Bundesliga: Deshalb tut sich der BVB gerade so schwer

Borussia Dortmund vergibt im 150. Revierderby beim FC Schalke 04 trotz Führung erneut einen wichtigen Dreier . In der Liga tat sich der BVB zuletzt schon beim 1:0 gegen Ingolstadt und beim 1:2 in Berlin schwer. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen.

Borussia Dortmund vergibt im 150. Revierderby beim FC Schalke 04 trotz Führung erneut einen wichtigen Dreier. In der Liga tat sich der BVB zuletzt schon beim 1:0 gegen Ingolstadt und beim 1:2 in Berlin schwer. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen.

Zu wenig Mut zum Risiko: Gerade einmal sieben Torschüsse gab der BVB auf Schalke ab - so wenige, wie in keinem anderen Spiel dieser Saison. Das ist bei der spielerischen Überlegenheit der Borussia unverständlich.

Den technisch extrem versierten Dortmundern fehlte zuletzt immer wieder der Mut, einfach mal abzuschließen. Der BVB versucht es häufig zu kompliziert oder schön, obwohl sich im Spiel auch immer wieder Möglichkeiten aus der zweiten Reihe ergeben.

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Schlechte Chancenverwertung: Abgesehen davon, dass der BVB insgesamt sehr selten den Abschluss suchte, war die Verwertung der Großchancen zuletzt auch sehr ausbaufähig.

Gegen Schalke hatte wieder einmal Pierre-Emerick Aubameyang die riesige Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Im wichtigen Moment entschied er alleine vor Fährmann aber falsch. Untypisch für ihn, suchte Auba nicht den Abschluss, sondern versuchte, quer zu legen. Es fehlte die letzte Entschlossenheit - ein Schalker war dazwischen. Inwiefern so umstrittene Aktionen wie sein Masken-Torjubel in dem Zusammenhang besonders glücklich wirken, steht auf einem anderen Blatt.

Tatsächlich lässt der BVB in vielen Situationen die nötige Konzentration vermissen. "Torgeilheit" ist der Begriff, den Tuchels Team wieder verinnerlichen muss.

Fehlende Emotionalität: Schon am Freitag sagte Tuchel auf der Abschluss-PK, dass er das Derby-Fieber unter der Woche nicht wirklich verspürt habe. Er habe im Umfeld keine größere Anspannung wahrgenommen als sonst.

Was beide Mannschaften in der ersten Hälfte zeigten, bestätigte Tuchels Worte. Aufreger gab es nicht, die Zweikampfhärte war sehr überschaubar. Während Schalke aber in der Schlussphase nach dem Ausgleich großen emotionalen Aufwind verspürte, machten die Dortmunder nicht den Eindruck, um jeden Zentimeter zu kämpfen.

"Es wird auf Schalke schwer, aber wir trauen uns das zu. Ohne die Bereitschaft, den Kampf anzunehmen, kann es aber nicht funktionieren." Auch das waren Tuchels Worte am Freitag, die nicht so fruchteten, wie er es sich erhofft hatte: Lange war der BVB, der Schalke durch seine spielerische Überlegenheit über weite Strecken in Schach hielt, gar nicht darauf angewiesen. Als es diese Emotionalität zum Schluss aber brauchte, kam sie nicht mehr auf. So geriet der BVB noch mal ins Straucheln.

Fehlende Abgeklärtheit: In den vergangenen 17 Bundesliga-Partien traf der BVB immer - eine derart lange Trefferserie hat kein anderes Team in der Liga. Trotzdem schaffte es die Borussia "nur" in neun dieser Spiele, als Sieger vom Platz zu gehen. Von den vergangenen neun Auswärtsspielen gewann der BVB gerade einmal zwei. Gemessen an der Qualität des Kaders und am Anspruch des Vereins, ist das zu wenig.

In hitzigen Situation die Ruhe bewahren oder eine knappe Führung einfach über die Zeit schaukeln: Der BVB steht sich phasenweise selbst im Weg. Tuchels Team fehlt im Kollektiv oft die Abgeklärtheit.

Das hängt nicht nur mit den vielen jungen Spielern zusammen. Gerade Weigl, Dembele oder auch Pulisic gehörten zuletzt immer wieder zu den souveränsten und besten Akteuren auf dem Platz. Im Verbund aber schaukelt sich Dortmund in Sachen Fehleranfälligkeit schnell mal hoch. Das zeigte auch die Schlussphase gegen Schalke.

Das Quäntchen Glück fehlt: Den nötigen Einsatz kann man der Borussia derzeit nicht absprechen. Neben den bereits genannten Faktoren fehlt hier und da aber auch einfach das Quäntchen Glück.

Ousmane Dembele war im Schalke-Spiel diesbezüglich das beste Beispiel: In einigen Situationen setzte sich der Youngster überragend durch und kam dann vielversprechend zum Abschluss. Einmal segelte sein Schlenzer ganz knapp rechts am Pfosten vorbei (30.), einmal scheiterte er am Pfosten.

Aber: Immerhin im eigenen Sechzehner hatte der BVB das Glück auf seiner Seite, schließlich hätte es gegen Schalke in der Nachspielzeit noch Elfmeter geben müssen. Auch Ingolstadt hatte vor zwei Wochen in der Schlussphase mehrere Großchancen, bei denen die Dortmunder aber letztlich tief durchatmen durften.

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