Bundesliga: "Skandalös!" Bayern-Neuzugang Kouassi scharf kritisiert

SPOX

Der ablösefreie Wechsel von Defensiv-Juwel Tanguy Kouassi zum FC Bayern München sorgt weiterhin für negative Stimmungen bei Paris Saint-Germain. Nachdem Sky Italia berichtet hatte, dass die PSG-Verantwortlichen angesichts des Transfers "erbost" seien, legte der ehemalige Pariser Profi Jerome Rothen in seiner Rolle als TV-Experte noch einmal nach.

"Diese jungen Spieler schulden es PSG, zu bleiben", sagte Rothen, der von 2004 bis 2010 beim französischen Hauptstadtklub spielte, in einem Interview mit RMC Sport: "Ich finde das einfach nur skandalös. Ich bin gegen diese Einstellung."

Kouassi war jahrelang bei PSG ausgebildet worden und hatte in der kürzlich abgebrochenen Saison sogar sein Champions-League-Debüt geben dürfen. Insgesamt kam der erst 18 Jahre alte Innenverteidiger, der als eines der größten Defensivtalente Europas gilt, auf elf Einsätze. In der Ligue 1 feierte er beim 4:4 gegen Amiens sein Tor-Debüt.

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"Er ist sehr stark, hat eine tolle Persönlichkeit, ist aufmerksam und sehr zuverlässig. Er zeigt jede Menge Selbstvertrauen, was gut ist. Geht es nach mir, kann man auf ihn zählen", schwärmte PSG-Trainer Thomas Tuchel über Kouassi.

Die Tatsache, dass Tuchel dem flexibel als Sechser oder Innenverteidiger einsetzbaren 18-Jährigen im Pariser Starensemble vermehrt Spielminuten gegeben hat, dieser sich nun aber ablösefrei dem deutschen Rekordmeister anschließen wird und dort einen Fünfjahresvertrag unterschreiben wird, versetzte Rothen zusätzlich in Rage.

"Ich verstehe nicht, wie ein Spieler so reagieren kann, nachdem ihm das ganze Jahr lang Vertrauen entgegengebracht wurde. Was ist seine Ausrede?", fragte Rothen. "Er wird bei Bayern viel weniger spielen. Diese Mentalität ist furchtbar. Das ist es, was mich den Fußball bei diesen jungen Leuten hassen lässt."

Bayern schnappt sich Kouassi: "Junge Leute müssen sich mit PSG identifizieren"

Gänzlich aus der Verantwortung nehmen wollte er die PSG-Verantwortlichen jedoch nicht. "Ich möchte, dass sich im Verein etwas tut. Es gilt, etwas zu tun, damit sich die jungen Leute mit PSG identifizieren", sagte Rothen.

Weil Paris seit dem Einstieg der katarische Investorengruppe QSI im Jahr 2011 Milliarden in den Kader investierte und angesichts der vielen Weltstars in der Folge kaum Platz für die eigens ausgebildeten Spieler war, flüchteten diese aufgrund der mangelnden Perspektive oftmals zu anderen Klubs in Europa.

Allein im Sommer verließen in Moussa Diaby (Bayer Leverkusen) und Christopher Nkunku (RB Leipzig) zwei Spieler PSG, die nun in der Bundesliga phasenweise stark aufspielen. Nkunku ist beispielsweise bei Leipzig mit 13 Assists einer der vier besten Vorlagengeber der Liga. Auch bei den beiden deutschen Top-Klubs spielen aktuell in Kingsley Coman (FC Bayern) und Dan-Axel Zagadou (Borussia Dortmund) zwei ehemalige PSG-Talente große Rollen. Den gleichen Weg will nun auch Kouassi gehen.

 

 

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