Cardiff fordert Konsequenzen für Sala-Tragödie

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Cardiff City hat die die neuen Erkenntnisse aus den Untersuchungen zum tragischen Flugzeugunglück des argentinischen Fußballprofis Emiliano Sala mit Sorge aufgenommen und Konsequenzen gefordert.

"Cardiff City ist von dem Bericht von AAIB (Air Accident Investigation Board, Anm. d. Red.) beunruhigt, weil er ein weiteres Mal unterstreicht, dass das Flugzeug für Emiliano Sala nicht angemessen war", teilte ein Sprecher des englischen Zweitligisten in einem offiziellen Statement mit.

Der Verein gehe weiter fest davon aus, dass die Personen, "die an dessen Bereitstellung maßgeblich beteiligt waren, für diese Tragödie zur Verantwortung gezogen werden." Cardiff hatte stets betont, dass sie mit der Planung des Fluges nichts zu tun hatten.

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Der private Fug war von Salas Spielerberater und Mark McKay, einem Vermittler, der an dem Deal mitgearbeitet hatte, gebucht worden. 

Nach dem Unfall hatte Cardiff mitgeteilt, die fällige Transfersumme von 16,2 Millionen Euro erst zahlen zu wollen, wenn die Umstände der Tragödie vollständig aufgeklärt seien. Salas Ex-Klub FC Nantes hatte daraufhin rechtliche Schritte geprüft. 

Tödliche Gase im Cockpit?

Am Mittwoch hatten die Experten der britischen Untersuchungsbehörde AAIB mitgeteilt, dass im Flugzeug von Sala und dem bis heute verschollenen Piloten David Ibbotson "möglicherweise fatal hohe" Carboxyhämoglobin-Werte festgestellt wurden. Dies führe zu einer Hypoxie, zu Sauerstoffmangel.

Dem Vorgang geht in der Regel eine schleichende Vergiftung voraus. Diese könnte im Falle von Sala und Ibbotson durch eindringendes Kohlenmonoxid in die Kabine des Flugzeuges geschehen sein. Bei Kleinflugzeugen dieser Art sei dies nicht ungewöhnlich.

Daniel Machover, der Anwalt von Salas Familie, fordert nun Antworten auf die Frage, wie die fatalen Gase in das Cockpit gelangen konnten. "Die Familie und die Öffentlichkeit müssen erfahren, wie das Kohlenstoffmonoxid in die Kabine gelangen konnten." 

Wenig Hoffnung auf Aufklärung

Das Problem: Das Wrack des Flugzeugs ist bis heute nicht geborgen. Und daran wird sich wohl auch nichts ändern, wie die AAIB bekräftigte. In einem Statement erklärte die Behörde, dass man bei der Bergung von Salas Leiche mit einer Unterwasser-Kamera "ausreichend aufschlussreiche Video-Beweise" zur Unfall-Ursache gesammelt habe. Man verpreche sich von einer Bergung des Flugzeugs nicht genügend weitere Erkenntnisse, die den Aufwand und das Risiko einer solchen Aktion rechtfertigen würden. 


Der Argentinier Sala, der beim FC Nantes in Frankreich spielte, hatte bei Cardiff City einen Vertrag für die Premier League unterschrieben (Cardiff stieg später ab).

Doch das Privatflugzeug mit dem 28-Jährigen und dem britischen Piloten verschwand am 21. Januar auf dem Flug von Nantes nach Cardiff rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey vom Radar. Nach langer Suche wurde das Wrack gefunden, Salas Leichnam wurde identifiziert. 

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