Corona-Beschränkungen: Renault weicht für Test nach Spielberg aus

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Mehrere Formel-1-Teams gehen vor dem offiziellen Start der Saison 2020 am 5. Juli in Spielberg noch einmal auf die Strecke. Mercedes war der erste Rennstall, der in dieser Woche einen Test mit dem alten 2018er-Auto in Silverstone einlegte. Auch bei Ferrari ist ein solcher Test geplant, Racing Point und AlphaTauri haben jeweils Filmtage mit dem aktuellen Boliden angekündigt.

Auch Renault zieht nun nach. Die Franzosen haben sich allerdings für einen ungewöhnlichen Ort entschieden. So wird man am 16. und 17. Juni in Spielberg testen. Ungewöhnlich ist das deshalb, weil sich Mercedes und Racing Point jeweils die Heimat Großbritannien für den Test ausgesucht haben, AlphaTauri und Ferrari werden ebenfalls in ihrem Heimatland Italien fahren.

Warum weicht Renault also ins Ausland aus? Die naheliegende Vermutung ist, dass man sich schon einmal mit der Strecke vertraut machen möchte, auf der wenige Wochen später gleich zwei Rennen stattfinden. Doch es gibt auch logistische Gründe, denn während die Chassis-Fabrik im britischen Enstone liegt, hat die Motorenabteilung ihren Sitz im französischen Viry.

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Naheliegend wäre also ebenfalls ein Test in Silverstone oder zum Beispiel Le Castellet. Das Problem ist allerdings, dass es sowohl in Großbritannien als auch in Frankreich aktuell Einreisebeschränkungen gibt. In beiden Ländern müssen sich Neuankömmlinge für 14 Tage in Quarantäne begeben, was jeweils die andere Hälfte des Teams betreffen würde.

Diese Probleme könnten auch der Grund sein, warum Kundenteam McLaren auf einen zusätzlichen Test in Silverstone vor dem Auftakt verzichtet. Auch hier hätten Renault-Mitarbeiter aus Frankreich einreisen müssen, was wegen der Bestimmungen aktuell eben nicht problemlos möglich gewesen wäre. In Österreich gibt es eine solche Regelung nicht.

Deshalb können sowohl aus Großbritannien als auch aus Frankreich alle Renault-Mitarbeiter zum Test anreisen, ohne sich anschließend in Isolation begeben zu müssen. Fahren wird Renault an den zwei Tagen in Spielberg - wie auch Mercedes in dieser Woche - mit dem alten Auto aus 2018. Private Tests mit aktuellen Boliden sind nicht erlaubt.

Die Alternative wäre ein sogenannter Filmtag gewesen, bei dem man zwar das aktuelle Auto verwenden darf. Allerdings wäre das Team dann auf 100 Kilometer beschränkt gewesen und hätte nur Demoreifen von Pirelli einsetzen dürfen. Solche Einschränkungen gibt es nicht, wenn man mit einem mindestens zwei Jahre alten Boliden auf die Strecke geht.

Esteban Ocon soll am ersten Testtag fahren, Daniel Ricciardo am zweiten. Bei dem Test geht es für Piloten und Team unter anderem darum, sich an die neuen Corona-Bestimmungen wie Maskenpflicht und Co. zu gewöhnen. Außerdem können die Fahrer sich so schon wieder an die Kräfte gewöhnen, die in einem Formel-1-Auto auf den Körper wirken.

Mit Bildmaterial von Sutton.

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