Bundesliga: Siebenkampf: Wer darf in die Europa League?

Während die Meisterschaft in der Bundesliga so gut wie entschieden ist, läuft der Kampf um die Europa-League-Plätze auf Hochtouren. Gewinnt der BVB den DFB-Pokal, spielt sogar der Tabellensiebte international. Insgesamt können sich noch sieben Teams Chancen auf Europa ausrechnen. SPOX verschafft einen Überblick.

Während die Meisterschaft in der Bundesliga so gut wie entschieden ist, läuft der Kampf um die Europa-League-Plätze auf Hochtouren. Gewinnt der BVB den DFB-Pokal, spielt sogar der Tabellensiebte international. Insgesamt können sich noch sieben Teams Chancen auf Europa ausrechnen. SPOX verschafft einen Überblick.

Seite 1: Gladbach, Frankfurt, Köln und Schalke

Ausgangsposition: Platz 7 berechtigt zur Europa-League-Qualifikation, wenn...

  • der bereits sicher für das internationale Geschäft qualifizierte BVB den DFB-Pokal gewinnt.
  • die Eintracht in Berlin triumphiert und in der Liga am Ende unter den ersten sechs steht.

Platz 11: Borussia Mönchengladbach, 39:44 Tore, 39 Punkte

Aktuelle Form: N-N-S-S-U

Restprogramm: 1. FSV Mainz 05 (A), FC Augsburg (H), VfL Wolfsburg (A), SV Darmstadt 98 (H)

Was spricht dafür? Das Restprogramm. Auf dem Papier stehen Hecking und Co. vor machbaren Aufgaben, immerhin steht keiner der verbleibenden Gegner in der Tabelle vor ihnen. 2017 präsentierte sich Gladbach insgesamt bislang in deutlich besserer Verfassung als noch im vergangenen Jahr: 22 der insgesamt 39 Zähler erbeuteten die Fohlen in der Rückrunde.

Was spricht dagegen? Die Gladbacher haben vor dem wichtigen Spiel gegen Mainz den Pokalfight in den Knochen. Überhaupt müssen sie den Hebel wieder umlegen, denn nach dem anfänglichen Aufschwung unter Hecking wurden die letzten drei Pflichtspiele allesamt verloren. Zu allem Übel haben sich gegen die SGE Oscar Wendt und Josip Drmic verletzt und verschärfen die ohnehin schon prekäre personelle Lage in Gladbach.

Prognose: Gladbach hat bis zum Schluss ein Wörtchen mitzureden, scheitert aber knapp.

Platz 10: Eintracht Frankfurt, 32:34 Tore, 41 Punkte

Aktuelle Form: S-N-U-N-U

Restprogramm: TSG Hoffenheim (A), VfL Wolfsburg (H), 1. FSV Mainz 05 (A), RB Leipzig (H)

Was spricht dafür? Die Eintracht hat noch zwei Eisen im Feuer. Im DFB-Pokal steht mit dem BVB zwar noch ein Gigant auf dem Programm, doch zwischen der SGE und Europa steht nur noch ein Sieg. Mit dem Finaleinzug sorgten die Frankfurter zudem für eine ordentliche Portion Euphorie. "Unsere Metropole wird auf den Beinen stehen", schwärmte Trainer Niko Kovac nach dem Erfolg unter der Woche. Weiterer Vorteil Frankfurt: Platz sieben würde zu 100 Prozent für die EL-Quali reichen.

Was spricht dagegen? Zwar tanzt das Kovac-Team immer noch auf zwei Hochzeiten, doch bei beiden hat die SGE noch Mammutaufgaben vor der Brust. Zudem verbreiten die Adler derzeit alles andere als Angst. Nur eins der letzten elf Ligaspiele gewannen sie, satte sieben davon gingen in die Hose. Folgerichtig gehört Frankfurt mit zwölf Punkten aus 13 Spielen zu den schlechtesten Teams der Rückrunde.

Prognose: Aufgrund der schwachen Form und des schwierigen Restprogramms wird es über die Liga für Frankfurt eng. Deshalb wird das Pokalfinale wohl auch über das internationale Geschäft entscheiden.

Platz 9: 1. FC Köln, 43:37 Tore, 41 Punkte

Aktuelle Form: U-N-N-S-N

Restprogramm: Borussia Dortmund (A), Werder Bremen (H), Bayer Leverkusen (A), 1. FSV Mainz 05 (H)

Was spricht dafür? Anthony Modeste. Der Toptorjäger der Domstädter hat bereits 23 Mal genetzt und könnte sich im Rennen um die internationalen Plätze als Zünglein an der Waage erweisen. Mit einem positiven Torverhältnis (+6) haben die Kölner einen weiteren Vorteil auf ihrer Seite: Nur Hertha und Schalke haben ebenfalls mehr Tore erzielt als kassiert.

Was spricht dagegen? In Köln gab es zuletzt immer wieder Störfeuer durch Ultra-Gruppierungen. So zeigten die Anhänger erst ein Schmäh-Plakat gegen Dietmar Hopp, ehe am Montagabend auch bei der Zweitligavertretung mehrere Bengalos gezündet wurden. Auch auf dem Rasen kamen die Kölner ein wenig aus dem Tritt und warten seit drei Partien auf einen Sieg. Mit dem BVB wartet am Wochenende zudem noch eine denkbar schwierige Aufgabe auf die Geißböcke - und Peter Stöger interpretiert den Dortmunder Pokalfight unter der Woche nicht unbedingt als Vorteil. "Ich fürchte, diese Müdigkeit wird sich bei den Dortmundern nach diesem positiven Erlebnis in Grenzen halten und ihnen noch einmal einen Schub geben", prognostiziert Stöger vor dem Duell mit dem Vizemeister.

