Bundesliga: Tönnies nach Eklat: "War total erschlagen"

Clemens Tönnies hat in einem Interview bei Schalke TV Stellung zu seiner verbalen Entgleisung auf dem Tag des Handwerks vor drei Monaten genommen und die seitdem erhobenen Rassismus-Vorwürfe gegen ihn noch einmal scharf zurückgewiesen.
Clemens Tönnies hat in einem Interview bei Schalke TV Stellung zu seiner verbalen Entgleisung auf dem Tag des Handwerks vor drei Monaten genommen und die seitdem erhobenen Rassismus-Vorwürfe gegen ihn noch einmal scharf zurückgewiesen.

Clemens Tönnies hat in einem Interview bei Schalke TV Stellung zu seiner verbalen Entgleisung auf dem Tag des Handwerks vor drei Monaten genommen und die seitdem erhobenen Rassismus-Vorwürfe gegen ihn noch einmal scharf zurückgewiesen.

"Ich war von der Wucht der Reaktionen total erschlagen. Ich habe einen Fehler gemacht, ja. Ich stehe für diesen Fehler ein", sagte Tönnies und betonte dabei, dass er seine Aussagen "nicht beleidigend oder verletzend gemeint" habe.

Tönnies hatte auf dem Tag des Handwerks Anfang August in Paderborn in der Diskussion um Wege, den Klimawandel zu bremsen, höhere Steuern kritisiert und stattdessen vorgeschlagen, lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika zu finanzieren. Als Begründung warf er ein: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

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Der Fleischfabrikant wurde für seine Worte von Politikern, den Schalke-Fans und auch ehemaligen Spielern wie Gerald Asamoah oder Hans Sarpei scharf kritisiert. Auch wurde seine Zukunft als Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 in Frage gestellt. Nach einer mehrstündigen Sitzung des S04-Ehrenrats folgte jedoch nicht etwa eine Amtsenthebung oder ein Vereinsausschluss, sondern eine dreimonatige Auszeit, in der Tönnies sein Amt auf eigenen Vorschlag hin ruhen ließ.

S04-Aufsichtsratschef Tönnies: "Bin jemand, der vereint"

"Es war eine harte Zeit", sagte Tönnies bezüglich der selbst auferlegten Sperre, die am Mittwoch ausgelaufen ist. Er habe nicht erwartet, "dass ich wirklich ein Stück weit leide, nicht dabei zu sein, mich in eine angeordnete Abstinenz zu bewegen, draußen zu sein."

Tönnies wiederholte im knapp zwölfminütigen Interview noch einmal, dass er sich für seine Aussagen entschuldige und wies etwaige Rassismus-Vorwürfe vehement von sich. "Ich bin nicht jemand, der trennt, sondern jemand, der vereint", erklärte er und fügte an, dass er "sehr viel Rückhalt von bekannten Leuten bekommen" habe. Diese hätten ihn zwar gefragt, was er sich bei den Aussagen gedacht habe, allerdings seien ihm viele gefolgt, wenn er seine Intuition dahinter erklärt habe.

Bezüglich seiner Rückkehr nach der nun abgelaufenen Auszeit habe er das Gefühl, dass sich alle freuen, dass ich wieder komme". Am Dienstag berichtete die WAZ, dass Tönnies jedoch trotz seiner Rückkehr ins Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden am Samstag dem Heimspiel der Königsblauen gegen Fortuna Düsseldorf (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) fernbleiben werde. Das bestätigte Tönnies und verwies darauf, dass er geschäftlich in Asien "sehr, sehr eingebunden" sei.

Wann er das nächste Mal ein Schalke-Spiel im Stadion besuchen werde, ließ er daher noch offen: "Ich weiß noch nicht, wann der erste Aufschlag ist. Ich kann es noch nicht sagen. Lieber heute als morgen."

Mehr bei SPOX: S04-Boss: Tönnies? “Es gibt nicht lebenslang”

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