Claire Williams fürchtet, "schrecklich viele Teams" zu verlieren

Juliane Ziegengeist
motorsport.com

Teams, Fahrer und Fans hoffen, dass die Formel 1 ihren anvisierten Saisonneustart in Spielberg am 5. Juli einhalten kann. Denn noch ist das nur ein Plan, seine Umsetzung steht und fällt mit der Entwicklung der Corona-Pandemie. Ob, wie von Liberty Media beabsichtigt, tatsächlich 15 bis 18 Rennen möglich sind, bleibt unklar.

Sollte die Formel 1 wider Erwarten nicht in der Lage sein, 2020 zu starten, rechnet Claire Williams, stellvertretende Williams-Teamchefin, mit dem Schlimmsten. "Es ist beängstigend, dass wir nicht nur ein oder zwei Teams verlieren könnten, sondern schrecklich viele Teams, wenn wir nicht wieder Rennen fahren", sagt sie bei 'Sky Sports F1'.

Der Grund liegt auf der Hand: "Das Finanzmodell, das wir in unserem Sport haben, bedeutet, dass wir alle so sehr auf das Geld angewiesen sind, das wir aus den Ergebnissen erhalten, die wir in der Konstrukteurswertung erzielen." Bereits im vergangenen Monat warnte die Britin davor, dass dies für Williams "absolut entscheidend" sei.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Williams betont: "Sicherheit der Mitarbeiter hat Vorrang"

Denn wenn diese Einnahmen wegfielen, "zusammen mit der Tatsache, dass das Sponsoring nicht auf dem Niveau ist, auf dem es sich in der Formel 1 und im Sport im Allgemeinen befindet", werde es "unglaublich schwierig", ein Budget für Rennen zu finden. Daher hofft Williams, dass die Saisonpläne für 2020 trotz Corona aufgehen.

Gleichzeitig betont die Co-Teamchefin, dass sie niemanden durch eine zu frühe Rückkehr an die Rennstrecke gefährden wolle: "Man muss abwägen, wie notwendig es ist, wieder Rennen zu fahren, um das Überleben des Teams zu sichern, und ob das mit der sehr wichtigen Realität der Sicherheit der eigenen Mitarbeiter vereinbar ist."

Am Ende des Tages stehe deren Wohl über allem. "Ich hoffe natürlich, dass uns das nicht unser Team kostet, aber die Sicherheit unserer Leute wird absolut vorrangig sein", versichert Williams. Egal, ob es darum geht, sie zurück zur Arbeit nach Grove oder auf Reisen zu schicken. Beides werde nicht passieren, bis es zumutbar ist.

Co-Teamchefin lobt Corona-Planung der Formel 1

Dass die Formel-1-Verantwortlichen Sorge tragen, auch im Fahrerlager ein Höchstmaß an Sicherheit zu garantieren, daran hat die Britin keinen Zweifel. "Sie haben sehr viel Zeit und Energie investiert, um zu sehen, was sie tun können, damit wir wieder Rennen fahren können, und zwar sicher", lobt sie die Arbeit des Managements.

"Sie werden dafür sorgen, dass sie alle möglichen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften einführen, die sie brauchen, und sicherstellen, dass wir es alle absolut richtig machen, bevor wir tatsächlich wieder auf die Rennstrecke zurückkehren." So sind regelmäßige Corona-Tests und strenge Verhaltensregeln in Planung.

Mit Bildmaterial von LAT.

Lesen Sie auch