Prognose: Die Geißböcke verpassen Platz sieben knapp.

Platz 8: Schalke 04, 43:36 Tore, 41 Punkte

Aktuelle Form: S-U-N-S-N-

Restprogramm: SC Freiburg (A), Hamburger SV (H), FC Ingolstadt (A)

Was spricht dafür? Nach dem Sieg gegen Leverkusen ist Platz sieben nur noch einen Punkt und Platz sechs nur drei Punkte entfernt. Außerdem kann S04 auf ein gutes Torverhältnis bauen (+7). Und das Restprogramm der Schalker kann sich sehen lassen: Nur der SC Freiburg steht vor dem Schlussspurt vor S04.

Was spricht dagegen? Schalke hat bereits ein Spiel mehr absolviert. Unabhängig davon ist Königsblau noch auf Schützenhilfe angewiesen und muss selbst seine Hausaufgaben erledigen. Dabei hat Königsblau zuletzt nicht unbedingt mit Konstanz brilliert.

Prognose: Königsblau muss nächstes Jahr auf europäischen Fußball verzichten. Selbst wenn Platz sieben ausreichen sollte, patzte Schalke in den vergangenen Wochen zu häufig.

Seite 2: Werder, Freiburg und Hertha

Platz 7: Werder Bremen, 50:51 Tore, 42 Punkte

Aktuelle Form: S-S-U-S-S

Restprogramm: Hertha BSC (H), 1. FC Köln (A), TSG Hoffenheim (H), Borussia Dortmund (A)

Was spricht dafür? Die überragende Form. Nach nur 16 Punkten aus der Hinrunde spielen die Jungs von der Weser in der Rückrunde wie entfesselt und tüteten stolze 26 Punkte ein. Seit zehn Spielen ist das zweitbeste Team der Rückrunde ungeschlagen (8 Siege). Der Lohn: Internationale Euphorie statt Bangen um den Klassenerhalt. "Wir dürfen die Phantasie haben, mehr zu erreichen, müssen das jetzt aber auch umsetzen. Es ist auch Kopfsache. Aber wir fühlen uns bereit", sagte Alexander Nouri.

Was spricht dagegen? Trotz der Erfolgswelle darf sich der SVW kaum Patzer erlauben. Keine leichte Aufgabe, besonders wenn es zum Saisonende mit Hoffenheim und Dortmund gegen zwei große Brocken geht.

Prognose: Die direkten Duelle gegen Hertha und Köln werden wegweisend. Werder konserviert die starke Form und erreicht Platz sechs.

Platz 6: SC Freiburg, 38:52 Tore, 44 Punkte

Aktuelle Form: S-N-S-S-N

Restprogramm: SV Darmstadt 98 (A), FC Schalke 04 (H), FC Ingolstadt 04 (H), Bayern München (A)

Was spricht dafür? Gleich drei Faktoren: Einerseits wären die Freiburger im Moment qualifiziert, andererseits stehen die nächsten drei Gegner hinter dem SCF - darunter die beiden Tabellenschlusslichter Darmstadt und Ingolstadt. Darüber hinaus präsentierten sich die Breisgauer zuletzt in ordentlicher Verfassung und strichen gegen Wolfsburg, Mainz und Leverkusen jeweils drei Punkte ein.

Was spricht dagegen? Die Konkurrenz sitzt Freiburg weiterhin gefährlich im Nacken. Die Breisgauer haben das schlechteste Torverhältnis aller EL-Bewerber und jeder Aussetzer kann folgenschwere Konsequenzen haben. Da die Freiburger aber ohnehin über den Erwartungen bleiben, will Christian Streich für den Aufsteiger kein neues Saisonziel ausgeben, sondern erklärt nüchtern: "Wir sollten stabil bleiben, damit es eine gute Saison bleibt."

Prognose: Es wird ein heißer Kampf um die europäischen Plätze, Freiburg wird bis zum letzten Spieltag ein Teil davon sein - und schafft dank Rang sieben den Weg in die Qualifikation.

Platz 5: Hertha BSC, 38:35 Tore, 46 Punkte

Aktuelle Form: S-N-S-N-N

Restprogramm: Werder Bremen (A), RB Leipzig (H), SV Darmstadt 98 (A), Bayer Leverkusen (H)

Was spricht dafür? Die Tabellenkonstellation. Die Berliner sind das einzige Team, das eine Niederlage verkraften könnte, ohne ordentlich Boden zu verlieren. Nach zuvor drei Niederlagen am Stück fanden die Hauptstädter zuletzt wieder in die Spur. Dank der Siege gegen Augsburg und Wolfsburg hat sich Hertha die Pole Position gesichert. Bei einem Sieg gegen Bremen ist Hertha bereits so gut wie durch.

Was spricht dagegen? Personell kann Hertha keineswegs aus dem Vollen schöpfen und unter der Woche gab es den nächsten Rückschlag: Marvin Plattenhardt verlängert die ohnehin schon lange Verletztenliste der Berliner. "Es ist nicht schön, dass ein Spieler nicht sagt, dass er Probleme hat und am Wochenende durchspielt. Und heute kommt raus: Faserriss. Das ist nicht in Ordnung", sagte Pal Dardai auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Werder Bremen.

Prognose: Hertha zieht souverän in die Europa League ein.

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