Der BVB muss den Warnschuss verstehen

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Der BVB muss den Warnschuss verstehen
Der BVB muss den Warnschuss verstehen

Wenn die Dortmunder jetzt ein bisschen Glück haben, wird diese Saison doch nicht als verkorkste Spielzeit in die Vereinsgeschichte eingehen. (BERICHT: Historisches Duo schießt Leipzig ab)

Der erste DFB-Pokalsieg seit 2017, Einzug ins Viertelfinale der Champions League und am Ende womöglich die Qualifikation für die Königsklasse - von dieser Ausbeute hatte man beim BVB vor wenigen Wochen nicht zu träumen gewagt.

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Jetzt fehlen nur vier bis sechs Punkte aus den letzten zwei Bundesliga-Spieltagen: Ein wenig zittern muss Borussia Dortmund noch. Die Freude über das unverhoffte Saisonfinale darf keinesfalls darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme beim BVB tief sitzen. (EINZELKRITIK: Reus führt brillante BVB-Offensive an)

Reus,Witsel und Hummels: BVB hat Erfahrung

Dass eine begabte Mannschaft überhaupt Krisentäler durchläuft, mag dem jungen Alter der meisten Spieler geschuldet sein. Niemals dürfen die Schwächephasen aber so lange dauern, dass die Saisonziele gefährdet sind. Denn auch das gehört zur Wahrheit: Es mangelt Borussia Dortmund nicht an Erfahrung, wenn Marco Reus, Axel Witsel, Mats Hummels und die anderen auf dem Platz stehen.

Zu lange hat man dem Verfall der Mannschaft zugeschaut, als Trainer Lucien Favre die Kabine verlor, zu beharrlich den harten Schnitt gescheut. Wenn ein Bundesliga-Novize wie Edin Terzic die Mannschaft reparieren konnte, bedarf es keines Beweises mehr, dass die Kaderplanung in Ordnung war.

Es lag am Vorgänger, dass die Resultate zeitweise peinlich wurden. Wenn der BVB trotz der zehn Saisonniederlagen die Qualifikation zur Champions League gelingt, kommt der Geldsegen einem Geschenk des Himmels gleich. (STIMMEN: So ließ Sancho Watzke altern)

Damit die Dramatik des Moments nicht vor Freude übersehen wird: Der DFB-Pokalsieg 2021 wird nicht mehr als ein Eintrag auf dem Briefkopf bleiben und bloß Anlass für ein paar schöne Feierstunden geben, wenn in Mainz und gegen Leverkusen nicht mindestens Platz vier gelingt.

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Es fehlen dann nicht nur die Millionen aus der Champions League, sondern auch die Argumente, damit Königskinder wie Haaland bleiben und neue Prinzen nach Dortmund kommen.

BVB: Folgt in der Bundesliga die große Enttäuschung?

Aber wie gesagt: Im Moment sieht’s gut aus. So viel Glück werden die Dortmunder kein zweites Mal haben.

Darum sollten die BVB-Bosse noch klarer und unmissverständlich ihre Erwartungshaltung äußern, jeden Störfaktor beim Namen nennen und leistungsorientiert die Dinge regeln. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Das Festhalten an Favre hätte im Mittelmaß enden und dazu führen können, dass Torjäger Erling Haaland vorzeitig woanders anheuert. Jetzt am Ende kratzte man die Kurve vielleicht noch.

Die Freude über den Pokalsieg ist groß. Völlig zu Recht! Aber der Warnschuss war laut genug.