Caitlyn Jenner: Vom olympischen Champion zur Transgender-Ikone

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Heute ist sie als Reality-TV-Star und Transgender-Ikone bekannt. 1976 wurde Caitlyn Jenner – damals noch Bruce genannt – als "größter Sportler der Welt" gefeiert, als sie den Weltrekord im Zehnkampf der Männer brach und bei den Olympischen Spielen in Montreal die Goldmedaille gewann.

Caitlyn Jenner spricht auf dem Women's March LA: Women Rising im Januar 2020 (Bild: Chelsea Guglielmino/Getty Images)
Caitlyn Jenner spricht auf dem Women's March LA: Women Rising im Januar 2020 (Bild: Chelsea Guglielmino/Getty Images)

Für diejenigen, die Jenner nur durch ihre Reality-TV-Rolle in "Keeping Up with the Kardashians" kennen, wäre es schwer gewesen, sie sich als talentierten männlich gelesenen Athleten mit dem Aussehen eines Filmstars vorzustellen, als sie mit einer atemberaubenden Mehrkampfleistung in einer der schwierigsten Disziplinen der Leichtathletik zum Star der Spiele wurde.

Es war die Krönung von 12 Jahren intensivem Training für Jenner, die bereits sportliche Erfolge im Wasserski und Basketball verzeichnet hatte, bevor sie sich dem Zehnkampf widmete – sie bestritt zehn Leichtathletikdisziplinen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Jenner beim Training für die Olympischen Sommerspiele 1976 (Bild: Walt Disney Television via Getty Images)
Jenner beim Training für die Olympischen Sommerspiele 1976 (Bild: Walt Disney Television via Getty Images)

Jenner nahm an den Olympischen Spielen 1972 in München teil, belegte aber nur den 10. Platz. Die Goldmedaille ging an Nikolai Avilov aus der Sowjetunion, der mit 8466 Punkten einen scheinbar unschlagbaren Weltrekord aufstellte. 

Doch nach dem Wettbewerb soll Jenner auf Avilov zugegangen sein, ihm in die Augen geschaut und gesagt haben: "Das nächste Mal werde ich dich schlagen."

Ein unkonventioneller Weg zum Erfolg

Um dieses Ziel zu erreichen, fand Jenner bei ihrer Vorbereitung eine Erfolgsformel. Anstelle der traditionellen Methode, mit anderen Zehnkämpfern zu trainieren, übte Jenner stattdessen mit einigen der besten Athleten der Welt in jeder der zehn Disziplinen. 

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"Wenn man mit einem Zehnkämpfer trainiert, kann man sich nicht vorstellen, dass man viel besser abschneiden kann", sagte Jenner einmal der "New York Times". "Aber wenn man den Diskus mit (dem damaligen Weltrekordhalter) Mac Wilkins wirft oder das Kugelstoßen mit (dem Olympiasieger) Al Feuerbach trainiert, dann sind sie mir 6 Meter voraus. So lernt man viel mehr".

Jenner beim Stabhochsprung in Montreal (Bild: Heinz Kluetmeier/Sports Illustrated via Getty Images)
Jenner beim Stabhochsprung in Montreal (Bild: Heinz Kluetmeier/Sports Illustrated via Getty Images)

Als Jenner bei den Olympischen Spielen in Montreal ankam, hatte sie bereits zweimal den Zehnkampf-Titel der Amateur Athletic Union gewonnen (1974 und 1976) und war 1975 Siegerin der Panamerikanischen Spiele. Sie war auch die amtierende Weltrekordhalterin (8524 Punkte), eine Leistung, die sie im August 1975 erreicht hatte.

Könnte Jenner ihr rekordverdächtiges Kunststück wiederholen und auf der größten Bühne gewinnen? Die Vorzeichen standen zu Beginn des Wettkampfs nicht gut. Während sie in den ersten fünf Disziplinen persönliche Bestleistungen aufstellte, lag Jenner noch hinter dem Westdeutschen Guido Kratschmer und nur knapp vor Avilov.

Ikonischer Moment: Jenner reckt triumphieren die US-Flagge in die Höhe (Bild: AP Photo/Sal Veder)
Ikonischer Moment: Jenner reckt triumphieren die US-Flagge in die Höhe (Bild: AP Photo/Sal Veder)

Da ihre stärksten Disziplinen jedoch am zweiten Tag anstanden, war Jenner siegessicher. Dennoch lag sie vor der achten Disziplin, dem Stabhochsprung, immer noch neun Punkte hinter Avilov zurück. In ihren letzten 13 Zehnkampf-Wettkämpfen hatte Jenner nur ein einziges Mal verloren - und das lag daran, dass sie beim Stabhochsprung gescheitert war.

Doch Jenner sprang über 4,7 Meter, übertraf damit Avilov und Katschmer und setzte sich an die Spitze. Dieser Vorsprung wuchs in den letzten beiden Disziplinen, dem Speerwurf und den 1500 Metern, weiter an und sie beendete den Zehnkampf mit 8618 Punkten – einem Weltrekord, der fast vier Jahre lang Bestand haben sollte.

Sie erschuf eine Tradition

Jenners Feier war ein weiterer ikonischer Moment, als sie von einem Fan eine Flagge der Vereinigten Staaten überreicht bekam und beschloss, damit eine Siegesrunde zu drehen. Damit begann eine beliebte olympische Tradition, der zukünftige Leichtathletiksieger nacheifern sollten.

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Doch während sie als größter Sportler der Welt gefeiert wurde, gab Jenner später zu, dass sie sich durch ihren Goldmedaillen-Ruhm unter Druck gesetzt fühlte und sich fragte, ob sie für den Rest ihres Lebens ein Mann bleiben müsse.

Die Frauen des Jenner-Kardashian-Clans auf einem Event von Kanye West im Februar 2016 (Bild: Kevin Mazur/Getty Images for Yeezy Season 3)
Die Frauen des Jenner-Kardashian-Clans auf einem Event von Kanye West im Februar 2016 (Bild: Kevin Mazur/Getty Images for Yeezy Season 3)

Jenner outete sich schließlich 2015 als trans Frau und vollzog 2017 ihre Transition. Dies bezeichnete sie trotz aller sportlichen Erfolge als die größte Leistung ihres Lebens. 

"Ich habe zwölf Jahre für die olympischen Spiele trainiert. Ich habe 65 Jahre für die Umwandlung 2015 trainiert", sagte sie. "Ich habe das große Doppel. Olympischer Zehnkampf-Champion und Frau des Jahres der 'Glamour'."

Chia Han Keong

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