Champions League: Pep und City scheitern: Nur palavern reicht nicht

Die nächste dicke Überraschung in der Champions League: Manchester City verspielt die 5:3-Führung aus dem Hinspiel und scheidet gegen AS Monaco nach einer 1:3-Niederlage im Fürstentum aus. Erstmals ist für Pep Guardiola damit vor dem Halbfinale Schluss. Seine miserable Auswärtsstatistik wurde den Skyblues zum Verhängnis. Die hat er selbst verschuldet.

Die nächste dicke Überraschung in der Champions League: Manchester City verspielt die 5:3-Führung aus dem Hinspiel und scheidet gegen AS Monaco nach einer 1:3-Niederlage im Fürstentum aus. Erstmals ist für Pep Guardiola damit vor dem Halbfinale Schluss. Seine miserable Auswärtsstatistik wurde den Skyblues zum Verhängnis. Die hat er selbst verschuldet.

"Natürlich ist es meine Schuld", räumte er ein. Wieder einmal saß er da auf dem Podest und wirkte ratlos, enttäuscht, zerstört. Pep Guardiola hat immer einen akribisch ausgearbeiteten Plan. Am Mittwoch aber ging der nicht auf.

Nach 93 Minuten hatte Gianluca Rocchi die Partie zwischen Monaco und Manchester abgepfiffen. Es endete nicht nur Guardiolas Serie von sieben erreichten Halbfinals in Folge, sondern auch sein 100. Spiel im höchsten europäischen Wettbewerb. Erfolglos.

Dass sich die Bilanz des Star-Trainers absolut sehen lassen kann, tröstete niemanden, der es mit City hält: Mit 61 Siegen, 23 Unentschieden und 16 Niederlagen ist Guardiola sogar der beste Coach, den der Europapokal nach 100 Spielen je gesehen hat.

Für den Titel reichte diese herausragende Ausbeute von durchschnittlich 2,05 Punkten aber nur zweimal. Wie auch in Monaco ist das mit einem wesentlichen Detail verbunden: seine Auswärtsschwäche.

Guardiola und die Auswärtsschwäche

Zwölf seiner 16 Pleiten kassierte Pep vor fremdem Publikum. Acht derer in der K.o.-Phase. Schon während seiner Zeit bei den Bayern keimte erstmals Kritik in diese Richtung auf. Nur eines von neun Auswärtsspielen in der K.o.-Phase konnte Guardiola mit dem deutschen Rekordmeister gewinnen.

"Der Auftritt in den ersten 45 Minuten macht mich traurig. Du kannst ausscheiden, aber nicht so. Du musst da sein!", gab Guardiola gefrustet von sich. Das Ausscheiden in Monaco untermauerte letztlich nur die These: Auswärts kann er nicht so richtig.

Zu inkonsequent in den Strafräumen

An der Kulisse im Fürstentum kann es nicht gelegen haben, dass die Citizens gedanklich nicht voll bei der Sache waren - zumindest vor der Pause. "Wir haben in der zweiten Halbzeit herausragenden Fußball gespielt, aber vergessen, das auch im ersten Durchgang zu tun", lautete Guardiolas Fazit.

In der Tat hätte sich Monacos Coach Leonardo Jardim gemessen am Spielverlauf der zweiten 45 Minuten nicht über ein Ausscheiden beschweren können. Doch eine Standardsituation reichte den Monegassen, das Comeback perfekt zu machen. "Standards sind auf diesem Level so wichtig. Barcelona und Real haben auf diese Weise letzte Woche wichtige Tore erzielt. Wir haben nichts daraus gemacht", räumte Guardiola ein, auf diese Weise Möglichkeiten verpasst zu haben.

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Zu inkonsequent in den Strafräumen, in der Defensive unstrukturiert, in der Offensive zu verspielt, zu unpräzise. Den ersten Torschuss brachten die Gäste erst nach 60 Minuten auf den Kasten. Zu viel fehlte Guardiolas Team an diesem Abend.

Abwehrchef John Stones brachte es auf den Punkt: "Wir wollten es nach der Pause besser machen, aber wir haben in beiden Strafräumen nicht konsequent genug gespielt. Wir waren nicht das City, das die Leute in dieser Saison kennen."

"Nicht geschafft, sie zu überzeugen"

Monaco dagegen glaubte an die Chance, die es eigentlich nie hätte haben dürfen. "Was uns stark macht, ist, dass wir keine Angst haben, zu spielen", erklärte Bernardo Silva, Vorlagengeber zum 1:0. Es ist diese Mentalität, die City fehlte. Oder vielmehr die Klarheit im Kopf.

Guardiola hatte vor der Partie betont, nicht nur defensiv agieren zu wollen. Das sei gegen das angriffsstarke Monaco "Selbstmord". Sein Heil wollte er in der Offensive suchen, bei seinen Spielern kam das wohl nur bedingt an. City versuchte sich zwar an der Spielgestaltung, blieb dabei jedoch - bis zum Pausenpfiff - lediglich in der eigenen Hälfte. Die Passivität rächte sich.

Das Spiel der Skyblues wirkte phasenweise so, als würden sie den Gegner müde spielen wollen. Ein typisch Guardiola'sches Merkmal, das diesmal aber nicht für Entlastung sorgte. Das Team verlor sich in Guardiolas vielen, komplizierten Vorgaben selbst und brachte es schließlich nur auf 47 Prozent Ballbesitz.

"Man kann viel sprechen - wenn man es aber nicht umsetzt, bringt es nichts", wusste Guardiola schon nach der 0:1-Niederlage mit den Bayern bei Atletico im Halbfinale der letzten Saison, dass zu viel Input die Spieler auch verunsichern kann. Diesen Schuh muss er sich auch diesmal wieder anziehen. Das weiß er. Und so brachte Guardiola seine Analyse noch zu einem Schluss: "Natürlich ist es meine Schuld. Denn ich habe es nicht geschafft, meine Spieler zu überzeugen."

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