Bundesliga: RB Leipzig nach Last-Minute-Schock bedient

SPOX

RB Leipzig hat im Kampf um die Champions-League-Plätze zwei wichtige Heimzähler eingebüßt. Gegen Schlusslicht SC Paderborn gab es nur ein 1:1.

 

Timo Werner verschwand schnurstraks in den Katakomben, Trainer Julian Nagelsmann stand ratlos auf dem Rasen: Bei RB Leipzig war nach dem späten Gegentreffer zum enttäuschenden 1:1 (1:0) gegen Schlusslicht SC Paderborn die Stimmung kurzzeitig am absoluten Nullpunkt. "Das ist extrem bitter. Das wäre ein großer Schritt Richtung Champions League gewesen", sagte Mittelfeldspieler Kevin Kampl sichtlich angefressen bei Sky.

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Patrik Schick (27.) hatte RB zwar in Führung gebracht, die Gelb-Rote Karte gegen Dayot Upamecano wegen Ballwegschlagens (43.) brachte den SCP aber zurück ins Spiel. "Das war völlig unnötig. Wir führen 1:0, haben das Spiel im Griff - und schwächen uns selbst", sagte Kampl. Die Strafe folgte in der Nachspielzeit, als Christian Strohdiek (90.+2) der Ausgleich gelang.

RB Leipzig nur froh über Patzer der Konkurrenz: "Das einzig Positive"

Für Leipzig setzte sich damit der Heimkomplex bei Geisterspielen fort, das Nagelsmann-Team blieb zu Hause auch im dritten Spiel ohne Zuschauer ohne Sieg. RB bleibt zwar Dritter, konnte aus den Patzern der Verfolger Leverkusen und Mönchengladbach aber nicht das erhoffte Kapital schlagen. "Wir können froh sein, dass die Konkurrenz hinter uns ebenfalls Punkte liegen lassen hat - das ist das einzig Positive", sagte Torschütze Schick.

Paderborn brachte der Punktgewinn indes eher wenig, die Ostwestfalen blieben auch im elften Ligaspiel in Folge ohne Sieg und kommen dem Abstieg aus dem Oberhaus immer näher. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bei noch vier ausbleibenden Spielen. Klaus Gjasula sorgte immerhin für einen Bundesliga-Rekord: Der Mittelfeldspieler stellte mit seiner 16. Gelben Karte die Bestmarke von Tomasz Hajto aus der Saison 1998/99 ein.

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Timo Werner nach Chelsea-Gerüchten mit Vorlage auf Schick

Im Blickpunkt der Partie stand Timo Werner, dessen wahrscheinlicher Wechsel zum Premier-League-Klub FC Chelsea am Donnerstag publik geworden war. Der 24-Jährige agierte zunächst hinter Schick als hängende Spitze mit Qualitäten auch als Spielmacher. Mit Erfolg: In der 27. Minute legt Werner uneigennützig auf Schick ab, und der Tscheche stellte einmal mehr seine Abschlussqualitäten unter Beweis.

Nach dem Platzverweis von Upamecano blieb Schick in der Kabine, dafür rückte Nationalspieler Marcel Halstenberg in die Viererkette. Werner hatte vorne nun noch mehr Platz, ließ den aber zunächst ungenutzt. Bei Kontern spielte der Schwabe zwar seine Schnelligkeit aus, doch im Eins-gegen-Eins fehlte ihm ein ums andere Mal das nötige Durchsetzungsvermögen.

In den letzten Minuten wurde es noch einmal hitzig: Erst traf Werner (89.) bei seiner besten Szene die Latte, ehe doch noch der Ausgleich fiel. Ob Werner tatsächlich zu Chelsea wechselt, bleibt indes offen. "Bis jetzt hat weder Werner die Klausel gezogen, noch hat irgendein Verein uns einen Transfervertrag geschickt", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vor Anpfiff bei Sky: "Jetzt sitzt Timo Werner im driver's seat, nicht mehr wir."

Leipzig - Mainz: Die Aufstellungen

  • Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Klostermann, Upamecano, Angelino - Adams, Kampl (88. Orban) - Dani Olmo (65. Laimer), Nkunku (58. Haidara) - Schick (46. Halstenberg), Timo Werner. - Trainer: Nagelsmann

  • Paderborn: Zingerle - Jans (85. Evans), Strohdiek, Hünemeier, Collins - Vasiliadis, Gjasula (76. Ritter) - Pröger (76. Sabiri), Srbeny (85. Zolinski), Antwi-Adjei - Mamba (63. Michel). - Trainer: Baumgart

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