BVB-Held gibt zu: Tor gegen Malaga hätte nicht zählen dürfen

Christian Scharbert
Sport1

Es ging als eines der denkwürdigsten Spiele der Dortmunder Fußballgeschichte ein. Am 9. April 2013 steht der BVB gegen den FC Malaga im Champions League-Viertelfinale vor dem Aus.

Die Spanier führten mit 2:1, Marco Reus gelang der Ausgleich in der Nachspielzeit. Doch der BVB brauchte einen Sieg, um das Halbfinale zu erreichen. In der 93. Minute schlug die Stunde von Innenverteidiger Felipe Santana - mit der allerletzten Aktion des Spiels spitzelte der Brasilianer aus einem Gewühl heraus den Ball über die Linie.

Im Interview mit France Football erinnert sich der heute 34-Jährige an diesen Moment zurück.

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Santana: "Eine große Erleichterung"

"Es war eine großartige Erinnerung, nicht nur für mich, sondern für alle Dortmunder", schildert Santana. "Der Ball erreichte mich, dann schob ich ihn einfach rein." Dem Tor des Defensivspielers ging ein chaotischer Kampf um den Ball voraus. "Es war ein großer Job von den Jungs. Denn ich habe nicht alleine um diesen Ball gekämpft!"


Es folgte pure Ekstase auf den schwarz-gelben Rängen. Und auch die Sieger-Truppe feierte das "Wunder" wie einen Meisterschaftstitel. "Wir gingen zurück in den Umkleideraum und organisierten dort tatsächlich eine Party. Wir sprangen, sangen, tanzten, tranken ... Wir haben alles getan, was uns in den Sinn kam", erinnert sich Santana.

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Santana verwirrte Schiedsrichter

Dabei hatte er sich bei seinem Siegtreffer einen halben Schritt im Abseits befunden. "Heute, mit dem VAR, würde das Tor aberkannt werden", gibt der 34-Jährige zu.

Er selbst vermutete bereits kurz nach seinem Treffer, dass er sich im Abseits befand - und reagierte clever, um das schottische Schiedsrichter-Gespann um Craig Thomson zu verwirren: "Mein erster Reflex war, zur Seite zu laufen, um nicht erkannt zu werden."

Das Geheimnis von Jürgen Klopp

Für den BVB absolvierte Santana 95 Partien. Er kam 2008 vom brasilianischen Erstligisten Figueirense FC nach Dortmund - zur gleichen Zeit wie Jürgen Klopp.

An den heutigen Welt-Trainer erinnert sich der DFB-Pokal Sieger von 2012 mit Freude - und verrät das Geheimnis des heutigen Liverpool-Trainers.

Schon zu Dortmund-Zeiten sei der Ex-Mainzer bereits ein "ausgezeichneter" Trainer gewesen, holt Santana aus, "aber jetzt ist er in Liverpool noch selbstbewusster. Er hat sich in allen Bereichen entwickelt. Er ist ein Chamäleon. Er kann den Verlauf eines Spiels mit einer oder zwei Entscheidungen ändern. Und er holt immer das Beste aus seinen Spielern heraus."


Seinem berüchtigten "Klopp-Pressing" sei der Coach des aktuellen Champions League-Siegers jedoch bis heute treu geblieben. "Das fängt bei den Stürmern an, als Verteidiger darf man den Gegnern dabei wenig Optionen lassen. Dafür benötigt er (Klopp Anm. d. Red) maximale Konzentration", erklärt Santana das Konzept des 52-Jährigen.

Klopps größte Stärke habe jedoch nichts mit Taktik oder Analysen zu tun, schildert sein ehemaliger Schützling. Diese sei der menschliche Umgang mit seinen Spielern: "Er verbringt seine Zeit damit, Witze zu machen. Sie schaffen eine positive Atmosphäre. Die Spieler legen ihr Schicksal in seine Hände und folgen ihm in seinen Ideen. Das ist das Geheimnis. Er weiß, wie die Spieler arbeiten, wie man ihr Vertrauen bekommt.  Das alles überträgt sich natürlich auf das Feld." 


Nach seiner Zeit beim BVB wechselte Santana 2013 ausgerechnet zum Revier-Rivalen Schalke. Über die Stationen Olympiacos Piräus und Krasnodar landete der Champions League Finalist von 2013 wieder in seiner Heimat Brasilien beim Erstligisten Atlético Mineiro.

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