Bundesliga: Schützenfest! Bayern ist zum 27. Mal Meister

Der FC Bayern München ist zum 27. Mal Deutscher Meister. Das Team von Carlo Ancelotti machte den Titel durch einen 6:0 (3:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg perfekt.

Der FC Bayern München ist zum 27. Mal Deutscher Meister. Das Team von Carlo Ancelotti machte den Titel durch einen 6:0 (3:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg perfekt.

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena brachte David Alaba die Bayern mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 19. Minute in Führung. Der Österreicher erzielte damit fünf seiner 15 Bundesligatore per Freistoß.

Robert Lewandowski erhöhte in der 36. Minute auf 2:0. Noch vor der Pause traf der Pole mit seinem 28. Saisontor zum 3:0. Damit übernahm er die alleinige Führung in der Torschützenliste vor dem Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang.

An den letzten 19 Bundesliga-Spieltagen traf Lewandowski 21 Mal - mit Abstand Höchstwert in diesem Zeitraum.

Arjen Robben erhöhte in der 66. Minute auf 4:0 für die Gäste.

Luiz Gustavo sah in der 78. Minute wegen eines taktischen Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Mit seinem achten Bundesliga-Platzverweis stellte der Brasilianer den ewigen Bundesliga-Rekord von Jens Nowotny ein. Nur zwei Minuten später traf Thomas Müller zum 5:0.

Joshua Kimmich sorgte in der 85. Minute für den 6:0-Endstand.

Der FC Bayern machte damit zum dritten Mal nach 2003 und 2008 in Wolfsburg den Meistertitel perfekt. Die nun zehn Punkte Vorsprung kann RB Leipzig in drei ausstehenden Spielen nicht mehr einholen.

Mit der fünften Meisterschaft in Folge bauten die Münchner ihre eigene Rekordserie aus.

Für Philipp Lahm war es persönlich die achte und letzte Deutsche Meisterschaft. Damit zog er mit der Rekordmarke von Oliver Kahn, Bastian Schweinsteiger und Mehmet Scholl gleich.

Der VfL Wolfsburg kassierte seine höchste Niederlage in der Bundesliga-Historie. Zuvor verlor der VfL nie höher als mit fünf Toren Differenz. Die Wölfe verloren zudem vier der vergangenen fünf Spiele. In den ersten vier Partien unter Andries Jonker blieb der VfL noch ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis).

Die Reaktionen:

Andries Jonker (Trainer Wolfsburg): "Glückwunsch an die Bayern zur hochverdienten Meisterschaft. Wir haben uns viel vorgenommen, aber nach einer halben Stunde haben wir sehr stark nachgelassen. Das war nicht gut von uns. Das tut sehr weh, gerade wenn du vor so einer Kulisse spielst. Aber wir machen weiter und werden uns ab Dienstag sehr konzentriert auf unser nächstes Spiel vorbereiten."

Carlo Ancelotti (Trainer Bayern): "Ich bin sehr glücklich. Dieser Sieg war sehr wichtig, es war eine fantastische Erfahrung. Ich möchte diesem tollen Klub danken. Wir haben diese Meisterschaft verdient, wir haben guten Fußball gespielt. Jetzt ist der Augenblick, um zu feiern."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Jonker nimmt nach dem 0:1 gegen Hertha BSC drei Wechsel vor. Für Malli, Guilavogui und Vieirinha rücken Rodriguez, Horn und Didavi in die Startelf.

Ancelotti verändert seine erste Elf nach der 2:3-Niederlage im Pokalhalbfinale gegen Borussia Dortmund auf drei Positionen. Kimmich, Coman und Müller beginnen für Alonso, Vidal und Ribery.

19., 0:1, Alaba: Didavi legt Müller 22 Meter zentral vor dem Tor. Alaba zirkelt den Ball über die Mauer, im rechten Eck schlägt es unhaltbar für Casteels ein.

22.: Unfassbare Doppelchance für die Münchner! Kuba verliert das Leder am Strafraumeck gegen Coman, der direkt auf Lewandowski weiterleitet. Dessen wuchtigen Schuss auf das linke Eck pariert Casteels mit einem starken Reflex. Der Rebound landet bei Müller, der von links aus spitzem Winkel abzieht. Wieder zeigt Casteels eine überragende Reaktion und verhindert das zweite Gegentor.

31.: Arnold zieht aus 20 Metern flach aufs linke Eck ab, sein Schuss zischt knapp links unten am Pfosten vorbei.

36., 0:2, Lewandowski: Im Aufbau spielt Kuba einen fatalen Fehlpass in die Beine von Thiago. Dann geht es bei den Bayern schnell. Coman schickt Müller links in den Sechzehner. Dieser behält die Übersicht und passt zurück auf Lewandowski. Der Pole legt sich den Ball zurecht und schießt dann überlegt ins rechte Eck ein.

45., 0:3, Lewandowski: Thiago verlagert das Spiel mit einem starken Diagonalball auf den linken Flügel. Coman macht Didavi nass, geht zur Grundlinie und passt scharf an den Fünfer. Lewandowski nimmt das Leder technisch anspruchsvoll an und netzt unten rechts ein.

