Champions League: RB-Held Forsberg: "Ich lebe für solche Spiele"

Zwei späte Treffer von Emil Forsberg haben RB Leipzig in der Champions League erstmals ins Achtelfinale gebracht. Trotz der Euphorie offenbarte das 2:2 gegen Benfica Lissabon aber auch einige Mängel im Leipziger Spiel.

Die Erleichterung war nach den furiosen Schlussminuten in der Leipziger Red Bull Arena groß. Gerade noch hatte Emil Forsberg durch zwei späte Treffer für den ersten Einzug in das Achtelfinale der Champions League gesorgt. Und für so viel Euphorie, dass RB-Coach Julian Nagelsmann zum Jubelsprint ansetzte.

Dabei hatte die Partie bis zu den Forsberg-Toren lange an die 0:2-Niederlage gegen Olympique Lyon erinnert. Leipzig dominierte größtenteils zwar das Spiel und erspielte sich zahlreiche Chancen. Doch in der Verwertung dieser waren die Akteure nicht erfolgreich. So hatten unter anderem Nationalstürmer Timo Werner und Neuzugang Christopher Nkunku teils riesige Chancen.

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Forsberg: "Die letzten Minuten waren einfach nur geil"

"Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und hatten mehrere Top-Chancen. Doch anders als in den letzten Spielen ging diesmal keine rein", erklärte Nagelsmann: "Was mein Team dann in den letzten 20 Minuten abgeliefert hat, war beeindruckend." Lukas Klostermann fasste die letzten Minuten wie folgt zusammen. "Ein Herzschlagfinale! Wir haben immer daran geglaubt, viel probiert und am Ende hat es doch noch gereicht."

Als die "Roten Bullen" und auch Nagelsmann noch von den Zuschauern gefeiert wurden, ließ Forsberg am DAZN-Mikrofon seinen Emotionen freien Lauf: "Die letzten Minuten waren einfach nur geil. Dieses Spiel werde ich nie vergessen. Es war eine unglaubliche Atmosphäre und es ist ein so großer Erfolg für unsere Fans und den Verein." Außerdem hatte Forsberg noch ein Lob für sich selbst übrig: "Ich lebe für solche Spiele, das hat man heute gesehen."

Seine Treffer besiegelten das Weiterkommen in der Champions League. Denn durch den Last-Minute-Ausgleich kann Leipzig vor dem letzten Gruppenspiel bei Olympique Lyon maximal noch auf Rang 2 verdrängt werden, da RB den direkten Vergleich gegen Zenit St. Petersburg bereits für sich entschieden hat. Um die Gruppe als Erster zu beenden, benötigt Leipzig ein Unentschieden. "Wir stehen verdient in der nächsten Runde. Das fühlt sich sehr, sehr gut an. Für einige Jungs ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen - gerade für die Spieler, die schon seit der 3. und 2. Liga bei RB Leipzig sind", meinte Nagelsmann.

RB-Geschäftsführer Mintzlaff: "Wünsche mir eine machbare Aufgabe"

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ließ durchblicken, dass es bei der Klubgründung noch undenkbar gewesen sei, zehn Jahre später im Achtelfinale der Champions League zu stehen. Auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hätte dies nicht für möglich gehalten. Mintzlaff schaute dennoch sachlich in Richtung K.o.-Phase voraus. So wolle er großen Namen wie Real Madrid, Juventus Turin oder dem FC Liverpool bei aller Attraktivität, die Benfica Lissabon, Olympique Lyon und Zenit St. Petersburg nicht hatten, gerne aus dem Weg gehen. "Ich wünsche mir eine machbare Aufgabe. Der Gruppensieg wäre da natürlich praktisch", sagte Mintzlaff.

Dieser Auffassung widersprach Mittelfeldmotor Konrad Laimer ein wenig: "Als Fußballer lebt man dafür, sich mit den Großen zu messen. Ich wünsche mir aber keine spezielle Mannschaft, wir lassen uns überraschen."

Um später gegen größere Gegner bestehen zu können, fehlt vor allem der RB-Defensive noch einiges. Ohne die verletzten Orban und Konate wirkte das Defensiv-Konstrukt sehr anfällig. Im Spiel gegen Lyon hatte es sogar mit den beiden zahlreiche Unstimmigkeiten gegeben, die zu den Treffern führten. Damals konnte die RB-Offensive die Fehler in der Abwehr nicht korrigieren. Diesmal war Forsberg zur Stelle, so dass es zu verschmerzen ist, dass Werner noch immer auf sein erstes Heimtor in der Champions League wartet.

Nagelsmann war zwar "beeindruckt" von der Leistung seiner Mannen, konnte die Anreihung von Fehlern aber nicht ignorieren. Er wollte sich auch erst gar keine Gedanken über einen Wunschgegner machen. Lediglich einem spanischen Schiedsrichter würde er gerne aus dem Weg gehen. Denn wie bereits beim Spiel gegen Lyon, das vom Spanier Antonio Mateu Lahoz geleitet wurde, sah Nagelsmann die Gelbe Karte. Dieses Mal bekam er diese laut eigener Aussage für das Wort "Ref". Sein Assistent Robert Klauß bekam von Schiedsrichter Jesus Gil Manzano sogar die Rote Karte, da er sich angeblich zu sehr über das Zeitspiel der Portugiesen beschwerte.

Immerhin konnten sich Nagelsmann & Co. für die satte Nachspielzeit bedanken. Dass bei der Partie überhaupt neun Minuten nachgespielt wurden und so die Leipziger Aufholjagd erst möglich wurde, hatte allerdings keinen schönen Grund. Es lag an der Verletzung von Torwart Peter Gulasci. Der ungarische Schlussmann bekam beim 0:2 der Gäste unglücklich das Knie von Torschütze Vinicius an den eigenen Kopf und musste angeknockt ausgewechselt werden. Es ist wahrscheinlich, dass Gulasci für das nächste Spiel in Paderborn (Sa., 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) nicht zur Verfügung stehen wird.

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