Corona: Infizierter Formel-1-Fahrer würde nicht für Rennabsage sorgen

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Wenn die Formel 1 Anfang Juli in Spielberg auf die Strecke zurückkehrt, ist nicht ausgeschlossen, dass das ein oder andere bekannte Gesicht im Fahrerlager fehlen wird. Denn Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, dürfen - logischerweise - nicht ins Paddock. Das könnte beispielsweise auch einen der Fahrer betreffen.

"Eine infizierte Person wird nicht zu einer Rennabsage führen", erklärt Formel-1-Boss Chase Carey gegenüber 'Formula1.com' und stellt klar, dass das auch die Fahrer einschließe. "Wenn ein Fahrer infiziert ist, haben [die Teams] Ersatzpiloten", so Carey. Bereits zuvor hatte FIA-Chefarzt Gerard Saillant erklärt, dass ein positiver Test nicht gleich zu einer Rennabsage führen werde.

"Wenn eine Person in Quarantäne muss, dann haben wir die Möglichkeit, sie in einem Hotel zu isolieren und zu ersetzen", erklärt Carey und ergänzt: "Es gibt strenge Richtlinien." Diese umfassen "momentan 80 bis 90 Seiten" und beinhalten unter anderem die Anreise, die Übernachtung im Hotel, das Verhalten an der Strecke, beim Essen und selbst auf der Toilette.

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"Wir werden vor der Anreise testen und anschließend alle zwei Tage", kündigt Carey zudem an. So soll sichergestellt werden, dass sich das Coronavirus nicht ausbreiten kann, falls es einen positiven Fall gibt. "Es wird in vielerlei Hinsicht so ein, als würde man ab dem Moment, an dem die Reise im Flugzeug beginnt, in einer Blase leben", so der Formel-1-Boss.

"Es wird einen kontrollierten Transport zu den Hotels und zwischen Hotels und Strecke geben", verrät er und erklärt, dass es auch innerhalb dieser großen Blase noch einmal Untergruppen geben werde. So soll zum Beispiel verhindert werden, dass sich die Teams untereinander anstecken. "Es gibt zu viele Möglichkeiten, um sie alle durchzuspielen", weiß Carey.

"Aber wenn ein Team nicht fahren könnte, dann würde das Rennen nicht abgesagt werden", kündigt er an. Carey geht aber nicht davon aus, dass es soweit kommen wird. Man habe "großes Vertrauen" in die Maßnahmen, man biete ein "sicheres Umfeld" und sei auf alles vorbereitet. "Die FIA verdient bei diesem Prozess ein großes Lob", erklärt Carey.

Der Weltverband sei bei der Planung federführend gewesen, außerdem habe man mit vielen "außenstehenden Experten" zusammengearbeitet. "Wir wissen, dass es in unserem Sport manchmal nicht möglich ist, zwei Meter Platz zwischen jedem Teammitglied zu haben. Wenn ein Auto in die Box kommt und vier Reifen gewechselt werden müssen, dann wird es diese zwei Meter nicht geben", so Carey.

"Wir müssen dafür sorgen, dass es Abläufe gibt, um all diese Risiken so schnell wie möglich zu managen", erklärt der Formel-1-Boss. All die Maßnahmen zeigen, dass die Formel 1 beim Neustart deutlich besser auf das Coronavirus vorbereitet ist, als beim ursprünglichen Saisonauftakt in Melbourne. Wie gut die Maßnahmen wirklich greifen, wird sich aber erst in Spielberg zeigen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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