BVB nach dem Bombenattentat: Wenn selbst der härteste Spieler weint

Borussia Dortmund hat das Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel gegen den AS Monaco mit 2:3 verloren. Einen Tag nach dem Bombenattentat auf den BVB-Mannschaftsbus stand aber nicht der Sport, sondern die emotionalen Reaktionen der Spieler im Mittelpunkt.

Die Dortmunder Spieler waren nach dem Spiel noch sichtlich geschockt (Foto: AFP)

Dortmunds Innenverteidiger Sokratis ist einer der härtesten Spieler der Bundesliga, doch die unfassbaren Geschehnisse hinterließen unübersehbare Spuren am Griechen. Sokratis bedankte sich mit Tränen im Gesicht bei den Borussia-Fans auf der Südtribüne – und fand dann emotionale Worte.

“Zu allererst bin ich glücklich, dass ich am Leben bin”, sagte der 28-Jährige nach der Partie in der Mixed Zone. “Es war der schwierigste Tag in meinem Leben und ich hoffe, dass niemand diese Erfahrung durchmachen muss. Nach gestern konnte ich nicht an das Spiel denken.”



“Ich fühle mich wie ein Tier und nicht wie ein Mensch”

Auf die UEFA war der Abwehrspieler alles andere als gut zu sprechen. “Die UEFA muss verstehen, dass wir keine Tiere sind“, betonte er. „Wir haben Familien mit Kindern zu Hause und wir sind keine Tiere. Ich bin froh, dass alle Spieler und Vereinsmitarbeiter am Leben sind. Ich fühle mich wie ein Tier und nicht wie ein Mensch. Wer das nicht durchgemacht hat, weiß nicht, wie schlimm das für uns war.”

Sokratis war mit diesen Gefühlen nicht allein. Torhüter Roman Bürki hatte bereits vor dem Spiel Tränen vergossen und Nuri Sahin gab nach dem Spiel ein bemerkenswertes Interview.



“Bis zum Anpfiff war bei mir alles im Kopf, nur kein Fußball”, erzählte der Mittelfeldspieler. “Was gestern passiert ist, wünsche ich niemandem. Wir haben erst zuhause realisiert, wie viel Glück wir hatten. Ich weiß, dass der Fußball wichtig ist, aber wir sind auch nur Menschen.” Er werde die Gesichter seiner Teamkollegen im Bus niemals vergessen, erklärte er.


 

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