Bundesliga: "War nicht mehr drin": Fortuna zittert weiter

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Uwe Rösler ging sofort in die Analyse mit seinen Co-Trainern, seine Spieler standen etwas unschlüssig auf dem Rasen herum. Nach dem 1:1 (1:1) gegen den FC Augsburg geht der Krimi im Abstiegskampf der Bundesliga weiter, Fortuna Düsseldorf liegt dabei klar auf Relegationskurs.

Die Rheinländer gehen als 16. mit zwei Punkten und vier Toren Vorsprung auf Werder Bremen in den letzten Spieltag (bei Union Berlin), mehr als die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga können sie aber nicht mehr erreichen.

"Heute war nicht mehr drin, so ungern ich das sage. Wir haben es weiter selbst in der Hand, das ist das Wichtigste", sagte Abwehrchef Kaan Ayhan bei Sky. Düsseldorf gastiert am nächsten Samstag bei Union Berlin, Bremen empfängt den 1. FC Köln. "Mit dem 1:1 müssen wir zufrieden sein. Die letzte Frische hat gefehlt. Wir müssen jetzt bei Union Berlin den Rest für die Relegation erledigen", sagte Sportvorstand Uwe Klein.

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Nach dem FCA-Führungstreffer durch Florian Niederlechner (10.) und dem Ausgleich durch das 15. Saisontor von Rouwen Hennings (25.) ist die Mannschaft von Coach Heiko Herrlich hingegen endgültig gerettet. "Zehn Jahre Bundesliga mit dem FCA. Was will man mehr?", so Torhüter Andreas Luthe.

Fortuna Düsseldorf - FC Augsburg: Die Stimmen der Trainer

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Für uns ist es nicht das gewünschte Resultat. Unsere Struktur im Spiel mit Ball war nicht klar. Wenn du gegen so eine Mannschaft spielst, müssen die Abläufe top sein. Wir hatten nicht die geistige Frische gehabt, um die Dominanz mit dem Ball zu entwickeln. Wir sind nicht zufrieden mit dem Punkt, das ist ganz klar. Als Fortuna Düsseldorf müssen wir absolut am Limit spielen, um Spiele in der Bundesliga gewinnen zu können. Heute haben wir keine Top-Leistung geboten. Wir können besser spielen, es ist jetzt meine Aufgabe, das in dieser Woche wieder hinzukriegen."

Heiko Herrlich (Trainer FC Augsburg): "Wir sind überglücklich, dass wir es jetzt auch rechnerisch geschafft haben. Beim nicht gegebenen Tor war ich froh, dass es den Videobeweis gibt. Unser Tor hat uns Kraft gegeben, wir haben das Spiel gut kontrolliert. Wir haben zwar das Tor bekommen, aber insgesamt wenig zugelassen. Wir werden ruhig und leise feiern. Durch die Vorgaben der DFL weiß jeder um die Verantwortung, die er hat. Wir müssen weiter professionell bleiben."

Fortuna: Hennings-Tor zählt nicht - Schock im Gegenzug

"Wir haben uns nach Rückschlägen nie aus der Ruhe bringen lassen", predigte Fortuna-Coach Rösler erst unter der Woche nach dem späten Comeback bei RB Leipzig (2:2). Und auch drei Tage später gegen den FCA musste sein Team früh beweisen, wie es mit Nackenschlägen umgeht - sogar in doppelter Hinsicht.

Zunächst nahm Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) ein Hennings-Tor aufgrund eines Handspiels des bedrängten Kaan Ayhan nach Ansicht der Videobilder zurück, die Überprüfung dauerte mehr als drei Minuten. Praktisch im Gegenzug durfte dann Niederlechner auf der linken Seite durch die Düsseldorfer Abwehr spazieren, sein Abschluss vom Fünfmeterraum war nicht zu halten.

Die Fortuna war nur kurz geschockt und übernahm auf dem neu verlegten Düsseldorfer Rasen nach und nach mehr Spielanteile. Erik Thommys (16.) Schuss im Sechzehner wurde geblockt. Dann zog Hennings nach einem Augsburger Ballverlust im Spielaufbau aus halblinker Position ab - der Ball rauschte aus 25 Metern flach ins lange Eck.

Augsburg sichert Klassenerhalt - Fortuna bleibt auf Platz 16

Beide Teams suchten durchaus spielerische Ansätze. Die Gastgeber besaßen mehr Feldvorteile, kreierten aber kaum gefährliche Situationen. Nach einem langen Ball stand dann plötzlich Ruben Vargas (32.) frei vor F95-Schlussmann Florian Kastenmeier, der mit einem starken Reflex die erneute Gäste-Führung verhinderte.

Nach dem Seitenwechsel wurde Augsburg gefährlicher und profitierte von Düsseldorfer Nachlässigkeiten im Spielaufbau. Die Düsseldorfer Innenverteidiger Ayhan und Andre Hoffmann zeigten einige Unsicherheiten, der FCA drang immer wieder über die linke Außenposition vor. Einen Distanzschuss von Vargas (55.) parierte Kastenmeier zur Ecke, ein Freistoß von Marco Richter (64.) flog über das Tor.

Die Fortuna stabilisierte sich etwas und investierte wieder mehr. Einen Hennings-Kopfball klärte der starke Niederlechner von der Linie (69.), um dann auf der Gegenseite selbst eine gute Chance zu vergeben (71.). Es entwickelte sich eine spannende und hitzige Schlussphase.

Fortuna Düsseldorf gegen FC Augsburg: Die Aufstellungen

Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan, Andre Hoffmann (68. Jörgensen), Gießelmann (80. Suttner) - Matthias Zimmermann (67. Zimmer), Stöger, Sobottka (46. Bodzek), Thommy - Berisha (80. Skrzybski) - Hennings, Karaman. - Trainer: Rösler

Augsburg: Luthe - Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Max - Gruezo, Khedira - Sarenren-Bazee (67. Hahn), Richter (89. Suchy), Vargas - Niederlechner (79. Finnbogason). - Trainer: Herrlich

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