Gefahr durch Corona unterschätzt? "War westliche Arroganz"

Sport1

In der 1000. Folge des CHECK24 Doppelpass (JETZT LIVE im TV und im Stream) ist die Corona-Krise und die Auswirkungen auf den Fußball zunächst das zentrale Thema.

Für Dr. Med. Werner Bartens, Leitender Redakteur Wissen der Süddeutschen Zeitung, ist die Aussetzung des Spielbetriebs die richtige Maßnahme. "Ich finde vernünftig, dass wir das gesellschaftliche Leben weitgehend zum Stillstand bringen", sagte Bartens.

"Das wirkt angesichts der Zahlen, die wir in Deutschland haben, zwar übertrieben, aber es ist vernünftig, weil wir damit einen Vorsprung haben, den Italien nicht hatte."

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Laut Bartens hätten die westlichen Länder die Gefahr zunächst unterschätzt. "Es war ein bisschen eine westliche Arroganz, dass man gesagt hat: 'Ach, die in China, die essen komische Dinge, das ist weit weg und wird sich von alleine beruhigen.'"

Erst die Bilder, die in den vergangenen Wochen aus Italien kamen, hätten hierzulande Politik und Gesellschaft aufgerüttelt.

"Erst mit Italien hat es hier Fahrt aufgenommen. Ich bin oft mit unserer Politik nicht einverstanden, aber ich finde, dass sie besonnen und gut gehandelt haben. Es ist unpopulär, was sie machen, aber es ist richtig, weil wir damit viele Tage Vorsprung haben und damit die Kurve der Erkrankten nicht zu einem schnellen Peak kommen lassen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten", sagte Bartens.

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Die zunächst noch sehr geringe Zahl an Infizierten sei trügerisch, findet Barten. "Wir haben jetzt 4500 Infizierte in Deutschland, das sind 0,05 Prozent der Gesamtbevölkerung, also sehr wenig. Die Gefahr, dass man sich jetzt schon ansteckt, ist relativ gering. Aber deswegen ist es jetzt gerade vernünftig zu sagen: ‚Bleibt zu Hause.‘

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