48.: Nach einem langen Schlag geht Alaba ans linke Strafraumeck und zieht mit links ab - der Ball knallt gegen das linke Lattenkreuz.

55.: Links im Strafraum tanzt Coman Vieirinha aus. Statt nach innen auf den freistehenden Lewandowski abzulegen, probiert er es aus spitzem Winkel selbst und schießt flach rechts am Tor vorbei.

66., 0:4, Robben: Nach einem Abschlag von Casteels gewinnt Thiago das Kopfballduell und leitet den Münchner Angriff ein. Müller schickt Robben auf rechts. Dieser setzt sich gegen die naiv verteidigenden Gerhardt und Gustavo durch, zieht ein paar Schritte zur Mitte und zieht dann mit links flach ins kurze Eck ab. Casteels sieht dabei alles andere als gut aus.

78., Gelb-Rote Karte, Luiz Gustavo: Der Wolfsburger Kapitän stellt seinen Körper gegen Renato Sanches rein, um einen Konter zu unterbinden. Schiedsrichter Zwayer zeigt ihm Gelb-Rot. Im Anschluss rastet der Brasilianer völlig aus und muss von der ganzen Mannschaft zurückgehalten werden.

80., 0:5, Müller: Kimmich führt den Freistoß schnell aus. Lewandowski umkurvt den herauseilenden Casteels und trifft aus spitzem Winkel den rechten Pfosten. Müller steht richtig und staubt ab.

85., 0:6, Kimmich: Der Sechser leitet den Angriff selbst mit einem Diagonalball auf den linken Flügel zu Robben ein. Dieser flankt in den Sechzehner, wo Kimmich konsequent durchgelaufen ist, den Ball annimmt und aus spitzem Winkel einschießt.

89.: Rafinha flankt von der rechten Eckfahne an den Fünfer. Dort kommt Müller freistehend zum Kopfball, scheitert jedoch an Casteels.

Fazit: Bayern ballerte sich den Frust vom Pokal-Aus von der Seele und gewann auch in dieser Höhe verdient.

Der Star des Spiels: Joshua Kimmich. Bärenstarker Auftritt auf der Sechserposition. Zeigte seine Spielintelligenz mit einigen starken Pässen. Machte das Spiel durch das schnelle Ausführen von Standards schnell, unter anderem leitete er auf diese Weise das 5:0 ein. Führte die meisten Zweikämpfe (19) und gewann 53 Prozent davon, hatte die meisten Ballaktionen (121), die beste Passquote (96 Prozent) und die meisten Ballgewinne (neun). Krönte seine Sahneleistung mit dem Treffer zum 6:0, den er selbst einleitete und sehenswert abschloss.

Der Flop des Spiels: Jannes Horn. Erlebte einen rabenschwarzen Tag. Leistete sich 19 Ballverluste (die meisten aller Feldspieler), brachte nur 68 Prozent seiner Pässe an den Mann (ebenfalls schwächster Wert). Vor dem 0:4 im Halbfeld zu passiv gegen Robben und Müller. Auch die letzten beiden Tore fielen über seine Seite. Darüber hinaus offensiv überhaupt nicht im Spiel.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer. Korrekt, bei Kimmichs vermeintlichem Handspiel nicht auf Elfmeter für Wolfsburg zu entscheiden. Auch sonst autoritär, souverän und mit einer klaren Linie. Die Gelb-Rote Karte gegen Gustavo war nach dessen taktischem Foul alternativlos - wenngleich dieser das komplett anders sah. Einwandfreie Leistung.

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Das fiel auf:

  • Die Bayern begannen auf dem Papier wieder in einer 4-2-3-1-Grundordnung. Besonders die Offensivkräfte interpretierten ihre Positionen in der Anfangsphase jedoch sehr flexibel. Coman tauchte immer wieder auch in der Mitte oder sogar rechts bei Robben auf, Müller ließ sich auf beide Flügel fallen.
  • Wolfsburg zog sich in der Anfangsphase nicht etwa tief in die eigene Hälfte zurück, sondern suchte selbst immer wieder den Weg nach vorne. Im 4-1-4-1 versuchten Arnold und Didavi im zentralen, offensiven Mittelfeld, die Fäden zu ziehen. Es gelang allerdings nur selten, Zielspieler Gomez in Szene zu setzen.
  • Nach einer ordentlichen Anfangsphase brachten sich die Wölfe selbst durch zahlreiche individuelle Fehler in Schwierigkeiten. Im Anschluss an den Rückstand wirkten die Hausherren zunehmend verunsichert, in dieser Phase stieg die Fehlerquote. Besonders die linke Angriffsseite der Bayern mit Alaba und Coman bekam die Wolfsburger Abwehr nicht in den Griff.
  • Zu Beginn der zweiten Hälfte schienen sich die Wölfe noch einmal etwas vorgenommen zu haben und begannen mit viel Schwung, eröffneten den Bayern allerdings immer wieder auch Räume.
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