Bundesliga: Thiago: Erstaunlich viel spricht für Barca

Thiago hat sich zu einem der wichtigsten Bausteine im Team des FC Bayern entwickelt und ist aus Carlo Ancelottis Team nicht mehr wegzudenken. Zuletzt wurde medial über eine Rückkehr des Spielmachers zu seinem Heimatklub FC Barcelona spekuliert. Welche Argumente sprechen für einen Verbleib, welche für einen Wechsel? SPOX macht den Check.

Thiago hat sich zu einem der wichtigsten Bausteine im Team des FC Bayern entwickelt und ist aus Carlo Ancelottis Team nicht mehr wegzudenken. Zuletzt wurde medial über eine Rückkehr des Spielmachers zu seinem Heimatklub FC Barcelona spekuliert. Welche Argumente sprechen für einen Verbleib, welche für einen Wechsel? SPOX macht den Check.

Seite 1: Das spricht für den FC Bayern

Das spricht für den FC Bayern

Das Standing: Spätestens seit der letzten Saison genießt Thiago bei den Bayern ein Ausnahme-Standing. Der Spanier hat sich im Mittelfeld unverzichtbar gemacht und bekommt das von Vereinsseite regelmäßig zu hören. Dieses Gefühl, unumstritten zu sein, hatte Thiago in Barcelona nie. Das hat er sich in München erarbeitet und ist fester Bestandteil der Zukunftsplanungen der Bayern. Die würden den bis 2019 laufenden Vertrag lieber heute als morgen verlängern. Pep Guardiolas Denken ("Thiago oder nix") hat auch der FCB mittlerweile übernommen.

Der Einfluss: Bleibt Thiago in München, hat er persönlich eine größere Chance, die Zukunft eines ganzen Klubs zu prägen. Beim FC Bayern zählt er zu den absoluten Superstars, bei Barca würde er sich hinter jenen wohl erst einmal wieder nur im Schatten aufhalten. In seiner Rolle bei den Bayern bestimmt er die Spielweise der gesamten Mannschaft aktiv mit. Das Team ist von seiner Kreativität deutlich abhängiger als das bei Barca der Fall wäre. Entsprechend mehr Einfluss kann er im Münchner Spiel nehmen.

Die Dankbarkeit: Thiago ist extrem dankbar, die Möglichkeit erhalten zu haben, in München den persönlichen Aufstieg in die Weltklasse zu schaffen. Außerdem hat er nicht vergessen, wie die Bayern mit seiner langen Verletzungspause umgingen. Fast ein Jahr fehlte er zwischen 2014 und 2015 mit einem Innenbandriss im Knie. Die Bayern hielten immer an ihm fest und räumten ihm in Ruhe die Regenerationszeit ein, die er benötigte. Obwohl Thiago so in seiner Entwicklung zurückgeworfen wurde, brachte der FCB ihm stets ein riesiges Vertrauen entgegen.

Das Triple: Die Champions League hat Thiago in Barcelona schon gewonnen. Das Triple nicht. Die Aussichten darauf sind in München durchaus vielversprechend: In der Champions League sind die Bayern jährlich ganz vorne mit dabei, die nationalen Titel mittlerweile fest eingeplant. Was Thiago sicher auch reizt: Es gibt noch nicht so viele Spieler, die schon mit zwei verschiedenen Klubs die Champions League gewonnen haben.

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Das spricht für Barcelona

Heimatverbundenheit: "Er ist ein Spieler, der hier bei Barca großgeworden ist und der auf allerhöchstem Niveau spielt", erklärte Andres Iniesta zuletzt, dass er sich eine Rückkehr von Thiago nach Barcelona sehr gut vorstellen könne. Das stärkste Argument ist auf jeden Fall Thiagos Heimatverbundenheit. Thiago kam mit fünf Jahren nach Spanien, wurde ab seinem 14. Lebensjahr in La Masia, Barcas weltbekannter Fußballschule, ausgebildet. Rückblickend sagte Thiago vor Kurzem: "Wir haben damals in einem Stein-Haus gewohnt, das nahe dem Stadion gelegen war, oder in irgendwelchen Räumen im Stadion. Heute ist es dort wie in einem Fünf-Sterne-Hotel!" Er habe Barca gar nicht unbedingt verlassen wollen: "Es war eine sehr schwere Entscheidung, das ist es für jeden, der aus La Masia kommt, der durch dieses Jugendsystem geht. Du willst von diesem Klub nicht weggehen, du willst es in die erste Mannschaft schaffen und dort Erfolg haben." Diesen Wunsch trägt er sicher auch heute noch in sich. Hinzu kommt: Thiagos jüngerer Bruder Rafinha spielt auch bei Barca. So wäre sogar die Familie wieder vereint.

Chance auf den Weltfußballertitel: Romario, Ronaldo, Rivaldo, Ronaldinho, Messi - seit Einführung des Weltfußballer-Titels gab es fünf Titelträger vom FC Barcelona und keinen von Bayern. Was hauptsächlich mit der individuellen Klasse der Spieler zu tun haben sollte, hängt definitiv auch mit deren Vereinen zusammen. Denn letztlich ist ein Weltfußballer das Produkt aus spielerischen Fähigkeiten und eben dem weltweiten Bekanntheitsgrad. Will Thiago diesen Titel in seiner Karriere auch noch gewinnen, stehen die Chancen bei Barca deutlich besser als in München. Gerade im asiatischen und afrikanischen Raum sind Barca-Spieler die größeren Marken. Das ist der FIFA eben auch wichtig.

Klub-Aura: Einhergehend mit der Chance auf den Weltfußballertitel ist das Renommee des gesamten Klubs. "Mes que un club" reicht weltweit schon deutlich weiter als "Mia san mia". Auch wenn die Bayern der mitgliederstärkste Verein der Welt sind, haben Real Madrid, Manchester United und eben der FC Barcelona mit ihren Auren noch die größere Tragweite. Das wird auch die große Internationalisierungsstrategie des FCB so schnell nicht aufholen.

Sportlicher Anreiz: Generell fehlt dem FCB auf nationaler Ebene gerade ernsthafte Konkurrenz. In der Bundesliga mangelt es gänzlich an Spannung, keine Besserung in Sicht. Selbst der BVB scheint so schnell nicht wieder die Konstanz zu erlangen, die es braucht, um wirklich um den Titel mitzuspielen. Ohnehin reizt der Clasico einen spanischen Nationalspieler viel mehr als Bayern gegen Dortmund. Das Duell mit Erzfeind Real bietet bei Barca natürlich eine ganz andere Brisanz. Auch dank Atletico oder zuletzt dem FC Sevilla ist der Titelkampf in Spanien deutlich interessanter - auch für die Spieler selbst. Das bietet sportlich eine größere Herausforderung - für Thiago womöglich die Chance, in seiner Entwicklung noch einen Schritt nach vorne zu machen.

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