Calmund zu Transferoffensive nach Mauerfall: "Sie wollten raus"

Calmund zu Transferoffensive nach Mauerfall: "Sie wollten raus"
Calmund zu Transferoffensive nach Mauerfall: "Sie wollten raus"

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall ist Reiner Calmund davon überzeugt, dass sein beherztes Vorgehen bei der Verpflichtung von DDR-Spielern richtig war. Vorwürfe, er habe Schuld am Ausverkauf des DDR-Fußballs, wies der damalige Manager von Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen zurück.
"Wenn wir nicht zugeschlagen hätten, wären die Spieler woanders hingegangen. Sie wollten raus", sagte Calmund im Interview mit dem SID. Vor allem Italiens Top-Klubs hatten ihre Fühler ausgestreckt, doch Calmund setzte sich durch. "Sie wollten lieber in der Bundesliga spielen, die kannten sie aus den wöchentlichen TV-Übertragungen", erinnerte sich der XXL-Manager.
Calmund hatte nur vier Wochen nach dem Mauerfall am 9. November 1989 in Andreas Thom den ersten Transfer eines DDR-Oberligaspielers in die Bundesliga vermeldet. Im Anschluss nahm Bayer auch Ulf Kirsten und Matthias Sammer unter Vertrag, ehe sich Bundeskanzler Helmut Kohl höchstpersönlich einschaltete und dafür sorgte, dass zumindest Sammer nicht zum Werksklub ging. Dieser wechselte dann zum VfB Stuttgart.
"Wir waren einfach schneller", sagte Calmund, der auch seine damaligen Kontrahenten Uli Hoeneß (Bayern München) und Willi Lemke (Werder Bremen) ausstach. Neben Thom, Kirsten und Sammer wechselten auch Spieler wie Thomas Doll, Frank Rohde, Rico Steinmann und Dariusz Wosz in die Eliteklasse des einstigen Klassenfeindes.



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