Comeback von Wolfgang Hatz: Porsche-LMP1-Vater geht ins GT-Masters

Heiko Stritzke
motorsport.com

Zweieinhalb Jahre nach dem Porsche-Rückzug aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ist ein großer Name im Motorsport zurück: Wolfgang Hatz, ehemaliger Entwicklungsvorstand bei Porsche, ist neuer Teamchef der Mannschaft SSR Performance, die 2020 in Vollzeit im GT-Masters an den Start geht.

Zum Einsatz kommt ein Porsche 911 GT3 R. Als Fahrer wurden Christian Engelhart und Michael Ammermüller verpflichtet - zwei erfolgreiche GT-Piloten, die reichlich Erfahrung mitbringen.

Hatz galt als Vater des Porsche-LMP1-Projekts, das zwischen 2014 und 2017 große Erfolge in der WEC und bei den 24 Stunden von Le Mans gefeiert hat. Er hatte sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, seit er im September 2017 im Zuge des Dieselskandals in Untersuchungshaft musste. Er kam auf Kaution wieder frei, das Verfahren gegen ihn läuft noch.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Kontakt über Pressesprecher

Nun ist er im Motorsport zurück. Informationen von 'Motorsport.com' zufolge kam der Kontakt über den Pressesprecher des Teams zustande, der sowohl mit Teambesitzer Stefan Schlund als auch Hatz befreundet ist. Er ist eigentlich im Unterhaltungsbusiness tätig, hat aber ein großes Herz für den Motorsport.

Christian Engelhart lernte Wolfgang Hatz bei zahlreichen Podiumsbesuchen kennen

Christian Engelhart lernte Wolfgang Hatz bei zahlreichen Podiumsbesuchen kennen <span class="copyright">Porsche AG</span>
Christian Engelhart lernte Wolfgang Hatz bei zahlreichen Podiumsbesuchen kennen Porsche AG

Porsche AG

Engelhart bildete jahrelang mit Mirko Bortolotti ein schlagkräftiges Duo in allen möglichen GT3-Serien auf dem grün-orangen Grasser-Lamborghini. 2019 belegte das Duo Meisterschaftsrang zwei im GT-Masters.

Michael Ammermüller hat 2017 schon einmal Luft im GT-Masters geschnuppert und dabei gemeinsam mit Mathieu Jaminet gleich einmal den Saisonauftakt gewonnen. Im selben Jahr setzte er zu einer Siegesserie im Porsche-Supercup an, den er seitdem dreimal in Folge gewinnen konnte.

"Das GT-Masters ist schon etwas anderes als der Supercup, etwas komplizierter", sagt er ebenfalls bei 'PS On Air'. "Beide Serien sind sehr professionell. In den Cups ist der Fahrer mehr entscheidend, weil jeder dasselbe Auto hat. Im GT-Masters muss man schauen, dass man die richtige Fahrer- und Teamkombination hat."

Den Reiz macht für ihn vor allem die Unberechenbarkeit der deutschen GT-Serie aus: "Man weiß nie genau, wo man steht. Wenn man beim Test richtig schnell ist, garantiert das nicht, dass man gut aufgestellt ist. Man kann sehr schnell zwischen P10 und 20 landen, vielleicht sogar noch weiter hinten. Da spielen sehr viele Faktoren eine Rolle."

Der Saisonauftakt des GT-Masters ist momentan auf den 31. Juli bis 2. August angesetzt. Er wird entweder im Autodrom Most oder auf dem Lausitzring stattfinden.

Mit Bildmaterial von SSR Performance.

Lesen Sie auch