Corona-Rätsel: Darum darf Gensheimer weiter spielen

Martin Hoffmann
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Er war der Zimmerkollege von Nationaltorhüter Jogi Bitter, dem Spieler, mit dessen Positiv-Test das Corona-Chaos im deutschen Handball seinen Anfang nahm.

Trotzdem durfte Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer am Mittwoch für die Rhein-Neckar Löwen beim 33:31 gegen den SC Magdeburg spielen.

Eine seltsam anmutende Entscheidung, die bei Magdeburg auch entsprechende Verwunderung hinterließ.

"Es ist nicht greifbar, dass Flensburg gegen Melsungen abgesagt wird, weil es ein Risiko gibt, obwohl alle Spieler negativ getestet worden sind. Und der Spieler, der mit Jogi Bitter auf einem Zimmer war, kommt nach Magdeburg und spielt", hielt Trainer Benedikt Wiegert fest: "Wenn wir Trainer oder Spieler das nicht begreifen, wie soll es dann der normale Handball-Fan verstehen?"

Nun hat Gensheimer auf die Kritik reagiert - und näher erklärt, wie es zu dem Entschluss kam.

Uwe Gensheimer: Risiko "verschwindend gering"

"Wir haben uns kurzgeschlossen mit dem Gesundheitsamt in Mannheim, auch mit dem übergeordneten Gesundheitszentrum in Baden-Württemberg", sagte er nach dem Löwen-Sieg über den TBV Lemgo bei Sky: "Die Ct-Werte von Jogi wurden vorgelegt und die engmaschigen Tests beim Nationalteam berücksichtigt."

Zur Erklärung: Der Ct-Wert ("Cycle threshold") dient Experten als Hinweis darauf, wie hoch die Viruslast eines Patienten ist und damit die Ansteckungsgefahr, die er noch ausstrahlt.

Die Behörde ordnete das Risiko einer Übertragung des symptomlosen Bitter auf Gensheimer als sehr klein ein: "Nachdem ich selbst schon erkrankt war im Frühjahr hat das Gesundheitsamt gesagt, dass die Möglichkeit verschwindend gering ist, dass ich mich in der Zeit angesteckt haben kann."

Bitter sei am Tag vor seinem Positivtest noch negativ gewesen, "und der Ct-Wert von Jogi war so niedrig, dass wir uns dann abgesprochen haben, dass ich mit zwei negativen Tests von Dienstag und Mittwoch dann auch spielberechtigt war. Ich hatte mit der Mannschaft auch nicht trainiert, bin privat nach Magdeburg gereist. Deswegen war das möglich - das gleiche Prozedere auch heute."