Corentin Tolisso – Das Schweizer Taschenmesser von Olympique Lyon, das von Napoli, Juventus, Barcelona und Arsenal gejagt wird

Bei Olympique Lyon ging es im vergangenen Sommer heiß her. In der heißen Transferphase stand aber nicht im Vordergrund, wen man verpflichtet, sondern, welche Spieler der Klub halten kann.

Alle Top-Spieler von OL hatten gut dotierte Angebote von Klubs, die in der Champions League spielen. Am meisten umgarnt wurden Alexandre Lacazette und Corentin Tolisso. Beide entschieden sich, weiter unter Trainer Bruno Genesio spielen zu wollen.

Lacazette stand zwar etwas mehr im Fokus, da er eine weitere unglaubliche Saison hinter sich hatte, aber bei Tolisso war vor allem eines offensichtlich: seine enorme Weiterentwicklung.

Der 22-Jährige, dessen Vorfahren von der Insel Reunion stammen, hat etwas von einem Schweizer Taschenmesser. Seitdem er im August 2013 für Lyon debütierte, hat er bereits zig verschiedene Rollen gespielt und viele unterschiedliche Positionen bekleidet.

Trainer Genesio schwärmt von Corentin Tolisso

"Es ist ein Luxus, einen Spieler wie ihn zu haben, weil egal, wo er spielt, er macht seine Sache gut", erklärte Genesio zu einem früheren Zeitpunkt der Saison. "Er hat Qualitäten, die deutlich über dem Durchschnitt liegen und er wird immer besser."

'Coco', wie er von seinen engsten Vertrauten nur genannt wird, wurde durch eine große Verletzungswelle im OL-Team in die Mannschaft gespült. Damals musste er gleich als Rechtsverteidiger antreten. Seit diesem Tag ist er auf dem Feld immer weiter vorangekommen - in jeglicher Hinsicht.

Corentin Tolisso Angel Di Maria PSG Lyon Ligue 1 19032017

Im Mittelfeld kann er nahezu überall eingesetzt werden - von der Sechserposition bis zur Falschen Neun. Tolisso hat sich zu einem der vielseitigsten Spieler in der ganzen französischen Liga entwickelt.

"Manchmal ist er so nah an der Abwehr, und manchmal unterstützt er dann die Angriffe", kommentierte sein ehemaliger Jugendtrainer Stephane Roche, der heute noch in der Jugend und für die Reserve tätig ist, und schob hinterher: "Er ist großartig."

Die Angebote werden sich stapeln

Seine Entscheidung, im letzten Sommer ein Angebot in Höhe von 37,5 Millionen Euro des SSC Neapel abzulehnen, sollte sich als die richtige erweisen. In der letzten Spielzeit konnte er sein Spiel in Lyon auf ein ganz neues Level heben. Besonders aufgefallen ist das im März, als er für die französische Nationalmannschaft sein Debüt im Spiel gegen Spanien gegeben hat. 

Es ist schon zu erahnen, dass im Sommer die Avancen anderer Großklubs von neuem losgehen. Juventus, Barcelona, Arsenal: Sie und noch mehr Vereine sollen Interesse haben, Tolisso im eigenen Trikot spielen zu sehen.

Ein Abschied aus Lyon, wo er bereits seit seinem 13. Lebensjahr spielt, da er nur 30 Kilometer entfernt von der Großstadt geboren wurde, steht aber noch lange nicht fest. 

Tolisso hat ein bestimmtes Ziel

"Ich will mich weiter entwickeln und werde sehen, was passiert. Ob das bei Lyon sein wird oder nicht, steht noch nicht fest", sagte der Youngster kürzlich zu RMC.

"Mein Hauptziel ist es, mit Frankreich zur Weltmeisterschaft zu fahren. Und dafür muss ich in der bestmöglichen Verfassung sein. Falls ich bleibe, dann ist es deshalb, weil ich dort die besten Chancen sehe, mich für die WM zu qualifizieren."

Corentin Tolisso Lyon AS Roma Europa League 09032017

Es war ein langer Weg für den Spieler, der noch vor 18 Monaten in einem kleinen Leistungstief steckte. Danach hat Genesio Lyon übernommen und Tolisso wirkte wie neu geboren.

Seitdem ging alles rasant schnell. In Lyons kurzem Königsklassen-Intermezzo war er im Spiel von OL einer der Taktgeber. In Abwesenheit von Maxime Gonalons und Alexandre Lacazette hat er Olympique sogar schon als Kapitän aufs Feld geführt.

Sein Vater gab kürzlich gegenüber der L'Equipe Einblicke ins Seelenleben seines Sohnes. "Das Angebot von Napoli hat etwas in ihm verändert. Er sagt seitdem: Wenn so ein Klub an mir interessiert ist, muss ich ein Spieler sein, der schon ein bisschen was kann."

Das kann natürlich als ein Understatement von Tolisso eingestuft werden, denn er kann schon mehr, als "nur ein bisschen was". Wahrscheinlich werden ihm auch in diesem Sommer nicht die ganz großen Überschriften gehören, da die Zukunft von Lacazette noch eine größere Rolle in der medialen Berichterstattung einnehmen wird. Bleibt abzuwarten, wie er sich entscheiden wird.

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