Bundesliga: Panel zur Rückrunde: "Kein Glaube an Bayern und BVB"

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Am Freitag beginnt mit dem Duell zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr live auf DAZN ) die Rückrunde der Bundesliga. Wer holt sich im Mai die Schale, wer überrascht und welcher Spieler wird im zweiten Halbjahr der Saison brillieren? Vier Redakteure geben im Panel ihre Einschätzungen ab.
Am Freitag beginnt mit dem Duell zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr live auf DAZN ) die Rückrunde der Bundesliga. Wer holt sich im Mai die Schale, wer überrascht und welcher Spieler wird im zweiten Halbjahr der Saison brillieren? Vier Redakteure geben im Panel ihre Einschätzungen ab.

Am Freitag beginnt mit dem Duell zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr live auf ) die Rückrunde der Bundesliga. Wer holt sich im Mai die Schale, wer überrascht und welcher Spieler wird im zweiten Halbjahr der Saison brillieren? Vier Redakteure geben im Panel ihre Einschätzungen ab.

Seite 1: Wer wird Deutscher Meister?

Wer wird Deutscher Meister?

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Jochen Tittmar: RB Leipzig. Bayern und Dortmund sind in dieser Saison zu inkonstant, da glaube ich nicht daran, dass eines der Teams eine irre Serie und Aufholjagd in der Rückrunde starten kann. Gladbach ist mir im Kampf um den Titel zu grün, dort wird der Fokus schnell auf der Qualifikation zur Königsklasse liegen. Für Leipzig dagegen spricht neben der bereits starken Rückrunde der gute Trainer, eine gierige Mannschaft und die Effizienz, die das Team auszeichnet. Der Fußball der Sachsen ist der kompletteste der Liga, deshalb werden sie den Titel holen.

Nino Duit: Der FC Bayern wird den Titel auch in dieser Saison holen. Trotz der aktuellen Verletzungsmisere ist die Mannschaft individuell die beste der Liga und hat mit Hansi Flick wieder einen Trainer, von dem die Führungsspieler gänzlich überzeugt sind. Das ist aus jedem öffentlichen Statement herauszuhören. Außerdem spricht für den FC Bayern die jahrelange Erfahrung im Titelkampf.

Stefan Zieglmayer: Eigentlich ist es vermessen, gegen die Bayern zu wetten. Das hat die vergangene Saison erneut bewiesen. RB Leipzig aber könnte die Münchner nach sieben Jahren wieder vom Thron stoßen. Die Sachsen haben trotz der Personalsorgen im Abwehrzentrum mit den tiefsten Kader der Liga, der kombiniert mit den von Nagelsmann vorgegeben Handlungsmustern für die nötige Konstanz sorgt. Das könnte in dieser Saison für den Titel reichen.

Dennis Melzer: Ich denke, dass der FC Bayern zum achten Mal in Folge die Meisterschale gen Münchner Himmel stemmen wird. Trotz der aktuellen Personalnot verfügt der FCB über den qualitativ besten Kader der Liga. Zudem stimmt die Chemie zwischen Trainer Hansi Flick und seiner Mannschaft, das war im Trainingslager in Doha deutlich zu spüren.

Seite 2: Wer qualifiziert sich für die Champions League?

Wer qualifiziert sich für die Champions League?

Jochen Tittmar: FC Bayern, BVB und Gladbach - auch aus Mangeln an Alternativen. Schalke und Leverkusen traue ich zwar ein ähnlich gutes Halbjahr wie in der Hinrunde zu, die drei genannten Teams schätze ich auf 17 Spieltage gesehen aber stärker ein. An ein Überraschungsteam, das noch weit nach oben klettert, glaube ich nicht.

Nino Duit: Hinter dem Meister FC Bayern werden sich Borussia Dortmund und RB Leipzig um Platz zwei streiten - und sich somit beide für die Champions League qualifizieren. Sowohl in Sachen Kadertiefe als auch Qualität in der Kaderspitze sind sie den anderen Verfolgern gegenüber deutlich überlegen. Um den letzten CL-Platz streiten sich Borussia Mönchengladbach, der FC Schalke 04 und Bayer Leverkusen. Knapp wird die Werkself das Rennen machen.

