Bundesliga: Hertha bringt Wolfsburg in akute Abstiegsnot

Hertha BSC hat am 30. Spieltag mit 1:0 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg gewonnen. Hertha macht damit einen großen Schritt Richtung Europa.

Hertha BSC hat am 30. Spieltag mit 1:0 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg gewonnen. Hertha macht damit einen großen Schritt Richtung Europa.

Vor 42.521 Zuschauern im Berliner Olympiastadion brachte Vedad Ibisevic die Hertha in Führung (59.). Damit traf die Alte Dame in 14 ihrer 15 Heimspiele in der laufenden Saison, nur beim 0:1 gegen Bremen am 14. Spieltag nicht.

Während die Hertha mit 46 Punkten wieder Kurs auf Europa nimmt, hat der VfL (33) nur noch einen Punkt Vorsprung vor dem FC Augsburg, der auf dem Relegationsplatz liegt.

Die Wölfe verloren drei der letzten vier Spiele. In den ersten vier Partien unter Andries Jonker blieb das Team noch ungeschlagen. Hertha gewann das 12. von 15 Heimspielen in dieser Saison - kein Bundesligist hat mehr Heimspiele gewonnen.

Guilavogui sah seine fünfte Gelbe Karte und muss nächste Woche gegen die Bayern pausieren.

Die Reaktionen:

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Gott sei Dank hat Rune so gut gehalten. Aber das spricht für die Jungs, nach 20 Minuten haben sie umgestellt. Die zweite Halbzeit haben wir sehr vernünftig gespielt. Wenn wir die Konterchancen besser ausspielen, kannst du 2:0 oder 3:0 in Führung gehen. Es ist aber sehr gut, dass wir das 1:0 gehalten haben. Das ist gut für die Jungs, das gibt Selbstvertrauen. Das sollte uns Kraft geben für die letzten vier Spiele."

Andries Jonker (Trainer VfL Wolfsburg): "Ich denke, dass wir sehr gut angefangen und gute 20 Minuten gespielt haben. Wir haben zwei, drei überragende Möglichkeiten kreiert, um ein Tor zu schießen, aber wir haben sie nicht gemacht. Danach war das Spiel ausgeglichener. In der zweiten Halbzeit hatten wir einen Ballverlust und Hertha hat uns ausgekontert. Es gibt ein altes Gesetz im Fußball: 'Wenn du selbst die Chancen nicht nutzt, dann macht das der Gegner für dich'. Es war zwar ein ordentliches Spiel, aber das bringt nichts."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dardai nimmt bei der Hertha im Vergleich zum 0:1 in Mainz zwei Wechsel vor: Darida und Esswein ersetzen Mittelstädt und Haraguchi (beide Bank).

Jonker verändert die Startelf nach dem 3:0 gegen Ingolstadt auf einer Position: Malli ersetzt Didavi (Bank).

1.: Fast die kalte Dusche für die Hertha. Malli setzt sich nach einem hohen Ball im Mittelfeld gegen zwei Gegenspieler durch, visiert mit dem rechten Schlappen das untere rechte Eck an. Aber Jarstein wehrt den Ball mit beiden Händen ab.

6.: Nach einem herausragenden Steilpass von Knoche aus der eigenen Hälfte ist Gomez den beiden Innenverteidigern enteilt. Der Stürmer läuft noch einige Meter und schiebt den Ball aus rund zehn Metern halblinker Position mit der rechten Innenseite flach auf das lange Eck. Doch Jarstein lenkt den Versuch mit den Fingerspitzen zur Ecke ab.

36.: Nach einem Ballverlust setzen die Wölfe am gegnerischen Strafraum energisch nach und das mit Erfolg. Gomez geht rechts im Strafraum Richtung Grundlinie, verzögert kurz und spielt den Ball flach Richtung Elfmeterpunkt. Der leicht abgefälschte Pass landet bei Arnold, der den Ball mit vollem Risiko neben das Tor hämmert.

59., 1:0, Ibisevic: Darida passt aus der Zentrale heraus auf Esswein, der aus dem rechten Halbfeld direkt flankt. Am zweiten Pfosten kommt Ibisevic komplett frei zum Kopfball. Casteels wehrt den zentralen Versuch nach vorne ab, beim zweiten Kopfball von Ibisevic ist er aber machtlos.

64.: Darida wird rechts nicht angegriffen und flankt auf Kalou, dessen Kopfball Casteels stark pariert.

66.: Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld kann Pekarik den Ball nur in die Mitte klären. Dort kommt Gomez am Fünfer zum Abschluss, doch sein Schuss mit links prallt von der Latte zurück ins Spiel.

88.: Fast die Entscheidung! Nach einem starken Pass von Darida ist Mittelstädt links im Strafraum durch. Casteels bleibt lange stehen und wehrt den Schuss aus spitzem Winkel ab.

Fazit: Die Wölfe verpassten es, in einer besseren ersten Hälfte in Führung zu gehen. Hertha nutzte hingegen die erste gute Torchance und verdiente sich mit einem engagierten Auftritt in der zweiten Halbzeit den Dreier.

Der Star des Spiels: Rune Jarstein. Der Hertha-Keeper hielt zu Beginn der Partie die Null mit seinen Paraden. Sowohl gegen Malli (1.) als auch gegen Gomez (6.) reagierte er stark.

Der Flop des Spiels: Maximilian Arnold. Konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Sammelte nur 29 Ballaktionen und bereitete keinen Torschuss vor. Verlor zwei Drittel seiner Zweikämpfe und vergab die große Chance zur Führung (36.).

Der Schiedsrichter: Bastian Dankert. Musste kaum knifflige Situationen entscheiden. Ließ zu Beginn viel laufen und zog diese Linie konsequent durch. Richtig, das Abseitstor der Wölfe zurückzupfeifen.

Das fiel auf:

  • Insgesamt bekamen beide Teams zu selten Tempo in ihre Aktionen, wodurch aussichtsreiche Kontersituationen immer wieder versiedeten. Da sowohl die Hertha als auch Wolfsburg kaum Risiko gingen, verflachte die Partie phasenweise.
  • Die Wölfe erwischten den deutlich besseren Start und hatten im ersten Durchgang einige gute Torchancen. Nach der Pause wurde die Hertha zwingender und drängte die Wölfe weitgehend in die eigene Hälfte.
  • Die Hertha eröffnete den Spielaufbau mit einer Dreierkette. Skjelbred oder Allan ließen sich zwischen die Innenverteidiger fallen, allerdings ergaben sich große Abstände zwischen Abwehr und Mittelfeld, die eine kontrollierte Spieleröffnung erschwerten. Viele hohe Bälle waren die Folge.
  • Die Wölfe formierten sich in einem 4-2-3-1, wobei die Außenverteidiger ihre Rolle sehr offensiv interpretierten. Um dem nachrückenden Kollegen Platz zu geben, verließen die VfL-Flügelspieler häufig ihre Seite, besonders Malli spielte sehr flexibel.
  • Nach Ballverlusten setzten die Gäste umgehend energisch nach. Konnten die Berliner die erste Welle überspielen, ließ sich der VfL mit allen Spielern hinter den Ball fallen und empfing die Hertha an der Mittellinie. Die beiden Viererketten waren stets darum bemüht, die Räume zwischen den Mannschaftsteilen so gering wie möglich zu halten.
  • Im zweiten Durchgang verloren die Wölfe die eigene Ordnung und reagierten nur noch. In der Folge kamen sie nur noch selten vor das gegnerische Tor und so gaben sie nach der Pause lediglich zwei Torschüsse ab.
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