Casey Stoners WM-Titel 2007: Ex-Ducati-Teamchef kommentiert Betrugsvorwürfe

Sebastian Fränzschky
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Vor knapp 13 Jahren holte Casey Stoner den bisher einzigen MotoGP-WM-Titel für Ducati. In der ersten Saison mit den 800er-Maschinen nutzte Stoner sein Können, den Topspeed-Vorteil der Desmosedici und den Mehr-Grip der Bridgestone-Reifen, um sich gegen Valentino Rossi (Yamaha) und Dani Pedrosa (Honda) durchzusetzen.

Vor allem die überragenden Topspeed-Werte der Ducati sorgten im MotoGP-Paddock für Unruhe. Beim Saisonauftakt in Katar führten die Ducati-Piloten die Topspeed-Wertung an. Rossis Yamaha war 14 km/h langsamer als die schnellste Ducati. Ex-Teamchef Livio Suppo erinnert sich an die Saison 2007 und die Anschuldigungen der Gegner.

"Damals war ich sehr traurig, weil Filippo Preziosi ein sehr ehrlicher Mensch war. Er folgte den Regeln. Es waren nicht nur Gerüchte, als die Saison begann. Die Leute behaupteten, dass wir einen Motor mit 1.000 Kubikzentimetern verwenden und irgendwo Benzin verstecken", blickt Suppo beim 'MotoGP RoundTable' zurück.

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Beim vierten Renn-Wochenende der Saison entschied sich Ducati zu einem ungewöhnlichen Schritt. "Nach dem China-Grand-Prix baten wir die FIM, unseren Motor zu öffnen, um den Hubraum zu messen. Zudem sollten sie nachschauen, ob irgendwo Benzin versteckt wird. Sie kamen dieser Bitte nach. Alles war in Ordnung", berichtet Suppo.

Ex-Ducati-Manager Livio Suppo mit Ausnahmetalent Casey Stoner

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Ex-Ducati-Manager Livio Suppo mit Ausnahmetalent Casey Stoner Motorsport Images

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"Es erinnert mich ein bisschen an Marc (Marquez) heutzutage. Alle meinen, dass die Honda das beste Motorrad ist. Doch in der Realität macht Marc den Unterschied aus", vergleicht der ehemalige MotoGP-Manager.

Die Resultate von Stoners Teamkollegen waren laut Suppo ein weiterer Beweis, dass das Motorrad dem Reglement entsprach: "Wenn man sich die Ergebnisse von damals anschaut, dann erkennt man, dass Loris (Capirossi) große Probleme hatte. Im Jahr zuvor kämpfte er noch um den Titel. Manchmal schauen sich die Leute nicht die Realität an."

"Wenn wir durch einen Motor mit mehr Hubraum oder mehr Sprit so einen großen Vorteil gehabt hätten, dann wären auch die anderen Ducati-Fahrer superschnell gewesen. Es war aber lediglich Casey schnell. Nur er konnte das Maximum aus dem Motorrad holen", erinnert sich der spätere HRC-Teammanager.

Mit Bildmaterial von Hazrin Yeob Men Shah.

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