Bundesliga: Völler teilt gegen VAR aus: "Tötet Emotionen"

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler hat sich kritisch mit dem Videobeweis auseinandergesetzt und sieht sich in seiner anfänglichen Skepsis nicht nur bestätigt, sondern erkennt sogar eine Verschlechterung.

"Bei der Einführung des Videobeweises war ich total kritisch und fühlte mich in meiner Skepsis bestätigt. Dann gab es eine Phase, in der es viel besser lief. Und jetzt ärgert man sich gefühlt mehr als am Anfang", sagte Völler im Interview mit der Bild-Zeitung am Rande des Leverkusener Trainingslagers im spanischen La Manga. Demnach "tötet" der Videobeweis viele Emotionen. Zudem sei die Auslegung der Handregelung ein Problem.

"Man jubelt mittlerweile zweimal über ein Tor. Dieses Warten ist ein schwer zu ertragender Nebeneffekt des Videobeweises. Daran habe ich mich noch nicht gewöhnt", erläuterte der 59-Jährige. Unter den aktuellen Umständen werde eine Diskussion "nie aufhören", schob Völler nach.

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Besonders die Tatsache, dass nach einem Tor eine sofortige Unsicherheit über die Gültigkeit des Treffers herrscht, kritisiert Völler. "Als Stürmer habe ich zuerst zum Linienrichter geschaut. Heute schaue ich direkt, wohin der Zeigefinger des Schiris geht. Geht der zum Ohr, kriege ich ein mulmiges Gefühl im Magen. Zeigt er auf die Mitte, balle ich noch mal die Faust", sagte der ehemalige DFB-Teamchef.

Völler : Aufhören? "Alles ist mal endlich"

Völler, der in Leverkusen von 2005 bis 2018 als Sportdirektor fungierte und seitdem das Amt des Geschäftsführers Sport innehat, denkt noch lange nicht ans Aufhören. "Grundsätzlich ist alles mal endlich. Aber es macht mir hier bei Bayer 04 weiter großen Spaß, die Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen klappt wunderbar", stellte Völler klar.

Und schob nach: "Ich hatte mir vor zwei Jahren eigentlich vorgenommen, mich über ein schlechtes Spiel oder eine Schiri-Entscheidung nicht mehr aufzuregen - das schaffe ich aber nicht. Ich bin da ehrlich. Dafür bin ich emotional immer noch viel zu sehr bei der Sache und so engagiert wie in alten Zeiten."

Völler über Bosz-Verlängerung: "Wollen eine Ära schaffen"

Mit Trainer Peter Bosz, dessen Arbeitspapier zum Saisonende ausläuft, strebt Völler zudem eine Vertragsverlängerung an. "Wir wünschen uns, mit ihm und seinem Trainer-Team eine längere Ära zu schaffen. Die Basis und das Vertrauen dafür sind da. Bei allem Erfolgs-Druck fühlen sich beide Seiten wohl. Er weiß, wie bei uns gearbeitet wird und passt mit seiner Art sehr gut zum Klub. Warten wir mal ab", sagte Völler.

In der Bundesliga steht Bayer Leverkusen nach der Hinrunde mit nur zwei Punkten Rückstand auf die Champions-League-Pätze auf Rang sechs. Zudem steht die Werkself, nachdem sie die Gruppenphase der Königsklasse nicht überstanden hatte, in der Zwischenrunde der Europa League. Dort trifft Bayer 04 auf den FC Porto.

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