Stefan Zieglmayer: Hinter Leipzig werden sich der FC Bayern und Dortmund einreihen. Schalke traue ich auch durch den Transfer von Michael Gregoritsch nochmal eine Steigerung im Vergleich zur Hinrunde zu, das Niveau der Gladbacher Mannschaft reicht jedoch aus, um "wenigstens" Platz vier zu holen. Leverkusen bringt die Qualität des Teams nicht konstant auf den Platz und muss in die Europa League.

Dennis Melzer: RB Leipzig sehe ich als Vizemeister, dahinter wird sich Borussia Dortmund auf Rang drei einreihen. Um den letzten verfügbaren Champions-League-Platz streiten sich Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und Bayer Leverkusen. Am Ende retten sich die Fohlen in die Königsklasse.

Bundesliga-Tabelle: Der Kampf um die CL-Plätze

Platz

Team

Sp.

Tore

Diff

Pkt.

1.

RB Leipzig

17

48:20

28

37

2.

Borussia M'gladbach

17

33:18

15

35

3.

Bayern München

17

46:22

24

33

4.

Borussia Dortmund

17

41:24

17

30

5.

Schalke 04

17

29:21

8

30

6.

Bayer Leverkusen

17

23:21

2

28

Seite 3: Wer steigt ab und kommt in die Relegation?

Wer steigt ab und kommt in die Relegation?

Jochen Tittmar: Paderborn und Köln gehen direkt runter, Union spielt wie im Vorjahr die Relegation. Der SCP zeigt zwar erfrischend offensiven Fußball und es macht Spaß, die Spiele anzuschauen. Dem Team fehlt aber die individuelle Qualität sowie der nötige Killerinstinkt, um die wie bereits im ersten Halbjahr teils guten Leistungen zu veredeln. Köln wird sich mit Rivale Düsseldorf und Union streiten, aber den Kürzeren ziehen, weil Fortunas Truppe homogener ist und mehr Erfahrung mit dem Abstiegskampf hat. Die Eisernen rutschen auch noch ab, bleiben aber heimstark.

Nino Duit: Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und Hertha BSC sind individuell stärker als die Konkurrenz und werden sich bald absetzen. Der 1. FC Köln und der FC Augsburg schwimmen auf der Erfolgswelle und werden diese bis zum Ziel Klassenerhalt weiterreiten. Direkt absteigen werden Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn - daran ändern auch die verhältnismäßig große Ruhe im Umfeld und die unumstrittenen Trainer nichts. Trotz aktuell fünf Punkten Vorsprung rutscht Union Berlin noch auf den Relegationsplatz ab.

Stefan Zieglmayer: Für Paderborn und Düsseldorf werden es die vorerst letzten 17 Spiele in der Bundesliga. Hier und da fallen zwar noch Punkte für die Nordrhein-Westfalen ab, letztlich reicht die Qualität in beiden Teams aber nicht aus, um erstklassig zu bleiben - trotz der Erfahrung der Fortuna. Und Platz 16? Werder fängt sich (auch dank Neuzugang Kevin Vogt) wieder und klettert noch ins Mittelfeld. Augsburg muss nochmal zittern, bleibt aber knapp in der Liga. Union Berlin muss zum Nachsitzen.

Dennis Melzer: Obwohl der 1. FC Köln zum Ende der Hinrunde eine kleine Serie startete, gehen die Rheinländer nach nur einem Jahr runter. Den SC Paderborn, der zwar ansehnlichen Fußball spielt, wird dasselbe Schicksal ereilen. Auf dem Relegationsplatz sehe ich Fortuna Düsseldorf. Werder Bremen wird sich hingegen (mit Trainer Florian Kohfeldt) nach einer desaströsen Hinrunde wieder fangen, Union Berlin darf noch mindestens ein weiteres Jahr Bundesligaluft genießen.

