Bundesliga: Leipzig patzt gegen Freiburg - und hadert

SPOX

RB Leipzig hat in der Bundesliga nach zweimonatiger Coronapause große Anlaufschwierigkeiten gezeigt. Die Sachsen kamen zu Hause trotz einer engagierten Vorstellung gegen einen cleveren SC Freiburg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und ließen im Kampf um die Champions-League-Plätze zwei wichtige Punkte liegen.

Die Führung von Manuel Gulde (34.) glich Yussuf Poulsen (77.) aus. Der Sport-Club landete mit dem Remis einen weiteren Achtungserfolg, auch wenn die Badener im vierten Anlauf in der Bundesliga bei RB Leipzig sieglos blieben. "Wir wussten, dass Leipzig unter Druck steht, sie wussten auch nicht, wie es wird ohne Zuschauer. Wir haben das clever ausgenutzt", sagte Gulde.

"Drei oder vier Tore für uns wären möglich gewesen, aber wir haben guten Fußball gespielt. Von sechs oder sieben Hundertprozentigen muss halt auch mal einer reingehen", sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann bei Sky. Ähnlich sah es Mittelfeldspieler Kevin Kampl: "Wir haben fünfmal vor dem leeren Tor gestanden, wir hatten Chancen für zwei Spiele. Wir haben aber trotzdem ein gutes Spiel gemacht gegen einen tief stehenden Gegner."

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In der Tabelle ist der BVB (54 Punkte) nun auf drei Punkte enteilt und erster Verfolger der Bayern (55 Punkte). Am kommenden Sonntag trifft RB Leipzig auswärts auf Mainz 05 (15.30 Uhr).

RB Leipzig - SC Freiburg: Die Stimmen

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Mir hätten heute natürlich auch drei Punkte besser gefallen. Aber wir haben noch acht Spiele vor uns. Wir müssen schauen, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Meine Mannschaft hat heute viele Torchancen herausgespielt, das war gut, das ist nicht selbstverständlich gegen so einen starken Gegner."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Für uns war die Situation nicht ganz neu. Wir trainieren ja auch im leeren Stadion. Aber es ist traurig, dass die Leute nicht im Stadion sind. Das ist nichts auf Dauer. Die Qualität wird nicht schlechter, wenn die Zuschauer nicht da sind. Für mich als Trainer war es nicht neu, ich war lange Jahre A-Jugendtrainer, da habe ich mich auch immer selbst schreien gehört."

Leipzig - Freiburg: Der Spielverlauf

Nach der langen Pause setzte RB-Coach Julian Nagelsmann wieder auf Stratege Kevin Kampl, der wegen einer Sprunggelenksverletzung seit November gefehlt hatte. Der Slowene rückte überraschend für den vor Corona überragenden Marcel Sabitzer in die Startelf und kurbelte im linken Mittelfeld das Spiel der Hausherren an. In der 30. Minute hatte der 29-Jährige nach Zuspiel von Timo Werner das 1:0 auf dem Fuß, verzog aber.

Die Gäste aus dem Breisgau waren in den ersten 30 Minuten voll und ganz mit der Defensive beschäftigt und hatten bei Chancen von Konrad Laimer und Werner Glück, dass sie nicht frühzeitig in Rückstand gerieten. Wie aus heiterem Himmel fiel die Führung für den Sport-Club. Nach einem Eckball von Vincenzo Grifo verlängerte Gulde den Ball mit der Wade ins Netz.

Leipzig wirkte zunächst irritiert und erlaubte sich vor allem in der Defensive ohne den gesperrten Dayot Upamecano Fehler. Wieder leitete eine Ecke eine brisante Situation ein. Freiburgs Christian Günter kam auf der linken Seite zum frei zum Schuss, doch der Ball flog knapp am Tor vorbei.

SC Freiburg: Last-Minute-Tor irregulär

Still war es im Stadion trotz des Fehlens der Zuschauer nicht. Die Spieler schrien sich permanent an, von der Seitenlinie gaben die Trainer lautstarke Kommandos. Die Reservespieler saßen in einer Extra-Zone neben den Ersatzbänken und verfolgten die Partie aus der prallen Sonne.

Nagelsmann reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit in Ademola Lookman einen weiteren Offensivspieler für Abwehrmann Nordi Mukiele. Doch Freiburg ließ sich nicht einschüchtern und lauerte weiter auf Konter. Der brandgefährliche Grifo tankte sich erneut über die linke Seite in den Strafraum durch und verzog nur knapp (52.).

Leipzig erhöhte mehr und mehr den Druck und kam nach einer Stunde im Minutentakt zu Chancen. Werner, Kampl und Yussuf Poulsen zielten aber entweder zu ungenau oder fanden ihren Meister im starken Freiburger Schlussmann Alexander Schwolow. Das mögliche Freiburger Siegtor wurde am Ende nicht gegeben.

RB Leipzig - SC Freiburg: Die Aufstellungen

Leipzig: Gulacsi - Mukiele (46. Lookman), Klostermann, Halstenberg - Adams (69. Sabitzer), Laimer, Kampl, Angelino - Nkunku (81. Schick), Timo Werner, Poulsen. - Trainer: Nagelsmann

Freiburg: Schwolow - Gulde, Lienhart, Heintz - Schmid (90. Schlotterbeck), Koch, Höfler, Günter - Sallai (60. Höler), Petersen (68. Haberer), Grifo (68. Waldschmidt). - Trainer: Streich

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