Christian Horner: Jubel nach einem Sieg wird die größte Herausforderung

Ruben Zimmermann
motorsport.com

In der Formel 1 werden sich einige Dinge ändern, wenn in Spielberg am kommenden Wochenende die Saison 2020 beginnt. Für alle Beteiligten gibt es harte Corona-Auflagen, die unter anderem einen Mindestabstand und das Tragen von Masken in der Box vorschreiben. Außerdem wird es 2020 keine traditionelle Podiumszeremonie geben.

"Es geht nicht, dass wir jemand in unmittelbarer Nähe haben, der die Pokale übergibt", erklärte Ross Brawn jüngst. Auch gejubelt werden darf nur stark eingeschränkt. Feiernde Mechaniker, die sich nach einem Sieg gegenseitig in den Armen liegen, wird es in diesem Jahr zunächst nicht geben. Zumindest ist das der Wunsch der Formel 1.

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Teamchef Christian Horner schreibt im Hinblick auf diese Situation in einer Kolumne auf der Red-Bull-Website: "Die merkwürdigste Sache wird entweder die Startaufstellung oder die Prozedur nach dem Rennen sein. Was soll man da machen? Sich nach einem guten Ergebnis mit jemandem den Ellenbogen geben?"

"Es gibt am Ende eines Rennens immer eine Menge Emotionen", erinnert er. Besonders bei einem guten Ergebnis müsse man daher aufpassen, nicht von seiner Freude übermannt zu werden. "Das wird höchste Disziplin erfordern", glaubt Horner, der damit durchaus richtig liegen könnte, wenn man zum Beispiel auf die Fußball-Bundesliga blickt.

Auch da gab es nach dem Neustart die Bitte an die Spieler, nach einem Tor nicht zu ausgelassen zu jubeln. Diese hielten sich aber bestenfalls in den ersten Spielen noch daran, mittlerweile liegen sich die Fußballer bei Toren wieder regelmäßig in den Armen. Trotzdem hofft Horner natürlich, dass es bei Red Bull 2020 Grund zum (eingeschränkten) Jubeln geben wird.

Er erinnert daran, dass Max Verstappen beim Saisonstart in Spielberg seinen dritten Sieg in Folge in Österreich feiern könnte. "Max hat 2018 und 2019 zwei brillante Siege geholt, und er scheint für den Saisonstart in guter Form zu sein. Er hat hart an seinem Ausdauertraining gearbeitet, und er ist womöglich in noch besserer Verfassung als vor dem Lockdown", verrät Horner.

Der Niederländer könne es im Titelkampf mit jedem aufnehmen, "wenn wir ihm dafür die richtigen Werkzeuge geben", so der Teamchef. "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Mercedes als klarer Favorit in diese Saison geht", stellt er jedoch klar und erinnert daran, dass die Silberpfeile seit 2014 zuletzt sechsmal in Folge beide WM-Titel holten.

Trotzdem sei man bei Red Bull vor dem Auftakt in guter Form und angriffslustig. Möglicherweise wird Horners Disziplin in Sachen Jubel also gleich beim ersten Rennen auf die Probe gestellt. Er würde sich darüber sicher nicht beschweren.

Mit Bildmaterial von LAT.

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