Bundesliga: Notkredit: Muss ein Investor Werder retten?

SPOX

Werder Bremen muss offenbar zum ersten Mal in seiner Vereinshistorie Schulden machen und ist dem Einstieg eines Investors nicht abgeneigt.

Bild: Getty Images
Bild: Getty Images
Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Willi Lemke sieht Geisterspiele im Free-TV als Sicherheitsmaßnahme. Klaus Filbry vergleicht den Profifußball mit der Autoindustrie. Alle News und Gerüchte zu SV Werder Bremen findet Ihr hier.

Werder Bremen: Investor soll Werder retten

SV Werder Bremen muss im Zuge der Coronakrise offenbar einen Kredit aufnehmen, der zur Rettung des Vereins verhelfen soll. Auch einem Investor sind die Verantwortlichen nicht abgeneigt. "Wir arbeiten gerade an einem KfW-Kredit (Kreditanstalt für Wiederaufbau, Anm. d Red.) weil es anders nicht zu leisten ist", sagte Werder-Boss Klaus Filbry der Bild

Die Bild hatte bereits am Freitag berichtet, dass Werder erstmals in seiner Klubgeschichte Schulden machen müsse. Nun kommt ein möglicher Investor ins Spiel. "Wir finden in der aktuellen Phase aber kaum jemanden, der bereit ist, in eine Minderheitsbeteiligung Geld zu investieren. Dennoch prüfen wir auch diese Option. Es könnte ein Lösungsansatz sein", sagte Filbry.

Die letzte TV-Rate von 15 Millionen Euro, von der vorerst nur ein Viertel ausgezahlt wird, reicht dem Verein an der Weser dem Bericht zufolge nicht. Im schlimmsten Fall drohen dem Klub offenbar sogar Verluste in Höhe von 45 Millionen Euro.

SVW: Ex-Werder-Manager Willi Lemke fordert Geisterspiele im Free-TV

Der frühere Werder-Manager Willi Lemke schlägt Geisterspiele im Free-TV als Sicherheitsmaßnahme vor. "Das hätte den unglaublich wichtigen Effekt, dass der Run auf die Wohnzimmer mit Sky-Ausstattung unterbleiben würde", erklärte Lemke der Bild: "Und die Leute würden vielleicht nicht zu den Stadien gehen und sich dort infizieren."

Konkret wünscht sich Lemke die Live-Konferenz sowie das Topspiel am Samstagabend kostenlos für alle. Weder Sky noch die DFL haben sich bisher dazu geäußert.

Dabei hatte Sky schon Mitte März verkündet, dass "an den kommenden beiden Spieltagen" die Konferenzen der 1. und 2. Bundesliga frei empfänglich sein würden. "In herausfordernden Zeiten müssen wir alle zusammenstehen", teilte Sky-Boss Devesh Raj damals mit. "Für uns ist es selbstverständlich, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir diese Spiele mit allen teilen, so dass möglichst viele Fußballfans die Bundesliga live erleben können."

DFL-Boss Christian Seifert lobte den Pay-TV-Sender damals für die "außergewöhnliche Initative": "Auch wenn der Stadionbesuch nicht möglich ist, muss an den kommenden Spieltagen niemand auf Bundesliga und 2. Bundesliga als Live-Erlebnis verzichten."

Werder-Gechäftsführer Klaus Filbry stellt sich Kritik zum Bundesliga-Neustart

Klaus Filbry hat den geplanten Neustart der Bundesliga verteidigt. Dabei zeigte er Verständnis für die Bedenken. "Wir sind ja nicht taub", sagte Werders Vorsitzender der Geschäftsführung in einer Medienrunde bezüglich der geplanten Fortsetzung der Bundesliga am 9. Mai: "Wir nehmen die gesellschaftliche Kritik am Fußball wahr und der stellen wir uns."

Im Fokus stand dabei die kritische finanzielle Lage einiger Klubs, zu denen Werder wohl auch gehört. "Die Kritikpunkte, die man jetzt hat, wird man genauso gut auch im August oder September anbringen können", betonte Filbry und fuhr fort: "Und wenn man bis dann nicht spielen kann, sieht es für ganz viele Bundesligavereine sehr schnell sehr schlecht aus."

Filbry sehe das heftig umstrittene DFL-Konzept zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in erster Linie als notwendig. "Natürlich gibt es Kritik dafür, aber wir müssen es erstellen und haben es erstellt", sagte Filbry: "Das Robert-Koch-Institut hat es als vernünftiges Arbeitsschutz-Konzept eingeordnet."

Dass der Fußball eine Sonderrolle in der Coronakrise einnehmen wollen würde, dementiert Filbry mit einem Vergleich außerhalb der Branche. "Wir haben das gemacht, was auch bei Mercedes oder bei VW gemacht wird, wo die Produktion unter entsprechenden Hygieneauflagen wieder hochgefahren wird."

Werder Bremen plant mit Romano Schmid in kommender Saison

Der aktuell an den Wolfsberger AC ausgeliehene Romano Schmid wird zur kommenden Saison zu Werder Bremen zurückkehren. Das teilte der Klub heute mit.

"Romano hat bis zur Pause eine sehr gute Saison in Österreich gespielt", sagte Werders Sportchef Frank Baumann: "Er ist Stammkraft beim Wolfsberger AC und konnte auch Erfahrungen in der Europa League sammeln. Mit diesen Eindrücken wird er zur neuen Saison zu uns zurückkehren und ein fester Bestandteil unseres Bundesliga-Teams sein."

Werder hatte den Österreicher im Januar 2019 von RB Salzburg verpflichtet, mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet und Schmid dann umgehend nach Wolfsberg ausgeliehen.

Bundesliga: Die aktuelle Tabelle der Saison 2019/20

Platz

Team

Sp.

Tore

Diff

Pkt.

1.

Bayern München

25

73:26

47

55

2.

Borussia Dortmund

25

68:33

35

51

3.

RB Leipzig

25

62:26

36

50

4.

Borussia M'gladbach

25

49:30

19

49

5.

Bayer Leverkusen

25

45:30

15

47

6.

Schalke 04

25

33:36

-3

37

7.

Wolfsburg

25

34:30

4

36

8.

SC Freiburg

25

34:35

-1

36

9.

TSG Hoffenheim

25

35:43

-8

35

10.

1. FC Köln

25

39:45

-6

32

11.

1. FC Union Berlin

25

32:41

-9

30

12.

Eintracht Frankfurt

24

38:41

-3

28

13.

Hertha BSC

25

32:48

-16

28

14.

FC Augsburg

25

36:52

-16

27

15.

1. FSV Mainz 05

25

34:53

-19

26

16.

Fortuna Düsseldorf

25

27:50

-23

22

17.

Werder Bremen

24

27:55

-28

18

18.

SC Paderborn 07

25

30:54

-24

16

Lesen Sie auch