Bundesliga-Tabelle: Der Abstiegskampf

Platz

Team

Sp.

Tore

Diff

Pkt.

11.

1. FC Union Berlin

17

20:24

-4

20

12.

Hertha BSC

17

22:29

-7

19

13.

Eintracht Frankfurt

17

27:29

-2

18

14.

1. FSV Mainz 05

17

25:39

-14

18

15.

1. FC Köln

17

19:32

-13

17

16.

Fortuna Düsseldorf

17

18:36

-18

15

17.

Werder Bremen

17

23:41

-18

14

18.

SC Paderborn 07

17

20:36

-16

12

Seite 4: Wer wird die positive Überraschung der Rückrunde?

Wer wird die positive Überraschung der Rückrunde?

Jochen Tittmar: Giovanni Reyna. Der Dortmunder Youngster wird zur Rückrunde fester Bestandteil des Profikaders, das hat BVB-Sportdirektor Michael Zorc bestätigt. Reyna wird seine ersten Einsätze bekommen und dabei beeindrucken - denn der 18-Jährige bringt viel mit, um sich auch auf kurze Sicht im Dortmunder Kader zu etablieren.

Nino Duit: Für den aktuellen Vorletzten Werder wird es sich lohnen, an Trainer Florian Kohfeldt festgehalten zu haben. Mit der Verpflichtung von Kevin Vogt hat der Klub alles richtig gemacht. Er wird der Mannschaft mit seiner Führungsstärke guttun. Beim einfachen Auftaktprogramm (in Düsseldorf, gegen Hoffenheim, in Augsburg, gegen Union) holt sich Werder früh Selbstvertrauen und marschiert dann ins gesicherte Tabellenmittelfeld.

Dennis Melzer: Hoffenheim. Die Kraichgauer haben die zahlreichen hochwertigen Abgänge bereits in der Hinrunde überraschend gut kompensiert. Mit der Verpflichtung von Munas Dabbur ist der TSG ein echter Coup gelungen. Der Angreifer wird Hoffenheim ins europäische Geschäft schießen.

Stefan Zieglmayer: Guido Burgstaller. 1115 Minuten sind eine lange Zeit, irgendwann muss seine Torflaute enden. Bold Prediction (denn um nichts anderes geht es hier): "Burgi" kommt noch auf acht Saisontore (aktuell 0). Bei den Teams sehe ich weniger Überraschungspotenzial. Werder wird unten herausklettern, Frankfurt nicht noch so eine schwache Halbserie spielen und Hoffenheim kann die Top-6 ärgern.

Seite 5: Wer wird der Spieler der Rückrunde?

Wer wird der Spieler der Rückrunde?

Jochen Tittmar: Patrik Schick. Mit vier Toren und einer Vorlage in sieben Partien (keine über 90 Minuten) deutete der Tscheche bereits sein großes Potential an. Schick ist ein Vollblutstürmer mit gutem Kopfballspiel, toller Technik und eiskaltem Abschluss, der sich in Leipzigs Team etablieren und seinen guten Lauf fortsetzen wird.

Nino Duit: Alles wie in der Hinrunde: Robert Lewandowski wird auch der Spieler der Rückrunde. Der Torjäger des FC Bayern verpasst zwar den sagenhaften 40-Tore-Rekord von Gerd Müller, schießt seine Mannschaft aber zum achten Titelgewinn in Folge.

Stefan Zieglmayer: Kai Havertz. Es war nicht seine Hinrunde. Im Spiel gegen Hertha gab's für seine zugegeben schwache Leistung sogar Pfiffe vom Publikum. Der 20-Jährige wird sein Formtief aber hinter sich lassen. Die Kreativität gepaart mit der Sicherheit in seinem Spiel macht selbst in Krisenzeiten Spaß und ist extrem schwer einzudämmen.

Dennis Melzer: Robert Lewandowski wird die - aus seiner Sicht - beispiellos erfolgreiche Hinrunde veredeln, mit über 30 Treffern Torschützenkönig und Meistergarant für die Bayern werden.

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