Bundesliga: Mainz 05 mit dem Rücken zur Wand

Der FSV Mainz 05 hat im Kampf gegen den Abstieg einen herben Rückschlag kassiert. Auf die Rheinhessen warten drei echte Endspiele.

Der FSV Mainz 05 hat im Kampf gegen den Abstieg einen herben Rückschlag kassiert. Auf die Rheinhessen warten drei echte Endspiele.

Auch der herbe Rückschlag war für Martin Schmidt noch lange kein Grund, seinen roten "Mainzbleibt1"-Pullover auszuziehen.

"In den letzten drei Spielen beginnt der Abstiegskampf so richtig", sagte der Trainer des FSV Mainz 05 nach dem 1:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach: "Wir müssen mutig weitermachen, es ist noch nichts verloren!"

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Mit nur 33 Punkten stehen den Rheinhessen, deren Zwischenhoch (vier Punkte aus zwei Spielen) am Samstag bitter endete, aber drei echte Endspiele bevor.

Beim direkten Konkurrenten Hamburger SV, im Derby gegen Eintracht Frankfurt und beim 1. FC Köln müssen wohl (mindestens) vier bis fünf Punkte her.

Bell: "Von einem Spiel nicht alles kaputt machen lassen"

"Das wissen wir. Und mit jedem Spiel, in dem wir nicht punkten, wird die Situation schwieriger", sagte Schmidt: "Wer gedacht hat, nach den guten Spielen gegen Berlin und bei Bayern München geht es so weiter, der versteht den Fußball nicht."

Den Ernst der Lage haben auch die Mainzer Fans begriffen. Statt mit Pfiffen empfing der 05er-Anhang die niedergeschlagenen FSV-Profis mit Applaus und Anfeuerungsrufen.

"Wir sollten und von diesem einen Spiel nicht alles kaputt machen lassen", sagte Kapitän Stefan Bell: "In Hamburg wird es ein richtiger Kampf."

Stindl-Führung als "Stimmungskiller"

An der Elbe muss der FSV aber anders auftreten als in der ersten Halbzeit gegen Mönchengladbach. "Wir hatten von Anfang an das Gefühl, als sei die Handbremse angezogen", sagte FSV-Sportchef Rouven Schröder.

"Wir hatten in der ersten Halbzeit keine Torchance, um das Publikum mitzunehmen. So funktioniert der Abstiegskampf nicht."

Den ersten "Stimmungskiller" (Schröder) erzielte Gladbachs Kapitän Lars Stindl in der 31. Minute nach Vorlage des starken Nico Schulz, der Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit selber traf (46.).

Anschlusstreffer kam zu spät

Erst "nach der kalten Dusche sind wir erwacht", äußerte Schmidt mit Blick auf die gute letzte halbe Stunde: "Das war die Leistung, die wir von uns verlangen und die wir in den nächsten Spielen zeigen müssen."

Gegen Gladbach kam der Anschlusstreffer durch Yoshinori Muto (89.) zu spät.

"Wir stecken den Kopf nicht in den Sand", sagte Schmidt: "Wir waren nicht so gut, wie wir geschrieben wurden. Wir sind aber auch nicht so schlecht wie heute in der ersten Halbzeit - in der Mitte liegt die Wahrheit."

Gladbach mit Blick auf Europa

Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking gewann die Erkenntnis, dass seine Spieler das bittere Halbfinal-Aus im DFB-Pokal unter der Woche offensichtlich überwunden haben.

"Es war nicht einfach, den Kopf frei zu bekommen", sagte der Coach: "Aber ich habe gespürt, dass die Jungs heiß sind und nach diesem kleinen Strohhälmchen, der uns nach Europa führen kann, greifen wollen."

Nach dem "unter dem Strich verdienten Auswärtssieg" habe sein Team mit 42 Punkten weiterhin "eine Perspektive" für die letzten drei Spiele, äußerte Hecking.

Nur drei Punkte trennen die Fohlen von Platz sechs, der sicher in die Europa League führen würde.

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