Bundesliga: Schalke besiegt desolates Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg hat am 28. Spieltag der Bundesliga eine empfindliche Pleite einstecken müssen. Bei Schalke 04 unterlag das Team von Andries Jonker mit 1:4 (0:2).

Der VfL Wolfsburg hat am 28. Spieltag der Bundesliga eine empfindliche Pleite einstecken müssen. Bei Schalke 04 unterlag das Team von Andries Jonker mit 1:4 (0:2).

Vor 60.000 Zuschauern in der Veltins Arena erzielte Guido Burgstaller bereits nach sechs Minuten die 1:0-Führung für Schalke. Nur wenige Minuten später erhöhte Leon Goretzka (23.) auf 2:0. Daniel Caligiuri (49.) und Guido Burgstaller (77.) stellten nach der Pause auf 4:0. Das Elfmeter-Tor von Mario Gomez (79.) zum 4:1 war lediglich Ergebniskosmetik.

Für Wolfsburg ist die Horrorwoche somit komplett. Nach anfangs acht Punkten aus vier Spielen unter dem neuen Coach Andries Jonker gab es in den letzten drei Spielen lediglich einen Punkt. Die Königsblauen hingegen distanzieren sich mit dem Dreier endgültig von den Abstiegsrängen und schielen mit nun 37 Punkten in Richtung Europa.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zwei Änderungen bei Schalke im Vergleich zum 0:3 in Bremen: Kolasinac und Bentaleb spielen für Schöpf (Bank) und Stambouli (nicht im Kader).

Wolfsburg-Coach Jonker tauscht im Vergleich zum 0:1 gegen Freiburg gleich auf vier Positionen: Malli, Didavi, Luiz Gustavo und Jung spielen für Wollscheid, Vieirinha, Blaszczykowski (alle Bank) und Träsch (nicht im Kader).

6., 1:0, Burgstaller: Meyer hat in der gegnerischen Hälfte erneut zu viel Platz. Der Schalker geht ein paar Schritte und schickt dann Burgstaller zentral in den Sechzehner, wo Gustavo und Horn ebenfalls zu weit weg stehen. Der Stürmer nimmt die Kugel mit und drückt sie dann aus 13 Metern zu seinem fünften Saisontor über die Linie.

17.: Nach einem Einwurf von der linken Seite bekommen die Schalker die Kugel nicht entscheidend aus der Gefahrenzone. Der Ball springt zu Malli, der halbrechts im Sechzehner sofort abzieht, aber knapp rechts am Tor vorbeischießt.

23., 2:0, Goretzka: Meyer schickt Choupo-Moting mit einem ganz feinen Pass links in den Sechzehner. Der Angreifer will querlegen, das Zuspiel wird aber geblockt. Der Ball springt in der Folge aber zu Goretzka, der aus dem Rückraum kommt. Der Mittelfeldmann schiebt die Kugel aus zwölf Metern überlegt ins linke Eck.

34.: Nach einer flachen Arnold-Hereingabe von links lässt Gomez am kurzen Pfosten geschickt durch. Hinter ihm lauert Didavi, der die Kugel aus 13 Metern aber unbedrängt über das Tor jagt.

49., 3:0, Caligiuri: Choupo-Moting wird auf dem linken Flügel nach einem Zusammenspiel mit Burgstaller und Meyer steil geschickt. Der Offensivmann hebt den Kopf und spielt dann ins Zentrum, wo Caligiuri am zweiten Pfosten unbedrängt einschieben darf. Es ist sein zweiter Saisontreffer.

60.: Gomez schirmt den Ball im Strafraum gegen Nastasic ab und wird anschließend von diesem gelegt. Schiedsrichter Brand lässt aber weiterspielen. Es hätte Elfmeter geben müssen.

67.: Nastasic blockt einen Bazoer-Schuss im Sechzehner mit dem Arm, fährt diesen aber auch nicht wirklich aus. Brand lässt weiterspielen und Didavi hat halbrechts im Sechzehner die Chance, abzustauben. Sein Schuss aus kurzer Distanz wird aber geblockt.

77., 4:0, Burgstaller: Kehrer wird auf der linken Seite nicht wirklich gestört und flankt ins Zentrum, wo Burgstaller die Kugel an der Strafraumgrenze in aller Ruhe annehmen darf. Drei Wolfsburger schauen zu, wie er die Kugel dann ins lange Eck schiebt.

79., 4:1, Gomez (FE): Nun bekommen die Gäste doch noch ihren Strafstoß: Nastasic hat den Arm im Zweikampf mit Blaszczykowski etwas ungeschickt draußen und erwischt seinen Gegenspieler. Gomez verwandelt eiskalt.

Fazit: Ein erschreckend schwacher Auftritt des VfL Wolfsburg. Schalke nutzte die Fehler des Gegners gekonnt aus und siegte völlig verdient.

Der Star des Spiels: Guido Burgstaller. Die irre Geschichte um den als Panikkauf abgestempelten Österreicher geht weiter. Er knipste doppelt und ist somit alleine in den letzten fünf Ligaspielen an fünf Toren direkt beteiligt. Vor allem die Ballannahme vor seinem zweiten Tor war allererste Sahne.

Der Flop des Spiels: Luiz Gustavo. Aus dem schwachen Wolfsburger Kollektiv einen Spieler herauszupicken, ist eigentlich schwer. Doch der Brasilianer sah bei sämtlichen Gegentoren nicht ganz glücklich aus und wirkte in den entscheidenden Situationen nicht wach und präsent.

Der Schiedsrichter: Benjamin Brand. Hatte mit der fairen Partie im Großen und Ganzen eigentlich wenig Probleme. Verlor bei den Elfmeterentscheidungen allerdings den Überblick. Der Rempler von Nastasic an Gomez (60.) hätte Elfmeter geben müssen. Auch beim Handspiel von Nastasic (67.) hätte sich Schalke über einen Elfmeterpfiff nicht beschweren dürfen. Als Brand auf den Punkt zeigte (79.), hätte man eigentlich laufen lassen können.

Das fiel auf:

  • Wolfsburg störte vor allem in der Anfangsphase Schalke beim Spielaufbau auffällig früh und aggressiv. Bazoer rückte weit nach vorne und lief gemeinsam mit Gomez und Malli die S04-Viererkette weit in der gegnerischen Hälfte an. Da die Staffelung nicht passte und Schalke schnell die erste Reihe überspielte, ergaben sich im Mittelfeld enorm viele Räume für die Schalker. Vor allem in den ersten 20 Minuten stieß Meyer immer wieder schön in die Räume vor und nutzte den Platz perfekt aus.
  • Schalke spielte keinesfalls spektakulären Champagner-Fußball, sondern lediglich schlicht und effektiv. Bis zum 2:0 dominierten die Königsblauen das Spielgeschehen (zwischenzeitlich rund 70 Prozent Ballbesitz) und nutzten die Fehler der Wolfsburger eiskalt aus. Nach der 2:0-Führung schalteten die Königsblauen etwas zurück und überließen Wolfsburg gekonnt das Feld.
  • Die Wölfe lieferten einen erschreckenden Auftritt ab. In der defensiven Grundordnung und in der Raumaufteilung passte wenig bis gar nichts. Viel zu häufig taten sich riesige Räume auf. Doch auch offensiv kam gar nichts von den Wölfen. Immer wieder schlichen sich im Spielaufbau haarsträubende Fehler ein. Wenn es mal gefährlich wurde, ging der Chance meist eine Einzelaktion voraus.
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