1:2). Die Suche nach der Konstanz ist ein Running Gag.

ADI HÜTTER (Borussia Mönchengladbach/Tabellenplatz 12): Adi Hütter befindet sich im Krisenmodus. Nach sechs Niederlagen in den vergangenen acht Spielen einschließlich der Pokal-Blamage beim Zweitligisten Hannover 96 sieht der Österreicher "die schwierigste Situation in meiner 13-jährigen Tätigkeit".

Angst um seinen Job vor dem schweren Spiel gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr/Sky) hat er aber nicht. "Ich spüre sehr viel Vertrauen innerhalb des Vereins", betonte der 51-Jährige. Hütter weiß aber auch, "dass wir so schnell wie möglich aus dieser Situation rauskommen müssen". Max Eberl konnte Fragen nach Hütters Zukunft am Freitag nicht beantworten: Der Sportdirektor fehlte auf der Pressekonferenz wie schon beim Spiel in Hannover (0:3) erkrankt.

TAYFUN KORKUT (Hertha BSC/Tabellenplatz 13): Nein, der erst Ende November verpflichtete Trainer muss seine schnelle Entlassung noch nicht fürchten. Aber die zarte Euphorie nach dem Sieg zum Hinrunden-Abschluss gegen Borussia Dortmund ist schon wieder verflogen. Vor allem die Pokal-Pleite im Derby gegen Union Berlin trifft Hertha schwer - und nun droht gegen Bayern München der nächste Rückschlag.

Korkut kann sich der Rückendeckung durch Geschäftsführer Fredi Bobic, der ihn völlig überraschend als Nachfolger von Pal Dardai aus dem Hut gezaubert hatte, sicher sein. Doch die Zweifel der Fans wachsen mit jeder Niederlage. Spätestens nach dem Bayern-Spiel muss auch Korkut liefern.

FLORIAN KOHFELDT (VfL Wolfsburg/Tabellenplatz 14): Der ambitionierte Coach hängt in einer Zeitschleife fest. Wie schon im vergangenen Jahr bei Werder Bremen ist Florian Kohfeldt in einen negativen Strudel geraten, mittlerweile hat er zehn Spiele als Trainer der Niedersachsen nicht gewonnen. "Ich zweifele nicht an mir selbst, aber ich hinterfrage mich", sagt der 39-Jährige über seine Situation.

Bei den Hanseaten mündete die sportliche Talfahrt in den ersten Abstieg seit 41 Jahren, Kohfeldt wurde (zu) spät nach dem vorletzten Saisonspiel beurlaubt. Soviel Geduld wird man am Mittellandkanal nicht für ihn aufbringen.

PELLEGRINO MATARAZZO (VfB Stuttgart/Tabellenplatz 17): Noch sind die Verantwortlichen beim VfB um Vorstandschef Thomas Hitzlsperger um Gelassenheit bemüht. Auch Trainer Pellegrino Matarazzo will vor dem Derby beim SC Freiburg trotz der prekären Situation "keine Unruhe um mich und die Mannschaft" erkannt haben. Es gebe aber, räumte er ein, "die ein, zwei Prozent Verunsicherung, gegen die man arbeitet". Dennoch: "Ich spüre, dass alle mitziehen wollen".

Nachhaltig stört den VfB-Coach jedoch, "dass wir die Tore nicht machen. Es gibt Spieler, die machen im Training acht von zehn Versuchen ? aber im Spiel nicht. Das nervt mich extrem."

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