Can: "Heynckes hat mich angeschrien"

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Emre Can hat in bemerkenswerten Worten die fehlende Hingabe von Nachwuchsspielern kritisiert.

"Ich finde es schade, wie manche Jungs heuzutage mit ihrem riesigen Talent umgehen. Ich kann es auch nicht verstehen", sagte der Profi von Juventus Turin dem kicker. "Sie haben die Chance ihres Lebens, wenn sie bei den Profis mittrainieren dürfen. Dennoch legen manche teilweise eine Körpersprache an den Tag, die mich fast schon wütend macht. Ich weiß nicht, ob sie im Kopf nicht klar sind, ob das Umfeld nicht stimmt."

Er rede bei Juve oft mit den Spielern und verdeutliche ihnen ihre Möglichkeiten, "wenn sie Gas geben und sich zeigen. Aber einige verstehen es nicht."

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Den Grund sieht Can in den immensen Gehältern, die selbst junge Spieler kassieren. "Wenn du dir in so jungen Jahren schon sehr viel leisten kannst, dann kann dich das satt machen. Wem sollst du noch etwas beweisen? Warum sollst du dich auf dem Platz quälen?"

Heynckes schrie Can an

Er selbst habe beim FC Bayern das Glück gemacht, mit Ex-Trainer Jupp Heynckes einen großen Förderer erlebt zu haben, "der immer mit mir gemeckert und mich angeschrien hat. Ich musste ans Kopfballpendel mit Hermann Gerland, musste stundenlang Pässe gegen die Wand spielen. Ich wusste damals nicht immer, warum. Das habe ich erst viel später verstanden."


Can durchlebt bei Juve in dieser Saison eine schwierige Zeit und ist häufig Ersatzspieler. Zuvor spielte er beim FC Liverpool. Trotz der prominenten Klubs sieht sich Can teilweise nicht auf dem Radar der deutschen Öffentlichkeit.

"Du spielst zwar auf höchstem internationalen Niveau, aber trittst in Deutschland in den Hintergrund. (...) Was beispielsweise die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit angeht, ist ein Unterschied vorhanden."

Can: "Muss in Zukunft besser aufpassen"

Zuletzt war Can mit einem Winterwechsel in Verbindung gebracht worden, unter anderem gab es Gerüchte um eine Rückkehr nach München oder einen Wechsel nach Dortmund. Zu den Abgangsspekulationen wollte sich Can jedoch nicht groß äußern.

"Im Fußball kann immer viel passieren. Derzeit bin ich Spieler bei Juventus Turin und fokussiere mich momentan auf das bevorstehende Spiel mit dem DFB-Team."


Im Oktober sorgte die "Like-Affäre" um Can und Ilkay Gündogan für Diskussionen in der Öffentlichkeit. Die beiden DFB-Stars hatten ein Foto des türkischen Nationalspielers Cenk Tosun gelikt, auf dem dieser den Militärgruß zeigte. Can ist sich bewusst, dass er künftig aufpassen muss.

"Intern haben wir das Thema nach dem Estland-Spiel besprochen, sowohl mit Joachim Löw als auch mit Oliver Bierhoff und der Mannschaft. Zudem haben wir noch am Abend ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung gesetzt. Ich weiß, dass ich in Zukunft besser aufpassen muss."

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