Bürgermeister täuscht eigenen Tod vor, um Verhaftung zu entgehen

Moritz PiehlerFreier Autor
Yahoo Nachrichten Deutschland

Was tun, wenn man beim Brechen der Lockdown-Regeln erwischt wird? Einfach mal seinen eigenen Tod faken, dachte sich Jaime Rolando Urbina Torres, Bürgermeister einer peruanischen Kleinstadt.

War einen Versuch wert. Bürgermeister Jaime Rolando Urbina Torres stellt sich tot, um seiner Verhaftung zu entgehen. (Quelle: Policía Nacional de Perú)
War einen Versuch wert. Bürgermeister Jaime Rolando Urbina Torres stellt sich tot, um seiner Verhaftung zu entgehen. (Quelle: Policía Nacional de Perú)

Es ist eine gängige Taktik in der Tierwelt, sich bei einem Angriff übermächtiger Gegner einfach tot zu stellen. Daran erinnerte sich wohl auch Jaime Rolando Urbina Torres. Torres ist Bürgermeister der etwa 300 Kilometer südlich von Lima gelegenen Kleinstadt Tantara. Offensichtlich hatte er trotz seiner politischen Funktion die Nase voll vom vorgeschriebenen Lockdown in Peru und traf sich verbotenerweise mit ein paar Kollegen auf eine Runde Chicha, dem lokalen fermentierten Getränk. Doch die lokale Polizei bekam Wind davon und rückte an, um ihren Bürgermeister zu verhaften. Gewitzt und vermutlich im Geiste eines angeschickerten Kopfes erdacht, versuchte Torres, sich an einem Schauspielakt als sein eigener Leichnam. Stocksteif und -immerhin korrekt- mit Atemmaske versehen, legte er sich in einen Holzsarg. Seine Kumpane versteckten sich in Schränken und Schubladen. Doch die Polizei von Tantara kann man nicht so leicht hinters Licht führen. Die Beamten kamen dem Bürgermeister auf die Schliche, nicht allerdings, ohne vorher noch ein Beweisfoto zu knipsen, das sie später veröffentlichten.

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Dass sie bei dem Leichenszenario von Beginn an etwas skeptisch waren, mag sich auch damit erklären, dass Bürgermeister Torres schon das ein oder andere Mal negativ aufgefallen ist. So erntete er viel Kritik von den etwa 700 Einwohnern seines Bezirks dafür, dass er selbst ständig abwesend sei während des knapp zweimonatigen Lockdowns. Insgesamt soll er während der gesamten Zeit nur acht Tage in der Stadt verbracht haben. Auch die nötigen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen habe Torres nicht eingeführt. So gibt es in Tantara zum Beispiel keine Notunterkünfte zur Quarantäne. Das Sarg-Versteck half ihm jedenfalls nicht, er wurde verhaftet und wegen Verstoßes gegen die Lockdown-Gesetze angezeigt. Als er Anfang Mai zu einer Bürgerversammlung erscheinen sollte, um sich den Vorwürfen zu stellen, beschimpfte der Bürgermeister stattdessen die Anwesenden aufs Heftigste, bis ihn seine eigenen Mitarbeiter schließlich zur Ruhe brachten.

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Peru gehört in Lateinamerika zu den stärker betroffenen Ländern, mit über 108.000 Covid-19 Infizierten und 3.148 bestätigten Todesfällen ist es nach Brasilien das Land mit den höchsten Zahlen auf dem Sub-Kontinent.

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